Jobprobleme in Australien

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Moderator: Yassakka

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Chacco
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Re: Jobprobleme in Australien

Beitragvon Chacco » 07.11.2014 - 10:11

Wastl hat geschrieben:Würde ich nicht ganz unterschreiben. Ein Auto ist ein Vorteil, aber man kann ohne Auto genauso gut an Jobs kommen. Man muss natürlich etwas mehr Ressourcen investieren wollen.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommst du nicht überall hin, ne Fahrer-WG ist sehr umständlich und ein Taxi zu teuer.
Mit einem eigenen Auto hat man definitiv einige Vorteile, es gibt sogar viele Jobs ( Pest Control, Gardening, etc. ), die oftmals ein eigenes Fahrzeug voraussetzen.
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Beitragvon Wastl » 12.11.2014 - 12:12

Chacco hat geschrieben:
Wastl hat geschrieben:Würde ich nicht ganz unterschreiben. Ein Auto ist ein Vorteil, aber man kann ohne Auto genauso gut an Jobs kommen. Man muss natürlich etwas mehr Ressourcen investieren wollen.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommst du nicht überall hin, ne Fahrer-WG ist sehr umständlich und ein Taxi zu teuer.
Mit einem eigenen Auto hat man definitiv einige Vorteile, es gibt sogar viele Jobs ( Pest Control, Gardening, etc. ), die oftmals ein eigenes Fahrzeug voraussetzen.

Das bestreite ich ja auch nicht. habe ja gesagt, dass ein Auto ein Vorteil ist. Aber ich würde jemandem, der kein Auto besitzt, jetzt auch nicht sagen, dass er ohne Auto keinen Job findet bzw. dass er sich ein Auto kaufen muss. Ich wollte eben nur hervorheben, dass man ohne Auto dann auch mal gewillt sein muss vielleicht 45 Minuten mit dem Bus auf Arbeit und wieder nach Hause zu fahren. Klar fährt der Bus nicht überall hin, aber Viele sind ja schon zu bequem solche "Umständlichkeiten" in Kauf zu nehmen, um irgendwo arbeiten zu können.
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Beitragvon retrospektive » 13.11.2014 - 12:28

Mit dem Bus zur Arbeit fahren zu können, setzt widerum voraus, dass man in einer Gegend mit guter Infrastruktur einen Job findet.... da finde ich die Chance eher sehr gering, da das der Großteil der Backpacker versucht.
Am ehesten findet man noch einen gut bezahlten Job in den abgelegenen Gegenden, aber um da hinzukommen, braucht man ein Auto... Busse fahren da nicht.
Natürlich kann man auch das Riesenglück haben, in einer Großstadt was zu finden, aber das ist in etwa vergleichbar wie die Nadel im Heuhaufen finden...
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Beitragvon emukake » 15.11.2014 - 15:37

Hey,
will auch mal noch kurz meine Erfahrungen loswerden. Ich habe mit meiner Freundin 5 Monate (1/14-6/14) auf einer Milchviehfarm (ca. 400 Kühe) bei Shepparton gearbeitet. Bei mir kamen nach Abzug der Steuern und der Unterkunft 4800 AUD pro Monat raus (anfangs 18 die Stunde dann 20 AUD). Arbeit is relativ abwechslungsreich und an der frischen Luft. Ich habe gemolken zwei mal täglich, gefüttert (Futterverteilerwagen), TUs, Impfungen, Kühe behandelt, Koppeln gebaut, Vieh umher getrieben....Melken is schon recht stressig der Rest relativ entspannt. Unterkunft war auf der Farm wurde einem aber selbst überlassen, ob man die benutzt oder in der Gegend irgendwo unterkommt. Die Unterkunft wurde bei mir mit 3h die Woche abgerechnet, für meine Freundin war sie umsonst. Die Arbeit ist hart wenn das Wetter schlecht/heiß ist und vielleicht für jemanden der sowas nicht gewohnt ist. Mein längster Tag hatte 12,5h nach Abzug der Pausen. Allerdings hatte er schon nachgefragt ob es zu viel Arbeit ist und ob man mal einen Tag mehr frei haben will.
Meine Freundin war übrigens als Nanny dort angestellt (15 AUD/h).
Fazit: Ich hatte meistens Spaß an der Arbeit, bin aber auch schon vorbelastet und wußte ungefähr was mich erwartet. Hätte sicher mehr beim Lohn rausholen können (für jemand der wirklich Erfahrung hat maximal zwischen 24-28 AUD/h nach der Einarbeitungszeit). Habe mit einer geredet die noch nie ne Kuh gesehen hat und auch auf einer Milchviehfarm 3 Monate fürs Visum gearbeitet hat, dass hat sie den Leuten vorher allerdings nicht so erzählt. Am Ende hats bei ihr super geklappt.
An die Jobs sind wir übrigens durchs Hausieren gekommen ;-).

