"arbeiten" in Australien

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sunseeker
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"arbeiten" in Australien

Beitragvon sunseeker » 22.07.2016 - 13:02

Hallo an Alle :)

ich bin neu hier, deswegen ein paar Wörter zu mir bzw uns:
mein Freund und ich haben dieses Jahr im März unsere 2-jährige ( oder vl länger ;) ) Reise durch Süd Ost Asien begonnen. wir sind gerade in Indien und weitere 12 Länder folgen :)
unter anderem wollen wir auch gerne nach Australien und Neu Seeland.

nun zu meiner eigentlichen Frage:
wir kommen aus Österreich, und weil Österreicher jetzt gerade kein "Work and Travel" - Visum bekommen, wissen wir gerade nicht, wie wir das angehen sollen.

wir möchten gerne nach Australien um zu arbeiten ( Farm, waiter/ waitress, etc) , aber ohne Arbeitsvisum. ich sage gleich mal dazu: wir wissen, das "Schwarzarbeit" nicht legal ist bla bla bla. dennoch wissen wir, dass es möglich ist ;)

da wir so lange reisen, wäre es eine gute Möglichkeit, in Australien Geld zu verdienen und Erfahrungen zu sammeln.

weiß denn irgendwer, ob es Möglichkeiten gibt, "schwarz" zu arbeiten bzw andere Möglichkeiten, Geld zu verdienen?

ich hoffe, ihr versteht das und schreibt nicht gleich los wie "illegal" das nicht sei ;)


besten Dank,

J und T
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Beitragvon Romana » 23.07.2016 - 03:38

Halo J und T, die beste Möglichkeit, um in Australien oder anderswo ohne offizielle Arbeitserlaubnis Arbeit zu bekommen, ist durch die Mitgliedschaft in Freiwilligenorganisationen.

Bei Wwoof stehen euch etwa 3000 australische Bio-Farmen zur Verfügung, die euch alle mit offenen Armen aufnehmen werden. Bei HelpX und Workaway gibt es dagegen eine breite Palette von Gastfamilien und Gastunternehmen aus vielen verschiedenen Wirtschaftsbereichen, einschließlich Hotellerie- und Gastronomiebetreiber sowie auch Privathaushalte ohne Geschäftstätigkeit im ganzen Land. Da gibt es ab und zu auch außergewöhnliche Angebote wie Mitfahren auf Millionärsjachten oder (ab und zu bei mir) Flaschenaufzucht von Babytieren!

Nach Online-Anmeldung beim Verein eurer Wahl sucht ihr euch einfach jemanden aus dem Gastgeberverzeichnis aus oder schaut im Forum nach, wer gerade händeringend nach Helfern sucht. Der Gastgeber finanziert euch im Gegenzug für einen halben Tag Mithilfe die komplette Verpflegung und Unterkunft (manchmal eine ganze Inliegerwohnung mit eigenem Bad usw.) und manchmal auch Ausflüge und Freizeittätigkeiten (ich war mit meinen Leuten z. B. letztes Wochenende Paintballing und gestern im Kino und heute geht es zum Christkindlmarkt und Schlittschuhfahren!), was einer Bezahlung von MINDESTENS 200 Dollar pro Person und Woche entspricht. Also spart ihr euch erstens diese Kosten ein und habt jede Menge Spaß, ohne dass zwischen euch überhaupt Bargeld fließt.

Zweitens werden euch viele Gastgeber auch ein "Taschengeld" geben oder eure Weiterreise finanzieren, wenn sie eure Hilfe mehr als 4-5 Stunden pro Tag benötigen oder wenn die Arbeit, die gemacht werden muss, besonders schwierig oder unangenehm ist. Bis zu einer gewissen Grenze gilt das nicht als meldepflichtiger Arbeitslohn und ist völlig legal. Einem eigenen Kind gibt man ja auch Taschengeld, ohne es versteuern zu müssen, und bei älteren Kindern können das durchaus bis zu 1000 Dollar im Monat sein. Manche Gastgeber inserieren von vornherein, dass sie für bestimmte Arbeiten Bezahlung anbieten (das mache ich regelmäßig selbst während unserer Erntezeit), und es ist dann jedem Gastgeber-Helfer-Paar selbst überlassen, ob man das als Lohn deklarieren oder als Taschengeld handhaben will.

Drittens werdet ihr in der Regel mit euren Gastgebern schon nach kurzer Zeit Freundschaft schließen und "unter Freunden" hilft man sich privat weiter. Ein Gastgeber, der es sich selbst nicht leisten kann, euch Geld zu geben, wird sich gern unter seinen Freunden, Nachbarn und Bekannten umsehen, ob die euch bezahlte Jobs geben können. Von Malerarbeiten über Babysitting, Umzugshilfe oder Hunde Gassi führen bis hin zu Fensterputzen und Rasenmähen kann man sich als netter Mensch so gut wie immer und überall über Mundpropaganda etwas Einkommen von privat dazuverdienen. Also setzt ein breites Lächeln auf, krempelt die Ärmel hoch, packt mit an und holt euch Arbeit von Privatleuten!

Viertens gibt es noch andere per Internet auffindbare Möglichkeiten, sich Kosten zu ersparen, statt Geld für seinen Lebensunterhalt und seine Reisen verdienen zu müssen. Man kann zum Beispiel als Haussitter kostenlose Unterkunft (und in der Regel noch zusätzlich Geld fürs Essen) in den schönsten Häusern bekommen und als Transferfahrer kostenlos oder fast kostenlos durch die Welt reisen. Meine aktuelle Helferin (ein 21-jähriges Mädl aus Luxemburg) holt sich am Donnerstag ein luxuriöses Wohnmobil in Adelaide ab, um es für den Mietwagenverleih nach Melbourne zurückzufahren. Dafür zahlt sie einen ganzen Dollar pro Tag! (Man muss bei so etwas allerdings auch eine Kaution hinterlegen können, also braucht ihr eine gut gedeckte Kreditkarte.) Ich habe freiwillige Helfer hier gehabt, die das schon seit Jahren und in vielen verschiedenen Ländern der Welt tun, und nicht nur mit Autos, sondern auch mit Motorbooten, Segeljachten und Sportflugzeugen! (Dazu muss man natürlich die nötigen Papiere und Fahigkeiten haben.) Auch diese Tätigkeiten erfordern keine Arbeitserlaubnis und können in vielen Ländern der Welt ausgeführt werden.
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
sunseeker
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Beitragvon sunseeker » 23.07.2016 - 17:56

Hallo Romana!


Danke für deine ausführliche Antwort :)


Workaway kennen wir bereits. haben schon 3 mal in Indien "geworkawayed" :P


hat echt Spaß gemacht!


die anderen Vorschläge von dir hören sich ja auch toll an. besonders die Arbeit mit Tieren hat uns hier in Indien sehr gut gefallen :)


wir hören uns um und recherchieren mal, was es so an Angebote gibt.


Danke nochmal


GLG

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