Unter 20 noch zu jung & unreif für Auslandsaufenthalt?

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Mari
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Unter 20 noch zu jung & unreif für Auslandsaufenthalt?

Beitragvon Mari » 30.09.2005 - 04:17

Diese Frage habe ich von einem anderen Thread abgesplittet, weil ich sie hochinteressant finde und sie hier gerne zur Diskussion stellen möchte.

Bine

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Okay, nachdem ich mir in einem anderen Thread so einiges zum Thema "Kummer im Job" durchgelesen habe, möchte ich diesen Thread nochmal aufleben lassen.

Ist man mit 18 oder 19 nicht vielleicht doch noch zu jung und unreif, so einen Auslandsaufenthalt zu machen?

Im Forum und in manchen Blogs wird über Jobs gejammert, nach denen ich mir selbst in Deutschland alle 10 Finger lecken (sagt man das so?) würde. Sind die jungen Leute einfach nicht mehr "leidensfähig"? Da wird sich über Jobs beschwert, die andere Leute für Jahre machen müssen, dann ist die Bezahlung zu schlecht,.usw.
Zwei Mädels aus meiner REgion, die gerade in Australien sind, haben in den ersten Wochen ihr Auto zerschossen (Papa zahlts doch) und die eine hat sich vor ABflug noch in Dtl. verliebt und will nach vier Wochen schon zurück. Wo bleibt da der Wille?
Da so etwas vermehrt bei jüngeren "TRavellern" zu hören ist, frage ich mich doch, vielleicht hätten die doch noch warten sollen, weil man mit 18/19 noch lange nicht reif ist und weiß, wie die Welt funktioniert. Und nen Abi hat schonmal gar nichts zu sagen.

Gruesse, Mari

P.S. Versteht mich nicht falsch, ich möchte hier nicht alle über einen Kamm scheren, es gibt natürlich solche und solche. Aber ist ist doch auffällig, dass oben genannte Sachen eher von Leuten zu lesen sind, die gerade erst ihr Abi in der Tasche haben.
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Beitragvon Kathrin E » 30.09.2005 - 11:30

Andererseits ist gerade so eine Reise die beste Möglichkeit, reifer, selbständiger und verantwortungsbewusster zu werden, weil man mit Situationen konfrontiert wird, in die man zu Hause nie gekommen wäre, und sich dann irgendwie helfen muss. (Und zwar ohne dass die Eltern jede Panne gleich kommentieren können.) Dadurch entwickelt man sich viel schneller, als wenn man zu Hause hocken bleibt und auf das Erwachsenwerden wartet.
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Beitragvon trinchen » 30.09.2005 - 12:10

hallo
jung zu gehen hat etwas positives und etwas negatives, ich wuerd sagen es kommt echt auf die person an. ich war mit 19/20 in australien und fuer mich war es eine durchaus positive erfahrung, bin reifer geworden,hab ganz tolle (+schlechte) erfahrungen gemacht, die mich jetzt im leben einfach staerker machen. ich hab die erfahrung gemacht adurch einfach viel selbststaendiger,reifer,willensstaerker, offener zu sein
allerdings hab ich in australien auch viele leute getroffen, bei denen das leider net der fall war, denn trotz entfernung haben die eltern fuer alles geloehnt, also war arbeiten nur nebensache, und das ganze quasi ein jahr reisen und party. is ja auch schoen und gut, muss jeder selber wissen, aber die machen natuerlich ganz andere erfahrungen, und denen hats im endeffekt net so viel gebracht wie anderen...
diese kurzfrisitgen entscheidungen kenne ich....heute so morgen so...ich kenn das nur zu gut, wuerd mich aber als spontanen menschen beschreiben, ums positiv darzustellen. klar, sind juengere haeufig unerfahrener und machen entscheidungen einfach von ganz anderen sachen abhaengig. aber andersrum find ich auch, dass diese spontanitaet super positiv ist (solange es echt nicht unueberlegt ist) denn vorallem 'aeltere' bzw einfach leute mit festem job vieeel laenger ueber so einen schritt nachdenken und planen 'muessen'
lange rede...sinn verloren...aber ihr wisst shcon was ich meine
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Beitragvon Mari » 30.09.2005 - 13:17

