Unter 20 noch zu jung & unreif für Auslandsaufenthalt?

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Tofi
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Beitragvon Tofi » 02.11.2009 - 23:51

Wie man sich sowas finanziert ist doch scheißegal, wenn man es von den Alten in den Ar*** geblasen bekommt, umso besser. Warum auch nicht wenn die die Kohle haben?
Besser als Malochen und Sparen. Die Leute die dan schreien "du hast dir das Geld ja gar nicht selber erarbeitet" sind einfach nur eifersüchtige Looser.

Zum Thema: Ist ja nicht gerade außergewöhnlich dass unter 20-jährige Deutsche W&T in Australien machen. Im Gegenteil. Wenn man im Flugzeug Richtung Asien sehr junge Leute sieht, kann man sich meist denke wohin es geht. Üœber 22 sind die wenigsten.
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Beitragvon Ina » 03.11.2009 - 12:24

Tofi hat geschrieben:Wie man sich sowas finanziert ist doch scheißegal, wenn man es von den Alten in den Ar***<i>(zensiert)</i> geblasen bekommt, umso besser. Warum auch nicht wenn die die Kohle haben?
Besser als Malochen und Sparen. Die Leute die dan schreien "du hast dir das Geld ja gar nicht selber erarbeitet" sind einfach nur eifersüchtige Looser.
Italics mine - das kann nicht dein Ernst sein?

Autsch, das tut weh... ich behaupte mal, es tut so gut wie jeder Persönlichkeit gut, den Charakter durch arbeiten zu formen und wertzuschätzen, was man da macht/erreichen will. Egal ob dieser Prozess noch zuhause anfängt oder erst so richtig DU.

Ich habe einige Stories von Leuten DU gehört, die sich um das Geld keine Sorgen machen mussten, nur gearbeitet haben, weil sie sonst vor Langeweile gestorben wären und ansonsten die Hostels als "saufwillige, langweilige, rücksichtslose B***rds" verstopft haben - über die hier dann ja auch wieder geklagt wird.
Es gibt hier im Forum ja so schon genug Leute, die über das 3-Monats-Syndrom klagen oder auch ansonsten Australien ihren Erwartungen nicht gerecht wird - ich unterstelle dem durchschnittlichen, von Eltern vollfinanzierten unter 20jährigen Backpacker noch viel Schlimmeres.
So, damit habe ich auch mal was verallgemeinertes/polarisierendes gesagt... jeder darf mal ;)
Wer lesen kann ist klar im Vorteil!
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Beitragvon Ceylon » 03.11.2009 - 15:56

Also ich gebe dir vollkommen Recht Ina. Zu arbeiten und sich etwas selber zu finanzieren oder aufzubauen formt den Charakter. Ich würde auch nicht davon ausgehen, dass alle es den verhätschelten Jungs und Mädels neidisch sind, dass sie nicht arbeiten müssen.
Ich habe früher mal beim EFD (europäischer freiwilligen Dienst) mitgemacht. Da wird einem der Auslandsaufenthalt innerhalb Europas bezahlt (incl. Kost, Logis, kleiner Zahltag), wenn man in einer gemeinnützigen Organisation mitarbeitet. Da waren Leute zwischen 18 und 25 Jahren dabei und durch die Bank waren diejenigen, die mehr in ihre Organisation eingebunden waren und dadurch mehr zu arbeiten hatten besser drauf, weil sie sich viel schneller zu der Community zugehörig gefühlt haben.
Gemeinsame Arbeit im Ausland kann also auch das Zugehörigkeitsgefühl entscheidend positiv beeinflussen.
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Beitragvon Tofi » 03.11.2009 - 19:21

Klar, wenn Papi ein paar Millionen auf dem Konto hat, würdet ihr sagen: "Lass mal stecken, ich mache lieber einen Job, den in Deutschland nur von Polen und Rumänen gemacht wird, weil ich erfahrung sammeln will".

