Erfahrungen mit Organisationen!? (Work&Travel)

Fragen zu Organisationen, Sprachkursen & -schulen, Volunteer Work, Studium und Praktikum sowie den notwendigen Visa

Moderator: Bine

Forumsregeln
Direkte Links zu externen Anbietern (Organisationen, Sprachreise-Vermittlern, Praktikumsvermittlungen etc.) sind nicht erlaubt.
lorilaroux
neues Mitglied
neues Mitglied
Beiträge: 1
Registriert: 04.06.2017 - 17:34

Erfahrungen mit Organisationen!? (Work&Travel)

Beitragvon lorilaroux » 04.06.2017 - 17:44

Guten Tag (:

Ich habe bald mein Abitur in der Tasche und plane zum Jahresende für ein knappes Jahr nach Australien zu reisen, um dort Work& Travel zu betreiben. Obwohl viele der Meinung sind, dass man ein solches Projekt am besten komplett selbstständig planen sollte, würden meine Eltern und ich es bevorzugen, wenn ich mich zumindest auf das Starterpaket einer Organisation stützen könnte. Deshalb bin ich nun seit einer Weile dabei, mir unterschiedliche Organisationen wie Praktikawelten, AIFS, Travelworks, StepIn o.ä. anzuschauen und zu vergleichen. Ich habe bereits einen relativ guten Überblick über die Programme der einzelnen Unternehmen, jedoch mangelt es mir für meine endgültige Entscheidung noch an Erfahrungsberichten von Leuten, die selbst eine Organisation in Anspruch genommen haben.
Von daher würde ich gerne hier einmal nachfragen, ob denn jemand für eine Auslandsreise (bestenfalls Work& Travel) eine Organisation zur Planung in Anspruch genommen hat. Und wenn ja, wie zufrieden wart ihr denn? Würdet ihr eure Organisation weiterempfehlen? Oder könnt ihr von einer Organisation deutlich abraten?

Ich würde mich über jede Antwort freuen! (: LG
Benutzeravatar
Yassakka
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 4147
Registriert: 03.03.2004 - 16:35
Wohnort: München | Alter: 32
Kontaktdaten:

Beitragvon Yassakka » 05.06.2017 - 22:07

Hallo lorilaroux,

bei dieser Frage wirst du in diesem Forum leider keine repräsentative Meinung erhalten. Hier werden dir alle von einer Organisation abraten. Siehe dich doch auch in unsere Forenbereich für dieses Thema um: viewforum.php?f=6

Ich selbst habe damals meinen Aufenthalt auch mit einer Organisation gemacht und würde es nie wieder machen. Hätte ich damals reisebine.de schon gekannt, hätte ich die Organisation nicht gebucht. Vor Ort waren sie keine große Hilfe (siehe mein Blog in der Signatur).

Ein Starterpaket kannst du buchen, wenn du keine Lust darauf hast, es selbst zu organisieren. Allerdings gehört gerade das meiner Meinung nach ja auch zu so einem Aufenthalt. Aber das ist dann letztendlich deine Entscheidung.
Berichte und Blog zu meinen bisher drei Australienreisen: australienberichte.de
Carpool Guy
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 399
Registriert: 03.07.2011 - 14:25
Kontaktdaten:

Beitragvon Carpool Guy » 06.06.2017 - 01:39

Ich habe es damals auch mit organisation gemacht, wuerde es aber ebenfalls nie wieder machen. Hier meine gruende:

- alles was du wissen musst steht schon im internet. Im grunde brauchst du nur visa, und dann vor ort bankkonto (dauert 5 minuten in der bank), tax file number (kannst du in AU online erledigen) und ein hostel (dauert 3 minuten online) fuer die ersten 3 tage nachdem du ankommst, um den papierekram zu erledigen und dich zu orientieren.

- Die orgas vermitteln so zwischen den zeilen immer dass fur dich da sind wenn es probleme gibt. In der realitaet sieht es so aus dass du von anderen backpackern wahrscheinlich meistens schneller und bessere hilfe bekommst als von jemandem, der in einer 12 stunden entfernten zeitzone hinter einem schreibtisch sitzt. Und solange du noch genug geld fuer unterkunft und essen hast ist eigentlich alles in ordnung. Die orgas fuellen weder papierkram (visa, tax file number) fuer dich aus noch koennen sie fluege umbuchen wenn du deine plaene aendern musst.

- In den broschueren und auf den bildern sieht es immer so aus als ob du da was ganz individuelles und einmaliges machst, und du damit der einzige bist. In der realitaet war es so dass bei meiner ankunft im ersten Hostel (5 oder 6 etagen gross in sydney) wirklich jeder deutsch gesprochen hat. In den backpacker-reisebueros gibts gruppenreisen wo du nur mit anderen backpackern in einen bus gesteckt wirst und keine einheimischen siehst. Teilweise meint man noch in deutschland oder am ballerman zu sein, gerade an der ostkueste zwischen Sydney - Brisbane - Cairns.

