Woofing für "ältere Menschen" über 30

Fragen zu allem rund um die Vorbereitung in Deutschland wie Zeitplanung, Visabeschaffung, Einreisebestimmungen, usw.
yarra
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Woofing für "ältere Menschen" über 30

Beitragvon yarra » 11.02.2015 - 16:53

Hallo !!!!!
Wer hat schon Erfahrungen mit Woofing oder HelpX ?

Hat man eine Chance im reifen Alter von 48 Jahren eine Stelle in Haus, Hof und Garten zu finden? Ich will ingesamt für 5 Monate nach NZL
und AUS, und möchte so mein Budget etwas stretchen, aber auch Land und Leute intensiver kennenlernen.
Und noch was : Reicht das normale Touristen-Visa ?

Über Antworten würde ich mich freuen.
Danke und lg
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Yassakka
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Beitragvon Yassakka » 11.02.2015 - 19:38

Erfahrungen habe ich keine.
Aber ich kann dir sagen, dass in Australien ein Touristenvisum ausreicht, in Neuseeland braucht man aber das Working Holiday Visa - und dafür bist du leider zu alt. Bleibt also nur Australien.
Berichte und Blog zu meinen bisher drei Australienreisen: australienberichte.de
Romana
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Beitragvon Romana » 18.02.2015 - 02:57

Kein Problem - soviel ich weiß, gibt es beim Woofing keine Altersbeschränkung. Einschränkungen bei der Suche nach Gastgebern könnten höchstens auftauchen, wenn Gastgeber sich denken, dass ein älterer Mensch entweder schon zu sehr vom Leben verwöhnt wurde, um noch fleißig mit seinen Händen bei der Arbeit mit anzupacken und eventuell auch schmutzige oder unangenehme Arbeiten zu übernehmen (z.B. die Katzenklos oder den stinkenden Frettchenkäfig zu säubern - die Frettchen habe ich in meiner Aufzählung unserer Tiere in meinem anderen Beitrag von heute ganz vergessen!), oder aber denken, dass ein Mensch in deinem Alter entweder einen Großteil seines Lebens im Gefängnis verbracht hat oder es sich aus einem ähnlichen Grund nicht leisten kann, einen normalen Urlaubsaufenthalt zu bezahlen. Wenn du aber solche vorgefassten Befürchtungen mit klaren Fakten aus dem Weg räumen kannst, sehe ich keinen Grund, warum du nicht dieselben Möglichkeiten haben solltest wie ein jüngerer Mensch. Ich würde dich wahrscheinlich nehmen! Ich bin übrigens schon 52 Jahre alt. :)
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
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Beitragvon Bine » 18.02.2015 - 20:26

Hallo Romana,

ich bin da leider völlig anderer Meinung als Du .....

Romana hat geschrieben:..... dass ein älterer Mensch entweder schon zu sehr vom Leben verwöhnt wurde, um noch fleißig mit seinen Händen bei der Arbeit mit anzupacken und eventuell auch schmutzige oder unangenehme Arbeiten zu übernehmen (z.B. die Katzenklos oder den stinkenden Frettchenkäfig zu säubern ....

Ich glaube, dass viele der jüngere Generation (also die unter 30) heute gar nicht mehr wissen, was Arbeit wirklich bedeutet. Sie können selten richtig putzen, aufräumen etc, da Mutti heutztage alles für sie macht.
Und die, die sich "in späteren Jahren" noch auf den Weg nach Australien machen und sich entscheiden, zu wwoofen, gehören zu denjenigen, die das Land und ihre Menschen WIRKLICH kennenlernen wollen und nicht nur Party an der Ostküste machen wollen.

Romana hat geschrieben:... dass ein Mensch in deinem Alter entweder einen Großteil seines Lebens im Gefängnis verbracht hat oder es sich aus einem ähnlichen Grund nicht leisten kann, einen normalen Urlaubsaufenthalt zu bezahlen.

Wie kommst du nur auf so eine abstruse Idee? So etwas habe ich ja noch nie gehört. Ich hoffe, dass das eher als Scherz gemeint war. Was ist denn ein normaler Urlaub? Sich mit Neckermann oder TUI in einen überfüllten Bus zu quetschen und zu Touri-Attraktionen gekarrt zu werden, um dort für 2 Min. aussteigen zu dürfen, um ein Foto zu machen? Deutsche sind doch keine Japaner??? Die wenigsten Urlauber aus Deutschland haben so etwas in Australien vor. Die Leute, die so reisen, reisen von hier aus nicht ans Ende der Welt.