Mensch, da wurde meine Anmerkung doch direkt zum neuen Thema gemacht. Danke Bine! :grins:

Trinchen hat da noch einen Aspekt angesprochen, der mir bei diesem Thema immer ganz besonders am Herzen liegt: fuer viele ist das Jahr nur Party, Party, Party....arbeiten ist da Nebensache und die Eltern schreiben immer schicke Ueberweisungen! Ich denke, wenn man sich das Geld fuer so ein Jahr selbst erarbeitet hat mit muehevollen Nebenjobs z.B., dann zeigt man damit ja schon etwas Reife und dreht den australischen Dollar vielleicht doch noch mal um und handelt imsgesamt ueberlegter.
Klar sollte man so ein Jahr (wie Katrin meinte) nutzen, um "erwachsen" zu werden, was bei vielen ja auch klappt. Aber ich denke immer noch, dass zu viel gejammert wird und gerade heutige Abiturienten scheinen sich fuer reifer zu halten als sie sind. Fuer den einen sind umgerechnet 250 Euro die Woche Verdienst zu wenig, der andere schiebt Frust, weil er/sie keine Leute kennenlernt.....ich denke, man sollte vielleicht nach der Schule erstmal etwas auf eigenen Beinen stehen (wenns auch nur eins ist :wink: und das andere von den Eltern gestellt wird ) und ein wenig die Realitaet ausserhalb der Schule kennenlernen.
Hmm, okay, bin sehr gespannt auf weitere Meinungen.

Gruesse aus BKK, Mari
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Beitragvon Connylein » 30.09.2005 - 14:08

Ich denke es hat einfach viel damit zu tun wie man sich selbst in diesem Jahr (oder eben generell für die Dauer der Reise) sieht. Wie man die Zeit dort nützt hängt doch bestimmt viel davon ab WARUM man überhaupt nach Australien gehen wollte und was einen die Verwirklichung des Traumes gekostet hat.

Wenn man hart dafür arbeiten und sparen musste, während freunde und verwandte nur verständnislos reagieren.... ist das bestimmt was anderes als wenn man das macht weil man grad nicht weiß was man sonst tun sollte, und es die eltern auch noch finanziern.

Man kann mit 25 schließlich genauso noch beschließen mal ein halbes jahr party zu machen und lässt dort die sau raus :roll: (nimmt vielleicht eher wenig fürs leben mit).

Aber ich denk ab nem gewissen alter stimmt das schon dass man automatisch etwas "bodenständiger" wird.

Grüßlis
Conny
wieder Zuhause... ist gar nicht so schlimm ;o)
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Beitragvon sunshine_darkmoon » 30.09.2005 - 17:55

Also ich denke auch, dass es davon abhängig ist, als WAS man diese Reise sieht. Geht es nur darum, einfach für ein Jahr "Party zu machen, es sich gut gehen zu lassen und eigentlich ist es egal, wo man das macht...aber Australien machen halt viele, also geh ich da auch hin, weil ich gehört habe, dass es dort toll sein soll", dann ist es eigentlich egal, wie alt man ist. Denn das kann man auch noch mit 25 oder 30. Und dann ist es halt einfach nur "ein Jahr von zu Hause weg" und man wird sich nicht soo viel verändern, denke ich. Da kommt es halt einfach nur darauf an, ob man genug Geld hat, um das Jahr auch finanziell zu "überstehen".

Wenn man aber schon lange den Traum hatte, einmal nach Australien zu gehen und dort Land und Leute kennenzulernen und auch mehr über sich zu erfahren, dann ist das schon wieder was anderes.
Und dort denke ich, dass einige das mit 18/19 noch nicht so abschätzen können. Wenn ich von mir selbst ausgehe, so wäre es wohl etwas ganz anderes gewesen, wenn ich gleich nach dem Abi nach Australien gegangen wäre, als wenn ich das jetzt erst vor habe. Nach dem Abi wusste ich noch so überhaupt nicht, wie das "Leben" so abläuft, das habe ich eigentlich alles erst mit Beginn des Studiums nach und nach erfahren und dadurch bin ich erst selbständiger geworden. Und dann hab ich auch angefangen über "Dinge, die die Welt nicht braucht, die aber super interessant sind in meinen Augen" nachgedacht und nachgelesen und bin dadurch "weltoffener" möchte ich jetzt mal behaupten. Jedenfalls, was ich damit sagen will: mit 18/19 sieht man die Welt noch mit anderen Augen (nicht alle, aber sicherlich einige). Und man hat einfach noch nicht die Erfahrung, weil man immer zu Hause gelebt hat und von Mama versorgt wurde. Wie gesagt, das ist alles subjektiv und ich hätte damals noch ganz andere Vorstellungen davon gehabt, WAS genau ich in Australien eigentlich will.

Und ich frage mich ja immer noch, woher ein Abiturient so viel Geld hat. Okay, einige arbeiten sicherlich nebenher, aber andere werden das doch sicherlich auch zum Teil von den Eltern finanziert bekommen und das ist dann ja wieder nur begrenzt die "eigene Erfüllung des Traumes" (falls man es als Traum ansieht). Gehört zwar nicht unbedingt hier in das Thema rein, aber vor kurzem hatte ich eine Unterhaltung mit nem Bekannten von unserer Familie und er fragte mich dann, wie das so ist, ob ich denn auch nen Zuschuss von meinen Eltern bekommen würde (hatte darüber mit meinen Eltern nie geredet und es immer als selbstverständlich erachtet, dass ich mir das selbst finanziere, denn sonst käme ich mir ja wieder "abhängig" vor). Ich hab dann einfach nur gemeint, dass ich mir das selbst finanzieren will und ja auch schon einiges gespart habe und nach dem Studium noch für ein paar Monate arbeiten gehen werde.
Solche Pläne hätte ich wohl mit 18/19 auch noch nicht verbreitet. Aber nun ja, jeder ist anders und vielleicht geht das ja auch mir nur so.
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Beitragvon Mariposa » 30.09.2005 - 20:47

Ich habe verschiedene Beobachtungen gemacht...aber ich kann auch sehr gut von mir reden: Ich waere es mit 19 nicht gewesen. Ich wollte auch nach der Schule weg, aber mir fiel nix anderes ein als Au-pair. Internet war noch nicht verbreitet und das Arbeitsamt hat mich immer weggeschickt :wink: . Ich hatte auch null Geld, eigentlich nur fuer mein Auto gejobbt, da meine Eltern mir einredeten, ich solle mir ein gescheites Auto (das ich fuer den Schulweg brauchte) kaufen. So arbeitete ich eigentlich nur fuers Auto und ein bisschen Leben nebenher. Nur damals liess ich mich noch formen und machte es so, wie man es von mir wollte. Heute wuerde ich das Auto verkaufen und losfliegen. :twisted: . Ich war also nicht reif, ich finde schon gut so, dass ich mit 24 aus Deutschland weg bin. Ich habe auch mit 19 NIE dran gedacht, dass mich meine Eltern in irgendeiner Weise im Ausland finanzieren wuerden. Gerade das Working Holiday ist etwas, das man gerade selbst machen sollte. Hab aber viele 19-jaehrige erlebt, die meinten, dass sie das Ticket zu Weihnachten und ein monatliches Taschengeld von Mama und Papa haetten. Hab aber auch andere erlebt, wo ich dachte, wow, das haette ich mit 19 nicht gekonnt, muss ich ganz offen zugeben. Mit diesen Mama-Kindern konnte ich nix anfangen. Also wenn selbstaendig und die grosse Welt, dann bitte richtig. Keine Frage, dass im Notfall Unterstuetzung von zu Hause da sein sollte, aber nicht weil das liebe Kind zu viel gefeiert hat...
Ich finde auch das Arbeiten ziemlich wichtig. Ich wollte gar nicht so viel Geld haben, dass ich nicht arbeiten brauchte. Dann wuerde mir der Reiz fehlen. Okay, ich habe nicht alles gesehen, ich habe 9 Monate gearbeitet in einem Jahr, aber ich will die Zeit nicht missen, es ist so eine wertvolle Erfahrung, und mein Boss schreibt mich heute noch gelegentlich im Messenger an, dass er jetzt bevorzugt deutsche Backpacker einstellt :wink:
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Beitragvon Michelle » 01.10.2005 - 08:57

Die gleiche Frage habe ich mir vor kurzem auch gestellt, als ich das ganze "Gejammer" im Kummerkasten gelesen habe. Da wird so viel geschrieben, bin jetzt hier in Australien und dann paßt dies nicht, das nicht, Heimweh und so weiter. Da frage ich mich immer, was haben die sich gedacht, bevor sie losgeflogen sind? Gar nichts? Es wird ja immer wieder gesagt, Leute, verplant da nicht alles, laßt es auf Euch zukommen, aber manchmal denke ich, das mit dem locker sein haben viele missverstanden. Es ist ja schon toll, mit Anfang 20 alleine um die halbe Welt zu reisen, aber wenn es schon damit anfängt, ich mag nicht alleine im Flieger sitzen, na dann weiß ich ja auch nicht. Mit Anfang 20 hätte ich das wahrscheinlich auch noch nicht gemacht, ich hätte mich nicht getraut. Aber nun freue ich mich sehr auf meine Reise und mache mir keine Gedanken, ich könnte da alleine sein. Ich glaube, daß sich manche keinen Kopf vorher machen, was sie da planen. Wenn ich ein ganze Jahr weggehe, dann muß ich mir davor schon einige Fragen stellen, ob ich das schaffe, ich mache es doch für mich und muß niemandem etwas beweisen. Was nutzt es also, wenn alle sagen, Mann bist Du mutig, aber am Ende sitzen sie da und fühlen sich alleine und unglücklich und sitzen ihre Zeit da ab. Tolles Abenteuer.
Naja, das soll jetzt nicht alles so neunmal klug klingen, aber in letzter Zeit habe ich mich schon gefragt, ob so mancher vorher nicht mal kurz nachgedacht hat, bevor er losfliegt. Es gehört wohl doch mehr dazu, als nur Ticket kaufen, Geld haben und losfliegen.
Viele Grüße,
Michelle
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Beitragvon Shue » 01.10.2005 - 15:28

Ich stell es mir eigentlich auch schwieriger vor, das zu machen, wenn man direkt aus "Mamas Armen" hierher kommt als wenn man vorher z. B. schon alleine gewohnt hat. Das MUSS ja eigenlich emotional dann viel krasser sein, denn ein ganzes Jahr von zuhause weg ist eine Sache (an sich ja schon ein großer Schritt) - aber ein ganzes Jahr von zuhause weg, wenn man vorher noch in seiner Familie gewohnt hat, stelle ich mir weit schwieriger vor. Und ich denke, das äußert sich dann darin, dass sie dann da sitzen und... ja, katzenjammern...

Ich habe aber eigentlich gar kein Problem damit, wenn sich jemand von den Eltern ein bisschen unterstützen lässt (wenn sie können, machen viele Eltern das doch gern!) - ich glaube nicht, dass das die Erfahrung schmälert, denn so viel Geld, dass es für alles reicht, wird es bei den meisten dann doch nicht sein. Auch ich in meinem "hohen Alter" hab mich wie ein Schneekönig gefreut, dass ich mir zu Weihnachten meine Flüge von Australien nach NZ und zurück wünschen durfte und zum Geburtstag im Juli 500 Euro überwiesen bekam. Klar! Umso mehr als ich weiß, dass meine Eltern finanziell wirklich nicht grad dicke dastehen... Sollte ich es ablehnen, weil die Reise dann nicht mehr "ganz allein" finanziert ist? Nee, oder?
...
http://www.sarah-in-australia.de/
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Beitragvon yudy » 02.10.2005 - 08:33

Zu jung und zu unreif??? Hmmm ich sage mal so das haengt von jeder Person selbst ab! Wie reif man sich fuehlt und wie reif man ist!

Es gibt sicher genug Menschen ueber 20 die noch recht unreif sind! Unbedingt haengt das nicht immer vom Alter ab!