Viele Grüße

Martin

PS: Habe das schon woanders gepostet, wollte es nur nochmal loswerden, da wir anfangs auch keine Ahnung hatten was am Arbeitsmarkt so geht und wie viel man verdienen kann.
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Beitragvon SionSono » 16.11.2014 - 09:13

Ich würde auch sagen, dass man in West-Australien ein Auto braucht. Manche Arbeitgeber stellen Dich nicht ein, wenn du kein Auto hast. Selbst, wenn du es nicht unbedingt brauchst. Ohne Auto wird man - glaube ich - als unflexibel und unzuverlässig betrachtet. Gerade in Perth trauen die meisten den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht so recht über den Weg (nicht zu unrecht) ;-) Ein Auto ist hier fast gleichwertig mit einem Fahrrad in einer deutschen Stadt.

Klar geht es auch ohne Auto, ist aber mal 90 % schwerer - würd ich sagen. Man darf auch nicht vergessen, dass man das Auto wieder verkaufen kann, wenn man es nicht braucht. Gerade günstige Kleinwagen sind sehr beliebt. Und wenn man keine grossen Reisen plant, dann tut es auch eine Karre für 500 Dollar. Die Investition hält sich also in Grenzen.

Das einzige Risiko ist natürlich, dass man eine Schrottkarre auf den letzten Metern erwischt, welche nach 4 Wochen den Geist aufgibt.
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Beitragvon Mariussker » 11.04.2015 - 11:15

Mal angenommen, ich würde in Australien arbeiten wollen, während ich meinen Aufenthalt dort habe. Welche Dokumente müsste ich einreichen? Muss ich das Führungszeugnis übersetzen lassen beispielsweise?

Es ist noch reine Theorie und ich stehe ganz am Anfang meiner Gedankenspiele, aber das Thema interessiert mich halt sehr. Ich möchte gerne etwas anderes sehen, erleben und kennenlernen. Und wenn es nur für eine gewisse Zeit ist. Quasi raus aus dem festgefahrenen Alltag.

Eigenkapital hätte ich, um zumindest 12-14 Wochen zu überstehen. Es geht halt darum, wenn es mir dort gefällt, dass ich dann evtl. länger dort bleibe und halt Arbeit finden müsste.
Zuletzt geändert von Yassakka am 11.04.2015 - 16:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Romana » 11.04.2015 - 11:53

Also "300 Dollar pro Tag plus gratis Übernachtung, gratis Essen, gratis Wäsche waschen lassen, gratis Sprit" ... das halte ich für ein Märchen. Eine exzentrische Wunschvorstellung!
Wenn es so etwas auf den Farmen hier gäbe, würden für so einen Job schon fünfhundert Australier mit entsprechender Arbeitserfahrung Schlange stehen. Wer als unerfahrener reisender Ausländer einen gut bezahlten Job findet, hat Glück gehabt. Die Norm für Backpacker ist eher schwere körperliche Arbeit für weniger als $100 pro Tag, wovon täglich ein Drittel für die Fahrt zur Arbeitsstelle, Unterkunft und Essen draufgeht. Und an den Tagen, an denen man Jobs sucht, sich vorstellen kommt, eingearbeitet wird oder irgendwelche Prüfungen ablegen muss, gibt es keine Bezahlung, aber die Lebenshaltungskosten fallen trotzdem an. Drei Tage ohne Arbeit und ein Tageslohn ist dahin. Da lobe ich mir doch jeden smarten Wwoofer, der nach seinen rund 5 Stunden fröhlicher Mithilfe "zu Hause" noch ein paar Stunden zusätzlich gegen Bezahlung arbeitet. Der hat an Tagen ohne bezahlte Jobs keine Ausgaben und kann sich sorglos erholen. Aber das ist natürlich Einstellungssache. Ein Mensch, der von Natur aus nicht hilfsbereit ist, wird eben ohne Bezahlung keinen Finger krumm machen - und hier auch keine Freunde finden.
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Beitragvon Romana » 11.04.2015 - 12:06

Hallo Marius, mein obiger Beitrag war soeben ein Versehen - der bezog sich auf die letzte Nachricht auf Seite 1 vom Vorjahr und ich dachte, die wäre neu. Ich lasse meinen obigen Kommentar aber mal stehen, weil er generelle Geltung hat.

Zu deiner Frage: Bei bestimmten Jobs, zum Beispiel wenn du mit Kindern arbeiten willst, brauchst du ein Führungszeugnis. Ich übersetze öfters mal welche aus Deutschland. Sobald du hier ankommst, musst du dann aber zusätzlich auch noch eines von der australischen Polizei beantragen. Dafür kann man sich im Internet ein Formular herunterladen, das man dann ausgefüllt mit der anfallenden Gebühr und seinen persönlichen Dokumenten zu einer Polizeidienststelle bringt.

Bei den meisten Jobs, die Backpacker hierzulande in der Regel ausführen, braucht man so etwas aber nicht. Ich würde dir raten, dir ZUERST einen Job zu suchen und dich bei Zusage bei deinem Arbeitgeber zu erkundigen, welche Papiere du dir dafür besorgen musst. Für manche Jobs musst du HIER Prüfungen ablegen (z.B. für "Responsible Serving of Alcohol" in der Gastronomie oder die "White Card" für Reinigungsarbeiten u.ä.); Zeugnisse aus Deutschland werden in der Regel für die üblichen Kurzzeitbeschäftigungen nicht benötigt und nicht anerkannt.
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Beitragvon Mariussker » 13.04.2015 - 16:04

Huhu Romana,

danke für deine ausführliche Antwort. Ich werde mal schauen, was sich so ergibt und berichte dann wenn möglich. :)
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Beitragvon Wastl » 14.04.2015 - 15:21

Romana hat geschrieben:Also "300 Dollar pro Tag plus gratis Übernachtung, gratis Essen, gratis Wäsche waschen lassen, gratis Sprit" ... das halte ich für ein Märchen. Eine exzentrische Wunschvorstellung!
Wenn es so etwas auf den Farmen hier gäbe, würden für so einen Job schon fünfhundert Australier mit entsprechender Arbeitserfahrung Schlange stehen. Wer als unerfahrener reisender Ausländer einen gut bezahlten Job findet, hat Glück gehabt. Die Norm für Backpacker ist eher schwere körperliche Arbeit für weniger als $100 pro Tag, wovon täglich ein Drittel für die Fahrt zur Arbeitsstelle, Unterkunft und Essen draufgeht.


300$ pro Tag finde ich auch übertrieben. Das mag es vereinzelt geben (v.a. im Mining Sektor), aber da ist es als Backpacker fast unmöglich einen Job zu bekommen. Aber ehrlich gesagt, finde ich deine Aussage noch viel übertriebener. Deine Aussage, dass es "Die Norm für Backpacker ist eher schwere körperliche Arbeit für weniger als $100 pro Tag" zu verrichten, ist sowas von falsch und irreführend, denn sie stimmt einfach nicht. Ich weiß einfach nicht, wo du deine Maßstäbe her nimmst. Wenn ich nochmal nach Australien gehen würde und mir jemand weniger als $100 für einen 8-Stunden-Tag zahlen würde, ganz ehrlich, diesen Arbeitgeber würde ich sofort beim Fair Work Ombudsman anzeigen, denn das ist einfach Ausbeute und entspricht absolut nicht der Norm in Australien. Auch nicht für Backpacker.
Wenn du weniger als 100$ am Tag verdienst, geht auch mit Sicherheit mehr als nur 1/3 deines Geldes für Fahrten, Umterkunft und Essen drauf. Lohnsteuer wird auch noch erhoben. Geld ist ja bekanntlich nicht Alles, aber seine Arbeitskraft verschenken oder unter Wert verkaufen sollte man auch nicht. Es gibt Mindestlöhne. Nicht ohne Grund. Und an die sollte man sich auch halten, auch wenn man nur einen dummen, kleinen Backpacker beschäftigt.
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Beitragvon Romana » 24.04.2015 - 07:08

Lieber Wastl, bezüglich "Arbeitskraft" und "dumme kleine Backpacker" hätte ich auch noch etwas zu sagen. Die meisten jungen Deutschen, die hierher kommen, haben leider überhaupt keine Ahnung, wie sie ihre Arbeitskraft verkaufen sollen, wie sie Löhne und Arbeitsbedingungen aushandeln sollen oder wie sie überhaupt mit potenziellen Arbeitgebern kommunizieren sollen.