Gruß
Bine
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Beitragvon Romana » 18.02.2015 - 22:57

Hallo Bine, na, ich glaube, da hast du etwas in die falsche Kehle bekommen. Ich hatte von "vorgefassten Befürchtungen" mancher Gatsgeber gesprochen, nicht von MEINEN Meinungen! Natürlich macht sich jeder Gastgeber auch Sorgen, ob der Reisende, den er ins Haus aufnimmt, eventuell eine Gefahr für seine eigene Familie darstellen könnte. Deshalb ist es wichtig, dass ein Wwoofer etwas über sich erzählt und auch angibt, warum er Wwoofing machen will und warum er überhaupt in Australien ist. Natürlich könnte auch ein 20-Jähriger ein flüchtiger Straftäter sein oder es darauf abgesehen haben, die Häuser seiner Gastgeber auszurauben. Mit dem Alter hat das natürlich nichts zu tun. Insofern ist das Aufnehmen jedes Fremden, gleich welchen Alters, mit einem Risiko behaftet. Bei ganz jungen Menschen hat man allerdings in der Regel eher Verständnis dafür, dass sie nicht genug Geld für Essen und Unterkunft haben und man hilft ihnen gern aus. Bei jungen Menschen geht man auch eher davon aus, dass sie lernwillig und lernfähig sind. Und wenn sie schon eine Weile im Zelt oder Auto geschlafen haben, monatelang erfolglos nach Jobs gesucht haben, wochenlang von Spaghetti aus der Dose gelebt haben usw. - dann haben sie mittlerweile begriffen, dass man für ein Bett und ein gutes Essen arbeiten muss. Das ist mitunter das Wichtigste, was sie bei so einer Reise lernen! Auch wenn sie die Reise mit der Einstellung angetreten haben, die du beschrieben hast. Beim Reisen und vor allem Wwoofen geht es um Lernen und Erwachsenwerden. Und das Interesse, dies zu tun, setzt man bei einem jungen Menschen eben eher voraus als bei einem älteren. Was ich also ausdrücken wollte, war, dass ein älterer Mensch noch viel mehr als ein jüngerer erklären sollte, WARUM er denn wwoofen will, denn das ist die erste Frage, die einem potentiellen Gastgeber in den Sinn kommt.
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Beitragvon Romana » 22.02.2015 - 14:45

Hallo yarra, bitte melde dich wieder. Ich hoffe, die obige "heiße Diskussion" hat dich nicht verschreckt. Das war nicht meine Absicht. Ich habe vielleicht meine Formulierung der möglichen Hindernisse etwas zu drastisch gewählt. ;) Mich würde ganz ehrlich interessieren, aus welchem Grund du gern wwoofen würdest.

Du bist auch nicht der erste reifere Mensch, der so etwas an mich heranträgt. Ich hatte vor zwei Monaten einen deutschen Journalisten hier, der war schon über 50 (mein Alter) und hat gemeint, er würde gern wwoofen, um seinen Urlaub möglichst billig zu gestalten, weil er sich ganz spontan zu einer Australienreise entschlossen und nichts angespart hatte. Ist doch völlig in Ordnung! Als er dann aber meine Preise für Unterkunft und Essen erfahren und gehört hat, dass ich schon 4 Wwoofer im Haus habe, hat er sich doch entschlossen, ganz "normal" Urlaub zu machen - mit Ausgangs- und Endpuunkt auf meiner Farm. Unter "normalem Urlaub" verstehe ich übrigens, dass man sein angespartes Geld ausgibt, um Spaß zu haben, und sich von schwerer Arbeit fernhält!

Und dann hatte ich auch noch ein australisches Pärchen da: Die waren steinreich, nachdem sie ein größeres Unternehmen aufgebaut und verkauft hatten, und sind in ihrem tollen Wohnmobil von Farm zu Farm gereist, um neue Freundschaften zu schließen, Bewegung an der frischen Luft und hausgemachtes Essen zu genießen und gleichzeitig notleidenden Farmern zu helfen - auch eine interessante Lebensform, und eine Motivation, die alle Anerkennung verdient!
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
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Beitragvon yarra » 22.02.2015 - 21:12

Hallo Bine, Yassakka und Romana,
habe mich sehr über euer Feedback gefreut.