Ich bin im August 19 geworden und 3 Tage nach meinem Geburtstag losgeflogen nach Australien!

Komme sehr gut hier zu recht und da man hier ja schon als voller erwachsener gilt auch wenn man unter 21 ist, ist es alles einfach zu handhaben!

Gerade wenn man vorher noch nicht so selbststaendig wird, hilft einem OZ dabei da man einfahc auf sich gestellt ist, alles selbst organisieren muss usw...

Glaube auf jeden fall das so eine Reise aus jedem nen reiferen Menschen macht!
~*Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von Niemandem überholt werden*~

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Beitragvon Die_Sarah » 02.10.2005 - 13:06

Ich bin da ziemlich einer Meinung mit Michelle: dass sich viele Leute einfach keine Gedanken darüber machen, was es bedeutet, ein Jahr ans andere der Welt zu gehen. Für viele ist das einfach nur Spaß pur, und das böse Erwachen kommt dann später....Allerdings finde ich es auch gut, wenn diese Leute dann diese Erfahrungen machen, denn es macht sie reifer (insofern es sie anregt, über sich und die Welt mehr nachzudenken - siehe unten)

Zum Thema Geld will ich noch sagen, dass man als Student auch nicht so wahnsinnig viel hat...Ich habe einen Mini-Job, in den Semesterferien arbeite ich teilweise vollzeit, dazu noch nen bissl schwarz und es reicht trotzdem hinten und vorne nicht, obwohl ich das Geld echt nicht zum Fenster rausschmeiße. Will sagen: Als Student hat man vielleicht etwas mehr als als Abiturient, aber nicht genug für ein Jahr DU. Ich muss mir also etwas leihen (!!) von den Eltern. Glaube aber nicht, dass mich das irgendwie unreifer macht. Ist vielleicht anders, wenn man es wirklich geschenkt (!!) bekommt.

Und es kommt wirklich immer auf die Person an. Ich kenne zwei Mädels, die mit 19 gegangen sind, und beide kamen prima zurecht - weil sie die richtige Einstellung hatten.


"[...] Ernstzunehmende Lebens-Erfahrungen werden nicht leicht und durch Bestätigung unserer selbst gewonnen, sondern sie widerfahren uns, treten uns überraschend und störend in den Weg, ja stellen uns selbst in Frage. Lebenserfahren nennen wir vornehmlich jemand, der gelernt hat, mit den Widrigkeiten des Lebens fertig zu werden, und zwar so, dass er nicht das Unangenehme auf die Seite schiebt, sondern verarbeitet und daran wächst. [...] Der Aufs-Lernen-Bedachte darf sich also möglichst nicht in Situationen bewegen, die das Vetraute wieder und wieder bieten, sondern muss in die Fremde, die als Ort der Andersheit, der Widrigkeit vorgestellt wird; nicht um Abenteuer zu erleben oder der Monotonie des Vertrauten zu entkommen, sondern weil er nur so der krassen Andersheit und den unvermeidlichen Enttäuschungen ausgesetzt werden kann, durch deren Verarbeitung er in seinen Lebensmöglichkeiten zugleich reicher und wahrhaftiger werden soll. [...]"
(Karl R. Popper's Einstellung dargestellt von Lothar Schäfer)

Ich finde das sehr passend. Habe es neulich zufällig gelesen und es bringt auf den Punkt, warum ich nach Australien möchte.


LG
Sarah
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Beitragvon Anka » 04.12.2005 - 14:35

Ja ich glaub auch, dass es ziemlich viel auf den Menschen selbst ankommt, wie er die Chance nutzt und was für Mühen er bereit ist dafür auf zunehmen.
Meiner Meinung ( ich glaube das wurde auch schon gesagt) ist nichts falsches dabei, wenn man im Notfall auf andere Menschen zurückgreifen kann. Und das sage ich jetzt nicht weil ich selbst momentan noch 18 bin und eine von den Personen bin die auch in den jungen Jahren reisen werden.
Ich denk einfach dass viele von den junge Reisenden völlig falsch eingeschätzt werden und deshalb auch zum teil von den älteren ausgegrenzt werden. Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen, hab aber auch eher Kontakt mit Travellern in meiner Altersgruppe und kann nur sagen, dass es bei den meisten gar nicht so ist, dass das Party machen im Vordergrund steht. Was wirklich wichtig ist, ist das Erleben. Des Landes, der Kultur, der anderen Traveller. Und ich glaube das steht bei den meisten Reisenden im Vordergrund, das wollen eigentlich auch meine Eltern jetzt noch erleben, wenn sie jetzt reisen. Wenn unterscheidet einen vielleicht die Art wie man die Dinge erlebt, aber da kann man doch nun wirklich ekine Unterscheidung machen zwischen dieses reisen ist schlecht und falsch und dieses richtig.