- Eine grosse, bekannte organisation mit welcher ich unterwegs war hat vor ort "orientierungskurse" angeboten. Die erste haelfte war zwar ok und ist auf die wichtigsten fragen eingegangen, die 2 haelfte war aber wirklich nur eine werbeverkaufsveranstaltung. Da wurde den gerade erst angekommenen backpackern erzaehlt dass sie unbedingt zum schlimmsten backpacker-gebrauchtwagenverkaeufer vor ort gehen muessen ("und erwaehnt beim kauf undbedingt, das euch xyz vom einfuehrungskurs geschickt hat!"), welcher durchweg negative reviews online hat und wo die autos 2-3x soviel wie privat oder auf ebay.com.au kosten.
Die kurse wurden zwar nicht von der orga direkt abgehalten sondern von einer anderen firma/backpacker reisebuero in sydney, aber einen schlechten nachgeschmack hat das schon. Wenn ich einer orga geld bezahle, dann will ich nicht auch noch durch die hintertuer beim autokauf abgezockt, sondern FAIR(!) beraten werden, und wissen wo man die marktueblichen preise sehen kann. So fuehlte ich der einfuehrungskurs an wie ne kaffeefahrt fuer backpacker, nur dass es statt rheumadecken eben 20 jahre alte rostlauben mit 400.000km auf'm tacho fuer $6000 zu kaufen gab.

tl;dr: Die anderen backpacker die du in den hostels findest sins wahrscheinlich hilfreicher und besser informiert als die orgas in deutschland was arbeitslage, formalitaeten usw. angeht.
Backpacker lifts in Australien :: Roadtrip Rechner - berechne kosten fuer mietwagen, benzin und unterkunft.
Romana
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 377
Registriert: 23.11.2011 - 11:47
Wohnort: Südaustralien, genau zwischen Adelaide City und Kangaroo Island

Beitragvon Romana » 07.06.2017 - 23:18

Ja, da gebe ich den obigen Forumskollegen recht! Oft werden über solche Reiseorganisationen auch Besichtigungsreisen mit Bussen angeboten, die meist extrem überteuert sind, z. B. 1500 Dollar für 3 Tage Kangaroo Island. Da kommt man wesentlich billiger, wenn man den öffentlichen Bus nimmt, sich selbst ein Fährenticket kauft, im Hostel übernachtet, sich dort ein Süppchen kocht und dann einem Backpackerkollegen ein bisschen Benzingeld anbietet, um zur Inselrundfahrt mitgenommen zu werden. Damit bekommt die 3 Tage für unter 300 Dollar hin und sieht genau so viel.

Noch besser ist es aber, es mit etwas Arbeit zu verbinden - und da kommen wir zu der "Organisation", die ich immer gern empfehle. Kein Reiseveranstalter, sondern www.wwoof.com - da nehmen dich nämlich einheimische Farmerfamilien unter ihre Fittiche und zeigen dir alles Sehenswerte in ihrer Umgebung völlig kostenlos oder gegen eine nur kleine Unkostenbeteiligung. Einer meiner Wwoofer hat unlängst 2 Wochen bei einem Wwoof-Gastgeberkollegen auf Kangaroo Island verbracht, der mit ihm am letzten Tag eine komplette ganztägige Inselrundfahrt über 350 km per Auto gemacht hat, vorher mit ihm Kanufahren und Fischen war und auch sonst - neben der halbtägigen Arbeit auf seiner Farm - allerhand vergnügliche Aktivitäten geboten hat. (So wie ich es auf meiner Farm auch tue.) Diese zwei Wochen haben David weniger als 200 Dollar gekostet - praktisch nur Fährenticket und Eintrittsscheine in Wildlife-Parks und ähnliches, wobei auch das Fährenticket billiger ist, wenn man sich auf einen "Freund" berufen kann, der auf der Insel lebt. Eine andere Wwooferin, die auch bei mir war, Sonja, hat beim selben Kollegen zwei Monate verbracht und auch nicht mehr als 200 Dollar ausgegeben. So etwas finde ich smart!
Ich lebe seit 2000 in Australien, bin professionelle Übersetzerin und biete kostenlose Unterkunft im Rahmen von Wwoof, Helpex und Workaway an. Manchmal auch Jobs auf unserer Tierzucht- und Olivenfarm!

Zurück zu „Sprachkurs, Organisationen, Studium & Praktikum“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast