Work and Travel - aber wo und wie???

Fragen zu allem rund um die Vorbereitung in Deutschland wie Zeitplanung, Visabeschaffung, Einreisebestimmungen, usw.
Reisefreak
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Work and Travel - aber wo und wie???

Beitragvon Reisefreak » 26.09.2016 - 22:31

Hi,

seit langem schon verfolge ich den Wunsch nach meinem Abitur für einige Wochen oder Monate mit Work and Travel zu verreisen. Mich würden dabei vor allem die Ziele Island und/oder Asien (vor allem China) oder evtl. auch noch Südamerika interessieren. Da ich nicht besonders viel Erspartes habe, würde ich am Ende der Reise so etwa auf Null wieder rauskommen wollen oder zumindest sollten sich die Ausgaben in Grenzen halten. Zum Beispiel hatte ich schon ein Projekt für in Island Wege in Nationalparks zu pflegen entdeckt, allerdings kostet das sogar noch Geld anstatt, dass man sich dabei welches verdient. Hat jetzt jemand eine Idee wo und wie ich solch eine Reise evt. schaffen könnte oder welche Arbeitsstätten oder Progamme es gibt.
Vielen Dank
Carpool Guy
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Beitragvon Carpool Guy » 27.09.2016 - 00:03

Haha - genauso ging es mir auch mal, und ich hatte auch relativ lange versucht was in der richtung in suedafrika zu finden. Volunteering bedeutet da meistens dass du nichts verdiehnst, aber trotzdem noch unterkunft, essen, flug usw. bezahlen musst. Suche besser nach "Work exchange" statt volunteering. Mir faellt da im moment https://www.helpx.net/ ein (Australien und NZ), es gibt aber in anderen laendern wahrscheinlich noch andere organisationen. Dabei kannst du bei privatpersonen auf deren feld, farm oder erbeergarten arbeiten und bekommst im gegenzug essen und unterkunft. Die kosten fuer dich sind einmal der jahresbeitrag, und unfallversicherung - das ist aber imho nicht soviel...

Wenn du knapp bei kasse bist und laenger verreisen moechtest, kannst du entweder in asien billigurlaub machen (und dann jeweils vor ablauf des visas ueber die grenze reisen), oder per WHV nach Australien, NZ, Kanada, oder USA reisen und dann dort mit WHV offiziell fuer geld arbeiten.
Letzteres sieht spaeter bei bewerbungen mit "arbeitserfahrung im ausland" auch deutlich besser aus als 6 monate "selbstfindung und meditation in indien" :wink:

Zum thema China gibt es viele blogs oder youtube videos von leuten die aus Europa oder Amerika dorthin gezogen sind. Fuer die ist es allerdings leicht einen job als englisch lehrer zu finden, selbst wenn sie kein bischen chinesisch sprechen. Lediglich oertlichehn gewohnheiten und braeuche sind teilweise sehr fremd. Auf http://reddit.com/r/china (in englisch) hatte wohl vor einiger zeit mal jemand eine fragestunde zum thema gemacht. Er war ueberrascht, dass ihm seine schueler am ersten tag alle recht grosszuegige geschenke mitgebracht haben.
Am jahresende nach zeugnissausgabe hat er boese anrufe von eltern bekommen, weil deren schueler durchgefallen waren. Die "Geschenke" waren allesamt bestechungsversuche der eltern, damit deren kinder gute noten vom lehrer bekommen.

Hier hat das wohl schon jemand aus dem forum gemacht.
Zuletzt geändert von Carpool Guy am 27.09.2016 - 00:08, insgesamt 1-mal geändert.
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ExilBayer
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Beitragvon ExilBayer » 27.09.2016 - 00:07

Reisefreak hat geschrieben:seit langem schon verfolge ich den Wunsch nach meinem Abitur für einige Wochen oder Monate mit Work and Travel zu verreisen. Mich würden dabei vor allem die Ziele Island und/oder Asien (vor allem China) oder evtl. auch noch Südamerika interessieren.