Ich fordere nach wie vor mehr Toleranz auch für junge Reisende. Ich finde es echt grauenvoll wie man dich oft Sprüche von schon erfahrenderen leute gefallen lassen muss, wenn man eben noch nicht ganz so viel Bescheid weiß wie andere. ist doch toll wenn es mehrere Leute in verschiedenen Altersgruppen gibt, da kann man doch auch voneinander lernen oder???

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Beitragvon Laika » 04.12.2005 - 15:42

Hallo, ich werde nächsten Sommer für 1 Jahr nach Neuseeland gehen (bin dann 21) und plane alles selbst (Tipps von Mama und Papa gibts natürlich gratis :grins: ). Und darin sehe ich auch das eigentliche Problem beim Reisen mit Orgas:
Es gibt diese tollen Organisationen, bei denen suche ich mir etwas aus und 4 Wochen später bekomme ich meine Reisedaten... Fertig! Da ist doch klar, dass man den ganzen Aufwand nicht zu schätzen weiß!
Wenn ich mir überlege, zu wievielen Reisebüros ich schon gedackelt bin und wieviele Stunden ich im Internet nach Infos gesucht habe und auch noch suchen werde... Aber ich weiß, wieviel Arbeit darin steckt und habe eine gewisse Beziehung dazu, d.h. ich werde mir 1000 mal überlegen, ob ich die Reise abbrechen würde und alle Arbeit umsonst gemacht habe...
Zum Finanzieren muss ich sagen, dass ich immer die Gewissheit habe, dass mir meine Eltern, wenns drauf ankommt, auch Geld schicken würden und das ist auch wichtig für mich, weils eine Art Sicherheit bedeutet. Aber trotzdem werde ich es selber bezahlen (Weihnachtsgeld und so werden natürlich dazu eingeplant :wink: ). Weil ich er Ansicht bin, dass man erst dann etwas zu schätzen weiß, wenn man auch etwas dafür tun muss.
Zuletzt geändert von Laika am 02.05.2006 - 12:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Sandra85 » 05.12.2005 - 10:21

Also tut mir leid, aber ueber manche beitraege hier muss ich mich wirklich aufregen! Ich bin jetzt vor kurzem zwanzig geworden und gerade in Australien und ich komme super zurecht! Ja, vielleicht habe ich zu Anfang im "Kummerkasten" ein kleines Problem angesprochen, aber das hat sich mittlerweile auch erledigt und hat abgesehen davon rein GAR NICHTS mit dem Alter zu tun!! Oder ist es etwa so, adss wenn man 30 Jahre alt ist automatisch keine Probleme mit Leute kennenlernen oder sonst was hat?? Und man kann auch wenn man noch bei Mama und Papa gewohnt hat trotzdem selbststaendig sein! Mein Geld fuer die Reise habe ich mir selbst verdient (ja, es geht neben der schule!!), und was nicht reicht, arbeite ich eben!
Und beschweren uebner die Arbeit tu ich mich auch nicht, das kommt wohl eher darauf an, aus welchen verhaeltnissen man kommt!
Was ich eigentlich sagen will ist, dass es sehr wohl sehr viele junge Traveller gibt, die selbststaendig genug sind und sich auch darueber bewusst sind, was sie da machen!!