Schön blöd sage ich da.
Mit genug Geld würde ich keinen Fatz mehr arbeiten, noch nicht mal mehr was kochen. Glaub mir, es gibt genug Freizeitaktivitäten die man ohne Arbeit machen kann.
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Beitragvon Yassakka » 03.11.2009 - 20:58

Wenn auch in anderer Sprache, so stehe ich doch eher auf Tofis Seite.

Ich bin nämlich einer von denen, der für die (erste) Australienreise nicht arbeiten musste und quasi alles durch die Eltern finanziert bekam. Und meine Eltern erwarten auch nicht, dass ich das jemals zurück zahle. Wie ich ja generell bis heute von meinen Eltern lebe.
Ich habe einfach das privilegierte Glück, dass sich meine Familie das leisten kann. Ich weiß, dass das immer weniger können und ich bin dankbar dafür. Trotzdem macht es mich nicht zu einem asozialen Schmarotzer, wenn ich diese Möglichkeiten nutze.

Ich habe damals (2004), als ich mit dem WHV in Australien war, von meinen 6 Monaten nur etwas mehr als einen gearbeitet und dabei zwar Geld verdient, aber jetzt nicht so üppig, als das ich behaupten könnte, das hätte einen substanziellen Teil meiner Finanzierung dargestellt.
Ich bin total froh, dass ich damals arbeiten war (auch wenn die Arbeit und das Hostel mies waren), würde es wieder machen und es auch jedem empfehlen.
Seit dem war ich aber auch zwei Mal als "einfacher Tourist" wieder da. Da gibt es große Unterschiede; es ist deutlich schwieriger "richtig ins Leben einzutauchen", dafür reist man aber auch merklich sorgenloser.

Natürlich habt ihr alle Recht: Selbst für etwas arbeiten zu müssen um es zu bekommen ist sicherlich in großem Maße charakterbildend und gut für die Persönlichkeit und um sich selbst zu finden. Danach kann man mit Fug und Recht sagen, man habe sich diese Reise verdient und das Recht, sie so angenehm wie möglich zu gestalten.

Ich, also jemand, der keinen großen Beitrag zu meiner eigenen Reise leisten musste, habe natürlich trotzdem immer im Hintergrund diese etwas unschöne Gefühl, dass es überhaupt nicht mein Geld ist, das ich da ausgebe. Andererseits: Ich habe die Möglichkeit dieses Geld zu bekommen und es zu nutzen, weitgehend nach meinem Gutdünken - wieso also sollte ich das nicht nutzen? Nur, weil es nicht "der richtige Weg" ist, zu mir zu finden und meine Persönlichkeit auszubilden? Da wäre ich ja schön blöd!

Ich will nicht grundsätzlich widersprechen, es gibt sicherlich auch die von Ina, ceylon und anderen angeführten Menschen, die das Geld nehmen und dann gar nicht so Recht wissen, was sie da eigentlich in Australien sollen - nur weil da jetzt alle hinfahren und man das irgendwie machen muss. Das streite ich auf keinen Fall ab - ich finde, es gibt viel zu viele von diesen jungen Deutschen, die in Australien sind und gar nicht wissen, wieso und was sie da tun sollen.
Aber so pauschalisiert möchte ich das nicht stehen lassen.
Nur weil ich meine erste Reise nicht selbst finanziert habe, bin ich charakterlich nicht zwangsläufig schlechter, als jemand, der sich die Reise selbst erarbeitet hat.
Selbst 5 Jahre nach meiner Reise nach Australien lebe ich hier in Deutschland noch mit und von dem Geld meiner Eltern (und liege dabei knapp unterhalb des Durchschnittswerts für Studenten). Obwohl ich in der Zwischenzeit geerbt habe und durch meinen Unfall in Australien eine Menge Geld bekommen habe. Trotzdem zahlen meine Eltern weiter für mich - weil sie es können und weil sie es für richtig halten, ihren Kindern eine Ausbildung zu finanzieren, besonders aber aus ersterem Grund.