Zu Hause arbeiten, sparen, und dann einen normalen Urlaub machen?
Wenn es um so eine relativ kurze Reise geht kann das eine gute Option sein.

Bezahlte Jobs fliegen dir als auch im Ausland nicht so einfach zu.
In Asien oder Amerika hast du dabei auch einiges und Aufwand und Kosten wenn du ein Visa willst das dir erlaubt zu arbeiten.

Reisefreak hat geschrieben:Zum Beispiel hatte ich schon ein Projekt für in Island Wege in Nationalparks zu pflegen entdeckt, allerdings kostet das sogar noch Geld anstatt, dass man sich dabei welches verdient.


Willst du dich sozial/ökologisch engagieren, oder willst du Geld verdienen um zu reisen?

Bei allem was sozial/ökologisch toll klingt kann man kein Geld verdienen.

Wenn du als unqualifizierte Arbeitskraft einen Job findest, dann bist du vielleicht Erntehelfer, spülst in einer Küche, oder putzt jeden Tag ein Hotel.
Schau dir an welche Jobs Ausländer die kein Deutsch sprechen in Deutschland normalerweise bekommen - im Ausland bist du der Ausländer der die Landessprache nicht spricht.
Carpool Guy
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Beitragvon Carpool Guy » 27.09.2016 - 01:46

ExilBayer hat geschrieben:Willst du dich in dem Jahr sozial/ökologisch engagieren, oder willst du Geld verdienen um zu reisen?

Bei allem was sozial/ökologisch toll klingt kann man kein Geld verdienen.


Ich stimme dir insofern zu, dass derjenige, der vor ort arbeitet kein geld damit verdiehnt. :wink:

Allerdings habe ich hier stark den eindruck dass solche freiwilligenarbeit im ausland seiten hier selbst eine deutliche gewinnsbsicht haben.
Extreme viele seiten die man zu dem thema auf google findet, gehoeren zu ein und der selben person. Wer mal nach "Ust-Id-Nr. DE 251273436" sucht, findet z.b. domains wie initiative-auslandszeit, auslandsaufenthalt, sprachdiplom, freiwilligenarbeit, work-and-travel-neuseeland, auslandsjahr, farmarbeit, ein paar exotische themen wie whisky trail vieles mehr - praktisch alle wichtigen keywords die WHV, freiwilligenarbeit und auslandsaufenthalt abdecken sind von ein und der selben firma belegt, und die seiten verlinken auch alle auf sich gegenseitig.

Die seite "farmarbeit" bietet einen kurs auf einer ranch in australien an, kostet derzeit 1660 Euro.

Was man bekommt ist ein 9 tage kurs in Noosa mit folgenden leistungen:

- 4 uebernachtungen im hostel (kostet schaetzungsweise 30 AUD pro nacht, je nach hostel)
- abholung vom flughafen
- "Beratung vor abreise", "unterstuetzung bei visa-antrag" - naja, kann ich auch im internet lesen, oder auf der offiziellen seite der australischen immigrations behoerde. Den papierkram nimmt mir keiner ab.
- 5 Tage Ranch-Training (inkl. Unterkunft & Verpflegung) - solche kurse kann man in australien in jedem reisebuero an der ecke buchen. Allerdings war mein eindruck, dass es eher unterhaltung und bespassung fuer stadtbewohner ist die mal raus aufs land wollen. Das ist keinesfalls eine "berufsausbildung". Ich hatte auch mal so einen kurs gemacht, kosten waren imho $600 fuer eine woche (schon eine weile her) ...?
- Jobvermittlung auf Farmen/Ranches - da kann man auch den farmer direkt fragen bei welchem man die "ausbildung" macht, der kennt normalerweise nachbarn

- rabatte fuer einen outdoorshop und tauchkurse - solche "rabatte" auf spassprogramme bekommt man eigentlich ueberall nachgeworfen wenn man sie im hostel bucht in welchem man auch uebernachtet. Ich sehe das hier nicht als "Leistung"

Was bei dem angebot NICHT mit dabei ist:
- kosten fuer flug
- kosten fuer visa

Sorry, aber mir ist dabei absolut nicht klar wie dieses angebot 1660 Euro (immerhin ~2450 AUD) kosten kann. Die beschriebene leistung kann man sich zumindest ohne die auch selbst fuer wahrscheinlich einen bruchteil des preises (50%?) in australien selbst zusammenstellen. Ich wuerde ja denken, dass es bei einem tourenanbieter der schaetzungsweise ein paar hundert davon pro jahr verkauft auch bessere konditionen und preise bekommt als ein einzelner backpacker.
Der rest des preises scheint wohl fuer die redaktion der zahlreichen webseiten draufzugehen.

Die anderen seiten dieser firma gehen nach einem aehnlichen schema vor, wobei zum domainnamen thematisch passende reisepakete verkauft werden, oder die seite diehnt nur als vermittler und bekommt eine kommission fuer abgeschlossene sprachlehrgaenge.

Das angebot beschreibt also einen 5 tages kurs, bei welchem man die "die wichtigen Faehigkeiten fuer die bezahlte Rancharbeit" erlernt, darunter traktor fahren, reiten, "Umgang mit Werkzeugen" (???) usw.
Sorry, aber selbst wenn ich 5 tage haette um nur reiten zu lernen und nichts anderes, glaube ich nicht dass ich damit fuer irgend einen farmer neutzlich genug waere um wirklich auf ein pferd gesetzt zu werden. Die romatische idee mit den pferde reiten wuerde ich mir auch aus dem kopf schlagen, in der realitaet fahren auf den farmen meistens die 30 jahre alten zweit- und drittwagen der farmer mit abgelaufener registrierung rum die nichtmehr strassentauglich sind, aber (mit genuegend motoroel, ductape und benzin) noch fahren.
In der realitaet sieht es dann meistens so aus, dass solche backpacker wie von ExilBayer geschrieben die jobs bekommen, wofuer man keine qualifikation braucht - stall ausmisten, unkraut entfernen, steine aus dem feld holen, tierkadaver wegraeumen wenn sie auf die strasse gerannt sind usw.

Um aufs thema zurueckzukommen: Wenn du solche angebote zur freiwilligenarbeit in suedamerika, china oder asien nutzen willst, dann waere es von vorteil in einem entsprechenden forum zu fragen, wo leute unterwegs sind die schonmal dort waren und besser wissen wie die sache vor ort wirklich laeuft.
Wenn dein english gut genug ist, wuerde ich mal nach "expat china forum" oder was dein reiseziel ist suchen, und dort gezielt nachfragen.
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ExilBayer
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Beitragvon ExilBayer » 27.09.2016 - 14:44

Carpool Guy hat geschrieben:
ExilBayer hat geschrieben:Willst du dich in dem Jahr sozial/ökologisch engagieren, oder willst du Geld verdienen um zu reisen?

Bei allem was sozial/ökologisch toll klingt kann man kein Geld verdienen.


Ich stimme dir insofern zu, dass derjenige, der vor ort arbeitet kein geld damit verdiehnt. :wink:

Allerdings habe ich hier stark den eindruck dass solche freiwilligenarbeit im ausland seiten hier selbst eine deutliche gewinnsbsicht haben.


Oft ist das reine Abzocke, da stimme ich dir zu.

Aber auch bei seriösen Angeboten wie dem Europäischen Freiwilligendienst kann man damit nicht ernsthaft Geld verdienen.
Romana
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Beitragvon Romana » 27.09.2016 - 15:25