Gruss sandra
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Beitragvon Anka » 05.12.2005 - 15:40

Ja da muss ich die beiden letzten Beiträge noch mal unterstützen, ich hab das jetzt nicht geschrieben, aber auch meine Reise ist im Prinzip selbst bezahlt, und auch ich habe alles in viele Stunden selbst organisiert. Ich glaub aber wenn man wirklich Interesse an der reise hat dann fällt einem dass auch nicht schwer!
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Beitragvon annaL » 05.12.2005 - 15:57

hallo ihr lieben,
ich muss sagen, dass ich mich schon ziemlich wunder, dass jemand wirklich behaupten kann man sei zu so einer reise erst ab einem gewissen alter 24+ bereit oder fähig. ich persönlich kenne viele leute bis 20 und ab 20, die alle unterschliedlich "reif" sind und vor allem muss ich sagen, dass die älteren sogar eher unreifer sind und so einer reise eher ängstlicher entgegenschauen als junge. ducrh diese angst, dass sie dann alles zwanzigmal überlegen müssen, trauen sie sich aber auch weniger. gerade jüngere trauen sich dann mehr und nehmen so eine chance land und leute auf eine andere weise kennenzulernen auch viel offener an, ohne naiv und unvorbereitet loszufliegen.
ich glaube auch, dass eher weniger von den leuten insgesamt monatliches taschengeld auf ihrer reise bekommen, vor allem wenn sie ein jahr unterwegs sind, aber auch wenn hat das nichts mit der reife zu tun, das ist einfach luxus und vereinfacht vieles. ich persönlich werde kein taschengeld bekommen und weiß auch was das bedeutet. es ist also ziemlich vermessen alle über einen kamm zu scheren, da jüngere und ältere genau gleich reif oder unreif sein können, aber dann auf ihrer reise die möglichkeit selbständig zu werden, mit oder ohne taschengeld.
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Beitragvon Australienanna » 09.12.2005 - 01:54

Also ich muss sagen, ich finde das hat ABSOLUT ÜœBERHAUPT GAAAAR NICHTS mit dem alter zu tun, ob man klar kommt oder nicht, ob man heimweh hat, jammert oder was auch immer...
aber der reihe nach:
ich war mit 19/20 in australien, nicht alleine, mit einer freundin und wir sind sehr gut klar gekommen. klar hab ich neben der schule gearbeitet, aber der großteil des geldes kam natürlich von unseren eltern und großeltern (widmung in unserem australienfilm-abspann: and last but not least special thanks to our parents and grandparents, who saved the money to get us over there!" :wink: ) ich habe dabei kein schlechtes gewissen (denn dann hätte ich die zweit wohl kaum genießen können) ich finde es aber schon wichtig, dass man zu schätzen weiß, was man da bekommen hat und dass das etwas sehr besonderes ist!
sehr schwierig finde ich immer diese argumentation "die machen nur party" und "die saufen und feiern" und "deswegen muss man nciht nach australien fahren". das hat auch überhaupt nichts mit dem alter zu tun, guckt euch mal am ballermann auf mallorca um, da benehmen sich 50jährige in ihrem urlaub doppelt so schlimm. und zweitens : so what???
ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendjemand AUSSCHLIESSLICH seinen australien-aufenthalt mit party verbracht hat, weiß aber, dass unter backpackern sehr viel gefeiert wird. hätte ich diese reise irgendwann nach meinem studium gemacht, wäre ich eventuell vernünftiger, ruhiger usw gewesen, vielleicht hätte ich mehr museen besucht und weniger clubs. aber für mich gehört auch dieser teil zu meiner reise dazu und ja, verdammt, ich habe ihn genossen.
das ist GERADE das alter 19/20 optimal, wenn man sein abi in der tasche hat und dann einfach mal weit weg auf eigenen beinen steht und ab und zu verliert man dabei eben auch das gleichgewicht. ich glaube, wenn ich sofort studiert hätte, dann hätte mir dieses austoben nach den ganzen braven schuljahren sehr gefehlt. so habe ich reisen, lotterleben, eine million erfahrungen usw. hinter mir und kann, gestärkt, weiser und viel selbstsicherer mein studium anpacken, meinen alltag alleine regeln usw.