Trotzdem mache ich hier in Deutschland Jobs zum Beispiel in der Kinderbetreuung, die entweder gar nicht entlohnt werden oder nur geringe Aufwandsentschädigungen beinhalten. Ich fahre mit 40 Jugendlichen 2 Wochen nach England (was nur halb so spaßig ist wie es klingt ;) ), arbeite in einem Jugendtreff im Büro und in der Betreuung, helfe Reisebine bei den Hostelbewertungen und hier im Forum. Das alles (und noch mehr ;) ) ohne Gehalt, dafür mit Spaß.
Und ich würde sowohl meinen Charakter wie auch meine Lebenserfahrung jetzt durchaus als relativ gut ausgebildet und für leidlich okay halten.

So viel von mir dazu. Und auf Inas "saufwillige, langweilige, rücksichtslose B***rds" kann ich auch sehr gut verzichten. Aber das heißt ja noch lange nicht, dass man einer davon ist, nur weil man seine Reise nicht (oder nur wenig) selbst bezahlt hat. Man ist deshalb noch lange kein schlechter Mensch. :)
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Beitragvon turin » 04.11.2009 - 01:19

Ich hab 18-Jaehrige kennengelernt, die verantwortungsbewusst, weltoffen und interessiert waren. Dann gabs 25- oder 30-jaehrigen, die die oberflaechlichsten, ignorantesten Ar********r waren, die mir je untergekommen sind.

Yassaka hat es geschrieben, Pauschalurteile sind bequem, aber sinnlos und wenig erkenntnisbringend.

Was das Arbeiten angeht...bis ich ca. 20 war, hatte ich es nicht noetig, ernsthaft zu arbeiten und Geld zu verdienen...joa, das war schon nett. Und nun, da ich, hauptsaechlich wegen meiner Zeit in Australien, Arbeit gemacht habe, die in Deutschland vielleicht von Polen, Rumaenen etc. gemacht wird, kann ich auch mit Bestimmtheit sagen, dass kein Mensch bei gesundem Sachverstand sagen kann, diese Arbeit gern fuer den Rest seines Lebens zu machen. Dieses ganze "Working Class Hero"-Gerede halte ich fuer BS, eine Rechtfertigung aus Frustration ueber das, was man selbst (scheinbar) tun muss, und andere nicht. Insofern hat Tofi im Prinzip recht - aber:

Es ist meines Erachtens fuer jeden jungen Menschen (im gesellschaftlichen Kontext von Deutschland) extrem charakterfoerdernd, diese Arbeit mal gemacht zu haben (und ich rede nicht nur von einer Woche). Nicht so sehr, um sich selbst etwas zu finanzieren oder aufzubauen - es koennte sogar noch effektiver sein, diese Arbeit mal ohne Bezahlung zu machen - sondern weil m.E. sehr viele Menschen gar nicht schaetzen koennen, was fuer Moeglichkeiten und Annehmlichkeiten sie jeden Tag fuer selbstverstaendlich halten und hinnehmen, was bewirkt, dass sie ihr Leben lang unter ihren Moeglichkeiten bleiben, was psychische Ausgeglichenheit und praktische Lebenserfolge (in jeder Hinsicht) angeht.

Auch hier wieder...sowas kann mit weniger oder mehr als 20 Jahren auf dem Buckel dienlich sein. Bei mir war es der zweite Fall.

Und ich würde sowohl meinen Charakter wie auch meine Lebenserfahrung jetzt durchaus als relativ gut ausgebildet und für leidlich okay halten.


Ja, ich denke, das kommt hin. ;-)
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Beitragvon Ina » 04.11.2009 - 09:59

schön, solch differenzierten Meinungen hier zu lesen! :)
Mein Statement war ja auch bewusst überspitzt formuliert - mir ist sehr klar, dass nie alles auf alle zutrifft.