Ja, bei mir schauts`so aus, dass ich nach einem Schicksalsschlag beschlossen habe, endlich verschiedene Lebensträume wahr werden zu lassen.
Einer davon: über längere Zeit ganz weit weg, aber eben nicht auf Tourist-Way, sondern v.a. um Land und Leute kennenzulernen, auch mein Englisch zu verbessern. Habe keine Angst vor schwerer Arbeit, habe selbst zuhause ein Haus mit Garten, nur eben konkret mit Landwirtschaft habe ich nix am Hut.
Aber Tiere füttern oder Stall auszumisten, im Garten arbeiten oder ernten, das traue ich mir zu. Von Beruf bin ich Floristin.
War schon 2 x in Australien, und 1 x in Neuseeland, aber eben als normaler Tourist.
Romana, würde mich freuen, wenn wir in Kontakt bleiben. Ich habe vor Anfang Dezember erst 2,5 Monate nach NZL zu reisen, und anschl. nach Australien.
Hätte z.B. auch gerne eine Weinlese mitgemacht.
Über Tipps freue ich mich
Lg und vielen Dank :- )
Yarra
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Beitragvon Romana » 23.02.2015 - 00:12

Hallo Yarra, ja, ich würde mich über deinen Besuch freuen. Die Weinlese läuft gerade, also Februar und März. Meine drei früheren Wwoofer (die zwar noch bei mir wohnen, aber jetzt nicht mehr mithelfen, sondern Miete zahlen) arbeiten dort für $18 die Stunde, finden es aber ziemlich schwer. Sie arbeiten nachts, in der Regel voll durch von 18 bis 6 Uhr und müssen die ganze Zeit einem Traktor nachlaufen. Haben schon lauter Blasen an den Füßen und sind morgens total kaputt. Um diese Zeit haben wir noch oft heftige Hitzewellen, die letzten Tage hatten wir bis zu 37 Grad, da schläft sichs tagsüber auch nicht gut. Die Olivenernte bei mir fängt erst im Mai an, das ist viel angenehmere Arbeit. :)
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
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Beitragvon Romana » 25.03.2015 - 05:13

Hallo yarra, ich habe meine Meinung aufgrund neuerer Lernerfahrungen grundsätzlich revidiert. "Woofing für ,ältere Menschen' über 30"? Die Antwort lautet jetzt:

Definitiv JA! Auch wenn du über 50 bist oder über 70, kein Problem. Denn es kommt nicht aufs Alter an, sondern auf die Lern- und Hilfsbereitschaft.
Und ja, ein reines Touristenvisum reicht in diesem Fall.

Liebe Grüße
Romana
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Beitragvon yarra » 04.04.2015 - 05:05

Hallo Romana,
vielen Dank für deine Infos.
Habe deine E-mail Adresse von einem anderen Posting, und werde dich auf jeden Fall persönlich kontaktieren, wenn ich jetzt demnächst meine Reise von Anf.Dez. bis Ende April 16 buche. Finde es ganz toll wie du da drüben lebst, oder auch deine Pläne, mit deiner Tochter zu reisen.
Liebe Grüße und frohe Ostern
Yarra
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Beitragvon equinox » 27.02.2016 - 23:40

Hallo Yarra, hallo Romana, hallo Bine, leider habe ich erst jetzt euren Thread entdeckt und würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilt. Seit Monaten recherchiere ich im Internet nach adäquaten Infos für Australien-Begeisterte, die jenseits der "magischen" work & travel-Altersgrenze vom 30+-Jahren den Wunsch und die konkrete Absicht haben, Australien (ggfs. low bugdget) zu bereisen.

Zum Hintergrund: Mein Sohn ist nach erfolgreichem Abschluss seines BA-Studiums seit Okt. 2015 mit einem working holiday visa in Down Under (derzeit in Melbourne) unterwegs, hat endlich einen lukrativen Job gefunden und lebt (mittlerweile.... endlich!)... in einem komfortablen share-house.
Sein Enthusiasmus, sein Engagement für diese Reise, seine disziplinierte Zielstrebigkeit, für diesen Auslands-Trip zu arbeiten und zu sparen hat mich nicht nur mächtig beeindruckt, sondern auch gleichzeitig den uralten Wunsch in mir aufleben lassen, ebenfalls, diesen faszinierenden Kontinent (endlich!) kennen zu lernen zu können und ihn dort zu besuchen.