Hallo Reisefreak, Carpools Link zu HelpX.net ist schon ein recht guter Tipp und gibt dir für nur 20 Euro weltweit Kontakte für Freiwilligenarbeiten aller Art. Ich selbst bekomme die Mehrzahl meiner freiwilligen Helfer allerdings über Wwoof. Ich bevorzuge diese Organisation, weil es für beide Seiten klar festgelegte Regeln und Absicherungen gibt. Ich habe seit drei Jahren fast ständig 2-3 Wwoofer hier, meistens deutsche WHV-Backpacker, und die meisten bleiben viel länger als sie es ursprünglich vorhatten, weil sie es hier einfach schön und gemütlich finden - und meine Kochkünste schätzen. Und sie lernen hier auch alle Fertigkeiten, die sie für bezahlte Farmarbeit brauchen, und müssen mir dafür keine 500 Dollar am Tag zahlen. Schön wär's! ;) Nee, von beiden Seiten - Helfer und Gastgeber - fließen keine Gelder, aber dafür jede Menge an gegenseitiger Hilfe und Unterstützung, Erfahrungsaustausch, Kontaktvermittlung und vieles mehr.

Ich habe für dich nachgesehen, wo überall es Wwoof gibt, und da sind auch sehr viele asiatische Länder dabei: China, Japan, Indien, die Philippinen und mehr! Siehe http://www.wwoof.net/

Und ein kleiner Hinweis nebenbei: Viele Gastgeber bieten ihren Helfern ab und zu auch bezahlte Jobs an oder stecken ihnen etwas Taschengeld zu oder können privat Jobs in der Nachbarschaft vermitteln, egal ob du für ihr Land eine Arbeitserlaubnis hast oder nicht. Also nur Mut und lass dich nicht davon abhalten, Freiwilligenarbeit zu leisten. Es ist eine gute Sache!
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
equinox
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Beitragvon equinox » 17.10.2016 - 22:20

"Freiwilligenarbeit" lohnt sich immer!

Einerseits wird deine Reisekasse nicht übermäßig strapaziert, da du dir die Unterkunft und die Lebenshaltungskosten mit ein paar Stunden Arbeit am Tag finanzieren und den Großteil deiner Ausgaben "sparen" kannst, um mit dem verbliebenen Geld jonglieren zu können und ggfs. auch noch das Geld hast, den Transport von A nach B sicherstellen zu können...

Andererseits - und DAS ist das allergrößte Plus an der Freiwilligenarbeit - lernst du landestypische Geflogenheiten kennen, lernst Einheimische kennen, die dir Geheimtipps verraten, die dir evt. Jobs vermitteln können und die dir am Ende deiner "Dienstzeit" eine überschwenglich positive 'Reference' ausstellen. Unterschätze nicht die 'References'! Sie sind das Salz in der Suppe des australischen Arbeitsmarktes!.... und verhelfen dir - möglicherweise - zu einem angemessenen 'paid work'.

"Freiwilligenarbeit" ist insofern das 'Sprungbrett' in den australischen Arbeitsmarkt. DEUTSCHE Berufsabschlüsse und - qualifikationen haben in Oz nur wenig bis gar keine Relevanz. Du musst also zusehen, dass du dir Glaubwürdigkeit in deine Arbeitsmotivation und Leistungsbereitschaft in Australien sicherst.... und dazu gehört erstmal ---> "kleine Brötchen backen".

Oder meinst du etwa, australische Arbeitgeber haben exklusiv auf dich gewartet???

Du musst sie von deinen Kenntnissen, deinen Fähigkeiten und Fertigkeiten überzeugen.... und das gelingt dir nur, wenn du australische Befürworter (sprich: wwoofing-hosts) hast, dir dir deine Leistungsmotivation und -bereitschaft, deine Arbeitsmoral - und einstellung, sowie deine einschlägigen 'working skills' attestieren.

Ergo: ----> Mach' wwoofing! .... wwoof, hepx, workaway...
Lieben, Leben, Lachen... veni vidi vici!
MikeyDread
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Beitragvon MikeyDread » 03.01.2017 - 11:53

Wirklich überall. Ich habe sogar Jobs auf der Straße angeboten bekommen. Dort gibt es mehr Arbeit als Arbeitskräfte
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Yassakka
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Beitragvon Yassakka » 04.01.2017 - 23:50

Von wo genau redest du jetzt?
Berichte und Blog zu meinen bisher drei Australienreisen: australienberichte.de

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