Ein aktuelles Beispiel:

Da emailt mich vor einer Woche ein junges deutsches Pärchen an, das irgendwo hier in der Gegend im Auto schläft, kein Geld mehr hat und sich nach einem warmen Bett sehnt. (Die Temperaturen gehen momentan nachts auf bis zu 7°C runter und es regnet.)
Ich emaile ihnen zurück, dass sie zu mir kommen und gratis zwei Betten haben können, dass ich aber noch nicht weiß, WIE VIEL Geld ich nächste Woche für Erntehelfer ausgeben kann. Ich bitte sie, mich anzurufen.
Statt einem Anruf kommt DREI TAGE SPÄTER die E-Mail-Antwort, dass sie "leider absagen müssen und lieber weiterreisen, weil sie nach zwei Tagen Arbeitssuche in Adelaide KEINEN GLÜCKSGRIFF hatten". Keine Telefonnummer, keine Beschreibung ihrer Fähigkeiten, Arbeitserfahrungen oder Interessen, kein Lebenslauf ... absolut nichts, was Interesse bei einem Arbeitsgeber wecken könnte ... und sie können nicht einmal LESEN. Ich hatte ausdrücklich geschrieben, dass ich bezahlte Arbeit für sie haben werde. Alles, was nötig gewesen wäre, wäre ein Anruf, um ein Vorstellungsgespräch zu vereinbaren, bei dem sie sich ordentlich vorstellen und wir den Arbeitslohn aushandeln würden. Aber wahrscheinlich sind diese zwei unreifen Kinder mittlerweile schon 300 km weitergereist, bis ihnen irgendwo in der Wildnis das Benzin ausgegangen ist, weil sie dachten, der "Glücksgriff" wartet auf sie woanders. Und sie werden die E-Mail, die ich ihnen geschrieben habe, und womöglich etliche andere Arbeitsangebote hier aus unserer Gegend erst in ein paar Wochen lesen, wenn sie wieder irgendwo in weiter Ferne eine Bücherei mit kostenlosem Internetzugang finden.

Was ich damit sagen will: Die meisten jungen Deutschen, die hierher kommen und in der Schule und im Elternhaus nicht das nötige Rüstzeug fürs Leben erhalten haben, brauchen zuallererst ein bisschen LEBENSBERATUNG. Und das kann niemand besser bieten als eine Wwoofing-Gastgeberin, die ihre Sprache spricht und selbst ein paar "dumme kleine" deutsche Kinder großgezogen hat, die während ihrer Teenagerzeit zu Hause wie auch in der Schule Augen und Ohren versperrt und mittlerweile rein aufgrund ihres Alters den Erwachsenenstatus erlangt haben.

Alternativ können sie sich freilich auch an ein Reisebüro wie das der Reisebine wenden, mit dessen Hilfe sie sich bereits vor der Abreise entsprechend weiterbilden können. Denn ohne die grundlegenden Kommunikationsfähigkeiten, die ich hier beschrieben habe, werden sie hier in Australien bei der Jobsuche genauso kläglich versagen wie in Deutschland oder anderswo.
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Beitragvon Bine » 24.04.2015 - 17:46

Du hast es wieder einmal auf den Punkt gebracht, Romana.

Gruß
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Beitragvon Wastl » 27.04.2015 - 08:59

Romana hat geschrieben:Was ich damit sagen will: Die meisten jungen Deutschen, die hierher kommen und in der Schule und im Elternhaus nicht das nötige Rüstzeug fürs Leben erhalten haben, brauchen zuallererst ein bisschen LEBENSBERATUNG. Und das kann niemand besser bieten als eine Wwoofing-Gastgeberin, die ihre Sprache spricht und selbst ein paar "dumme kleine" deutsche Kinder großgezogen hat, die während ihrer Teenagerzeit zu Hause wie auch in der Schule Augen und Ohren versperrt und mittlerweile rein aufgrund ihres Alters den Erwachsenenstatus erlangt haben.

Alternativ können sie sich freilich auch an ein Reisebüro wie das der Reisebine wenden, mit dessen Hilfe sie sich bereits vor der Abreise entsprechend weiterbilden können. Denn ohne die grundlegenden Kommunikationsfähigkeiten, die ich hier beschrieben habe, werden sie hier in Australien bei der Jobsuche genauso kläglich versagen wie in Deutschland oder anderswo.