Mein Ziel und Wunsch ist es aber eben NICHT, Australien als "bloßer" Luxus-Tourist zu bereisen!
Ich möchte Land & Leute kennenlernen... ich möchte auf Outback-Farmen die australische Realität erleben und Teil einer sozialen Community sein... körperlich arbeiten, Staub schlucken, in swags unter'm Sternenhimmel schlafen, Heu & Stoh ernten und packen, Tiere versorgen, Ställe ausmisten, Wassersäcke schleppen, Jungtieren den ersten Start in's Leben ermöglichen.... etc. pp.

Welche Möglichkeiten gibt es in Down Under für ein gestandenes Weibsbild von round about 50 ya mit einem enormen Wissens- und Erfahrungsschatz aus einem umfangreichen Berufs- und Arbeitsleben in unterschiedlichen Berufsfeldern und einer hohen Motivation, sich auf ein australisches whoofing-Experiment einzulassen???

@Yarra: Bitte teile mir deine Erfahrungen mit, die du in Australien gemacht hast. Bin sehr interessiert! Danke im Voraus...
Romana
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Beitragvon Romana » 28.02.2016 - 04:46

Hallo, ich finde deine Pläne und deine Enstellung ganz toll! Wwoofing und ähnliche Freiwilligenarbeiten sind völlig altersunabhängig und auch visa-unabhängig, d. h. man kann sie auch als Kurzzeittourist ohne Arbeitserlaubins ausführen. Meine letzte Wwooferin, die im Januar/Februar auf meiner Farm ausgeholfen hat, war 69 Jahre alt - meine älteste Helferin bisher. Eine wundervolle ältere ame aus den USA, topfit und gesund und durchaus auch körperlich in der Lage, hier effektiv auszuhelfen. Zudem kam, dass sie aufgrund ihrer Lebenserfahrung als gelernte Gärtnerin, Hausfrau und Mutter auch enorm viel zu unserem Haushalt beisteuern konnte, was junge Menschen eben nicht können. Sie hat sehr fachmännisch unser erster Kräuterbeet angelegt und mich gelehrt, wie man die unterschiedlichen Kräuter richtig pflegt; Sie hat meiner Tochter interessante Geschichten erzhält (wie eben eine Märchen-erzählende Oma, die wie leider nie hatten) und sie hat die tollsten Kuchen, Kompotte und Marmeladen aus unserem Steinobst zubereitet, das sonst mangels Zeit und Backkenntnis meinerseits leider allzu oft als Rattenfutter endet. Wie jetzt die Feigen und Kaktusfrüchte, leider ... Also, wie gesagt, ältere Wwooferinnen werden sicher an den meisten Farmen "mit Handkuss" aufgenommen - bei mir selbst in Zukunft auf jeden Fall! Übrigens habe ich erst vor Kurzem festgestellt, dass es noch andere, ähnliche Freiwilligenorganisationen gibt: HelpX und Workaway. Beide sind international tätig, kosten nur rund 20 Euro Mitgliedsgebühr pro Jahr (bei Wwoof sind es 80 australische Dollar, was allerdings eine Unfallversicherung und ein gedrucktes Gastgeberverzeichnis einschließt) und die Gastgeber kommen Gegensatz zu Wwoof (dessen Gastgeber ausschließlich Bio-Farmen sind) aus allen möglichen Branchen und Berufszweigen. Daher sind die Arbeiten dort auch wesentlich vielfältiger, praktisch alles von Häuser renovieren bis Kinder betreuen. Du findest ganz bestimmt etwas Passendes, wo dein Alter nicht als Nachteil, sondern als ein riesengroßer Vorteil anerkannt wird!
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Beitragvon equinox » 28.02.2016 - 20:12

Hallo Romana, vielen Dank für deine (sehr) schnelle und spontane Antwort, über die ich mich riesig gefreut habe und die mich eneut motiviert, diese Australien-Reise zu machen.

Deine Aussagen sind insofern für mich ernorm wichtig, als sie aus der Sicht eines 'hosts' bzw. aus Arbeitgebersicht formuliert sind!.... Wertvolle Erfahrungen von Australien-Travellern sind zwar auch richtig und wichtig, aber letztlich ist entscheidend, wie potentielle Hosts auf mein Arbeitsangebot in fortgeschrittenem Alter reagieren könnten.....