lange rede, kurzer sinn: ich finde, das alter ist überhaupt gar kein kriterium!!!!!!!!!! angenommen man macht diese reise einmal mit 19 und einmal mit 30. man könnte es überhaupt nicht vergleichen, weil es einfach ganz ganz anders wäre, nicht besser oder schlechter, einfach anders!

also, reist, wie alt ihr auch immer seid und wenn ihr es nicht selbst erarbeitet habt - seid dankbar und zeigt das auch!!!

liebe grüße, anna
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Beitragvon Eva26 » 09.12.2005 - 06:31

naja, darum gings ja nun bei der Öffnung dieses Threads gar nicht primär, sondern darum dass hier im Kummerkasten viele junge Traveller jammern wie schlecht es ihnen geht und dass sie Heimweh haben. War schon auffällig. Und es muss sich keiner angegriffen fühlen!
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Beitragvon Australienanna » 09.12.2005 - 11:02

vielleicht liegt es dara, dass viel mehr junge leute im alter 19/20 so eine reise MACHEN. ich denke es gibt weniger 25jährige die ein jahr work and travel machen.
angegriffen sollte man sich denke ich niemals fühlen! ich finde die diskussionen hier immer sehr spannend und interessant, vor allem der unterschiedlichen meinungen wegen. wenn ich mich manchmal über irgendetwas aufrege, dann meine ich das nie persönlich und hoffe, dass kommt auch nicht so rüber!

beste grüße, anna
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Beitragvon Firebird » 10.12.2005 - 07:40

Sooo nachdem ich nu alles gelesen hab melde ich mich auch mal zu wort:

Ich denke das alter spielt eine rolle wenn auch eine kleine, das mit dem geld spielt eine größere rolle.
Ich bin 22 und möchte nexten april/mai work and travel DU machen.
Warum? Es ist (neben Japan) mein traumland, und da in japan das nicht möglich ist geh ich zuerst mal nach Australien. Ich erhoffe mir eine schöne zeit, viele leute kennen zu lernen und viele erfahrungen zu sammeln. Ich weiss natürlich das es auch schlechte Erfahrungen geben wird, aber das ist halt nun mal so. Ich hab mit 17 die realschule abgeschlossen, dann bin ich in die Lehre, nach der Lehre 10 monate temporär, 3 monate arbeitslos, und jetzt bin ich wieder an 6 monaten temporär. Da es schwierig ist in meinem beruf eine feste stelle zu finden und ich nicht weiss was die zukunft bringt und was ich mal machen will, möchte ich dieses Jahr als "offtime" nehmen. D.h. ich möchte auch möglichst wenig arbeiten und habe mir auch genug geld dafür zusammengespart. Da ich aber nicht mein ganzes erspartes dort ausgeben möchte, werde ich wohl doch ein paar monate arbeiten.
Das problem mit dem " über den Job beschweren" ist so eine sache.
Seit ich 13 bin hab ich immer gejobbt und das was ich nach meiner Lehre gemacht habe, hatte schon manchmal stunden wo ich dachte ich sterbe (in gasmaske und anzug 3 stunden lang 25kg Säcke laden,.....). Also werde ich mich dort wohl kaum beschweren da ich sowas schon "gewöhnt" bin. Mein bruder aber hat noch nie richtige gearbeitet, den würde es sicher anscheissen.
Also ist das nicht altersabhängig
Heimweh kann in jedem alter vorkommen und ich denke auch im algemeinen das die älteren ähnliche probleme haben aber sie nicht ausprechen weil sie "erwachsen" sind. Klar gibt es leute (jeden alters) die da ganz easy rangehen und das einfach durchziehen und es gibt halt leute die meinen es sei zu easy und fallen erstmal auf die schnauze.
Ich finde es schade wenn "papa zahlt" den da geht doch ein teil verloren. Ich bin auch mehr oder weniger verwöhnt aber ich möchte das schon selber berappen und das einzge wasses gibt is vllt. ne neue digicam oder ein zuschuss zum flug und der rest geht an mich ^^

So äh jetzt weiss ich nichmehr was ich eigentlich zum thema sagen wollte aber ich hoffe es liest sich irgentwo raus
Jetzt geh ich erstmal ins bett, den ich komm grad von der nachtschicht
Mfg Firebird

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