Da gebe ich Dir auch völlig recht. Deswegen halte ich Woofing gerade am Anfang der Reise auch für durchaus sinnvoll. Gerade weil vielen jungen Leuten diese Lebenserfahrung, Kommunikationsfähigkeit oder wie auch immer du das nennen willst fehlt, arbeiten ja so viele für einen - wie ich finde - Hungerlohn von teilweise unter 100$ am Tag, um sich über Wasser zu halten. Klar gehört das irgendwie auch zum Teil des Abenteuers dazu, aber ich finde es nicht gut, dass du pauschal sagst:
Romana hat geschrieben:Wer als unerfahrener reisender Ausländer einen gut bezahlten Job findet, hat Glück gehabt. Die Norm für Backpacker ist eher schwere körperliche Arbeit für weniger als $100 pro Tag

Das stimmt so einfach nicht. Es gibt soviele besser bezahlte Jobs in Australien. Tipps, wie und wo man gute Jobs am besten findet und herankommt, gibt es in diesem Forum ja eigentlich mehr als genug. Ich gebe Dir vollkommen recht, dass die Einstellung bezüglich Arbeit von vielen Backpackern nicht stimmt, aber dennoch hat es meiner Meinung nach überhaupt nichts mit Glück zu tun, einen guten Job zu finden. Die Jobs sind auf jeden Fall vorhanden. Es liegt letztlich an jeden Einzelnen, sich dahinter zu klemmen und Etwas zu bewegen.
Klar, es ist ein Fakt, dass viele Backpacker schwer für unter 100$ am Tag arbeiten. Aber in dem du das hier so postulierst, könnte der Eindruck für Jemanden enstehen, der noch nie in Australien war, dass dies gang und gebe in Australien sei. Und das stimmt einfach nicht. Meiner Meinung nach ist Australien eine einzige Goldgrube (auch für Backpacker!!!) und wenn man erstmal angekommen ist und weiß wie der Hase läuft, kann man die aufregendsten Jobs an Land ziehen und Unmengen an Geld verdienen.
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Beitragvon Martin » 14.09.2015 - 19:14

Romana hat geschrieben:Also "300 Dollar pro Tag plus gratis Übernachtung, gratis Essen, gratis Wäsche waschen lassen, gratis Sprit" ... das halte ich für ein Märchen. Eine exzentrische Wunschvorstellung!


Darfst du gerne. Gab nicht überall gratis Sprit. Bei einem gabs gleich das ganze Auto für die Arbeitszeit dazu. :mrgreen:
Ich hab auf mehreren Farmen gearbeitet und das waren die gängigen Konditionen. Es gibt natürlich profitable Farms da draußen, die es sich leisten. Wer nicht profitabel arbeitet, der jammert eben rum und "hilft" Leuten unter dem Deckmantel des woofing. Da wird der Reisende praktisch auch noch am negativen wirtschaften des Arbeitgebers aktiv mit beteiligt.
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Beitragvon Romana » 15.09.2015 - 00:30

Martin, siehe meine Antwort dazu unter "$12/Stunde okay?" - Und "branchenüblich" ist bei kleinen Olivenbauern, dass sie einmal im Jahr die ganze Verwandschaft versammeln und alle gemeinsam die Bäume abernten, und zwar ohne einen Pfennig Geld dafür zu verlangen. Stattdessen nimmt dann jeder ein paar Kanister Olivenöl mit nach Hause und erspart dem Bauern dadurch die Vermarktungsarbeit.
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Beitragvon Martin » 15.09.2015 - 00:57

Ist natürlich auch eine Antwort, dass man das Hobby der Leute noch finanzieren sollte.
Um es auf den Punkt zu bringen: 12 Dollar sind Ausbeutung - nicht mehr und nicht weniger.
Schade, dass du zu dem "Märchen" nichts mehr gesagt hast. Du solltest dich wirklich mal etwas mehr informieren, was wer wofür bezahlt. Deine Datenbasis scheint aus den späten 90ern zu sein.
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Beitragvon Wastl » 17.09.2015 - 16:40

Martin hat geschrieben:Ist natürlich auch eine Antwort, dass man das Hobby der Leute noch finanzieren sollte.
Um es auf den Punkt zu bringen: 12 Dollar sind Ausbeutung - nicht mehr und nicht weniger.
Schade, dass du zu dem "Märchen" nichts mehr gesagt hast. Du solltest dich wirklich mal etwas mehr informieren, was wer wofür bezahlt. Deine Datenbasis scheint aus den späten 90ern zu sein.

So leid es mir tut, aber da muss ich Martin voll und ganz zustimmen.
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