Sicher ist es so, dass eine Frau (und Mutter) nicht nur ihren Beruf professionell ausübt, sondern hinsichtlich Familien- und Haushaltsmanagement inkl. Gartenpflege und -kultivierung, nebst Kindererziehung und der Erziehung und Versorgung der vierbeinigen Familienmitglieder ein weitaus höheres Repertoire an Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen mitbringt, als ein junger Mensch dies je leisten könnte. Hinzu kommt überdies auch eine gewisse Altersweisheit und eine nonchalante Gelassenheit, die entgegen der sich selbstüberschätzenden, hyperaufgeregten und emotional noch nicht hinreichend gefestigten "jungen" Generation durchweg als positiv wahrgenommen werden könnten.

Die von dir vorgeschlagenen Organisationen 'helpx' und 'workaway' habe ich bereits als sinnvolle Alternative zu 'whoof.org' in's Auge gefasst, da dort - wie du ja auch schreibst - Arbeitskräfte in sehr vielen verschiedenen Bereichen gesucht werden, sodass ich sehr flexibel - je nach Region - dort einen passenden host finden könnte. Meine Befürchtungen waren nur, dass diese hosts eher einen "durchschnittlichen" Backpacker im Alter von 18 - 30 Jahren bevorzugen bzw. ihr whoofing-Angebot eher auf genau dieses Klientel ausrichten.

Wenn ich könnte, dann würde ich die Zeit gern um 30 Jahre zurückdrehen und ebenfalls als junger Backpacker mir ein bis zwei Jahre work & travel erlauben, denn von diesen wertvollen Erfahrungen profitiert man sein gesamtes Leben. Leider gab es diese Möglichkeit noch nicht, als ich selbst in diesem Alter war...
Für mich ist es daher JETZT ganz wichtig, zumindest einen kleinen Einblick in dieses nomadenhafte Backpacker-Leben zu erhaschen.... inkl. whoofing, um einen Einblick in das Leben und Arbeiten der Aussies zu erleben,... inkl. Hostel-Aufenthalt im Mehrbett-Dorm,... inkl. Camping mit minimaler Ausrüstung, ... inkl. Outback-Erfahrung (bush-walking, cattle-trail, sheep-farm, horse breeding, fruit picking .... etc. pp.

Mein zweimonatiger Australien-Aufenthalt soll daher einem (durchschnittlichen) work & travel-Aufenthalt ähneln (allerdings ohne Arbeitserlaubnis und Verdienstmöglichkeiten)... zeitlich bedingt allerdings im Zeitraffer-Modus, wobei ich das whoofing mit einem Umfang von mindestens 3 Wochen kalkuliere.

Ist das realistisch?.... Oder jage ich hier einem Traum hinterher, der an der harten Realität zerschellen wird?
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Beitragvon Romana » 28.02.2016 - 22:01

Exakt auf den Punkt getroffen! Zu den Plänen: durchaus realistisch und machbar.
Bitte achte aber auf die richtige Schreibweise von wwoof, sonst findest du die Website womöglich nicht. Sie lautet: www.woof.com.au
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Beitragvon equinox » 01.03.2016 - 22:54

Danke Romana für dein Feedback. Selbstverständlich werde ich die korrekte URL eingeben, wenn's akut wird und ich konkret nach hosts und ihen Angeboten Ausschau halte. Bevor es soweit ist, bin ich eher der Typ, der nix dem Zufall überlässt und erstmal die Lage checkt bzw. alle Optionen eruiert, bevor es konkret wird.

Meine Ziele sind:

a) Australien als (durchschnittlicher) backpacker, aber in fortgeschrittenem Alter zu bereisen
b) ca. 1 Woche gemeinsam mit meinem Sohn in Down Under zu verbringen
c) Land & Leute kennenzulernen... deren Leben und Erleben beobachten und miterleben
d) und die TIERE erleben.... !!! ... Die Tiere!
Ich will die Roten Riesen in der untergehenden Sonne springen und hüpfen sehen!
Ich will einem männlichen Roten Riesenkänguru die Pfote schütteln und die Schulter klopfen. Ich will einen "Joey" in meinen Armen halten und liebkosen, ich will einen flauschigen Koala streicheln und sein seidiges Fell zwischen meinen Fingern spüren, ich will die 'koockaburrys' lachen und die 'Tazmanischen Teufel' schreien hören... Ich will in Tasmanien selbst sehen, welche Anstrengungen unternommen werden, um diese Spezie zu 'retten'...

Ach, ich will so vieles....

Und nicht mal die Hälfte wird sich realisieren lassen...

Alles endet immer nur im Frust.

Danke für's Mitlesen...

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Beitragvon tower66 » 01.06.2016 - 10:46

Ich war die letzten 15 Monate in Neuseeland und habe dort als über 30-jähriger gewooft. Das ist in Neuseeland überhaupt kein Problem. Ich empfehle die Website helpx. Nach einem Arbeitsvisum hat nie einer gefragt. Mach das, ist eine großartige Erfahrung. Die Zeit in Neuseeland hat mein Leben verändert. Und eine Erkenntnis: Das Alter spielt keine Rolle :)

--edit
Sehe gerade erst, dass dieser Thread schon älter war. Ich hoffe, es hilft trotzdem jemandem weiter!
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Beitragvon equinox » 19.06.2016 - 00:17

tower66 hat geschrieben:Ich war die letzten 15 Monate in Neuseeland und habe dort als über 30-jähriger gewooft. Das ist in Neuseeland überhaupt kein Problem. Ich empfehle die Website helpx. Nach einem Arbeitsvisum hat nie einer gefragt. Mach das, ist eine großartige Erfahrung. Die Zeit in Neuseeland hat mein Leben verändert. Und eine Erkenntnis: Das Alter spielt keine Rolle :)


Meine diffusen Reisepläne nehmen allmählich konkrete Gestalt an... Flug ist schon fast gebucht.
Und... Ja, ich freue mich auf das Abenteuer meines Lebens!

-edit
Sehe gerade erst, dass dieser Thread schon älter war. Ich hoffe, es hilft trotzdem jemandem weiter!


Ja, dein statement hilft all jenen Ü30-jährigen, die diesen Wunsch haben, sich bisher aber noch unschlüssig waren... Thanks!
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Beitragvon Romana » 19.06.2016 - 14:36

Meine bisher älteste Wwooferin war 69 Jahre alt, eine wundervolle und sehr fitte Dame aus den USA, die leider nur ein Visum für 3 Monate hatte - und sie will auf wiederkommen und dasselbe noch einmal machen! Sie war eine meiner besten Helferinnen; hat köstliche Kuchen gebacken und meiner Tochter tolle Gute-Nacht-Geschichten erzählt. Das war im Januar und wir sind immer noch in Kontakt. Es wäre schön, wenn es mehr Wwoofer in dieser Altersklasse gäbe!
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Beitragvon herta » 19.06.2016 - 20:27

Das klingt extrem schön! Ich würde auch mal gern mit so "alten", unbekannten Leuten in Kontakt treten. Diese Menschen haben meistens sehr viel zu erzählen und können einem sehr wichtige und tolle Sachen beibringen. Natürlich ist das aber nicht bei allen so, leider sind viele alte Menschen kompliziert und dadurch etwas anstrengend..
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Beitragvon equinox » 19.06.2016 - 23:43

herta hat geschrieben:Das klingt extrem schön! Ich würde auch mal gern mit so "alten", unbekannten Leuten in Kontakt treten. Diese Menschen haben meistens sehr viel zu erzählen und können einem sehr wichtige und tolle Sachen beibringen. Natürlich ist das aber nicht bei allen so, leider sind viele alte Menschen kompliziert und dadurch etwas anstrengend..


Selbstverständlich haben ältere Menschen ein sehr bewegtes und abechselungsreiches Leben hinter sich - aber genau DAS macht dieses Klientel so interessant!

Auch haben diese Menschen umfangreiche Erlebnisse und individuelle Lernerfahrungen hinter sich, die sich in ihren persönlichen Standpunkten und subjektiven Perspektiven verdichten. Das führt häufig dazu, dass "älteren" Menschen oftmals Starrsinn, Engstirnigkeit und Unflexibiltät unberechtigterweise vorgeworfen werden. Viel interessanter ist es jedoch zu erfahren, aufgrund welcher Erlebnisse sie zu diesen Urteilen und Einschätzungen gelangt sind!

Der Schlüssel für umfangreiche Informationen heißt daher: Kommunikation!

Und die meisten "älteren" Menschen sind dankbar dafür, dass sie "ihre Lebensgeschichte" endlich einmal erzählen können und dürfen!

Hört einfach nur zu!... That's all.
Lieben, Leben, Lachen... veni vidi vici!

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