Auch ich hatte das "Glück" bis Anfang meines Studiums nie arbeiten zu müssen (gibt ja Leute, die ab 14 schauen müssen, wie sie sich ihr 'Taschengeld' erarbeiten) und habe Australien zum Teil mitfinanziert bekommen. Nun ist meine jetzige Arbeit als HiWi an der Uni auch nichts, was viele andere als "Arbeit" bezeichnen würden, aber mindestens in Australien habe ich echte Drecksarbeit erlebt - und weiß nun zu schätzen, was andere leisten - das war für mich eine wichtige Erkenntnis. Ebenso die Erkenntnis, dass ich solche Arbeit machen kann, wenn es nötig ist - aber das ebenso sicher kein Lebensziel ist!

Daneben mache ich aber auch ehrenamtliche Arbeit mit Jugendlichen seit ich 15 bin (siehe Yassaka, ich kriege auch oft zu hören: "10 Tage Lager? Und was verdient man da so? Wiiieee, gar nichts???") und bekomme am eigenen Leib zu spüren, wie Kinder sind, wenn ihre Eltern sie nicht selbst Probleme beseitigen lassen/ihre eigenen Fehler machen lassen...

Vielleicht können wir uns einigen, dass eine Diskussion "wessen Geld darf/soll man DU verbraten" uns nicht so richtig weiter bringt und dass niemand wegen der einen oder anderen Situation ein besserer oder schlechterer Mensch ist.

Und zum eigentlichen Thread-Thema: wie auch mit dem Geld ist es mit dem Alter: keiner kann was dafür, jeder geht anders damit um und ein pauschales Ergebnis hervorzusagen ist unmöglich... :)
Wer lesen kann ist klar im Vorteil!
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Beitragvon Yassakka » 04.11.2009 - 10:27

Ina hat geschrieben:[...]

Und zum eigentlichen Thread-Thema: wie auch mit dem Geld ist es mit dem Alter: keiner kann was dafür, jeder geht anders damit um und ein pauschales Ergebnis hervorzusagen ist unmöglich... :)

Ja, darauf können wir uns - denke ich - sehr gut einigen. :)
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Beitragvon hellyrose » 06.11.2009 - 18:26

Yassakka hat geschrieben:
Ina hat geschrieben:[...]

Und zum eigentlichen Thread-Thema: wie auch mit dem Geld ist es mit dem Alter: keiner kann was dafür, jeder geht anders damit um und ein pauschales Ergebnis hervorzusagen ist unmöglich... :)

Ja, darauf können wir uns - denke ich - sehr gut einigen. :)


Oh man da hab ich hier was ins rollen gebracht xD.
Ja aber recht hast du :)!

Ich wollte damit niemals sagen, dass es schlecht ist, wenn man von zu Hause aus unterstütz wird - also finanziell - nur ich meinte die jenigen, die wirklich nie etwas machen und und in Australien wahrscheinlich auch nicht. Das kann ich für meinen Teil einfach nicht begreifen.
Ich will damit ja niemanden angreifen, die einen haben die Möglichkeit und die anderes nicht. Nur es gibt eben noch die jenigen die sagen ok ich bekomme es und muss auch nix dafür zurück geben, weil ich das ja so oder so bekomme. Dann gibt es aber wiederrum die menschen, die sagen ok ich bin froh das ich es bekommen und habe Glück das es so ist, aber ich mache trotzdem noch gerne etwas dafür. Sei es für die Eltern oder eben freiwilligen Arbeit- eben irgendwas und sowas finde ich wiederum in Ordnung. So wie ich es gesagt habe, hat sich das vielleicht so angehört, als wollte ich alle, die so etwas finanziert bekommen über einen Kamm scheren. Also nein ich unterscheide da schon ;)!

Und zu Tofi: Das ist mir echt zu primitiv.
Tut mir leid, dass ich das so sagen muss, aber DAS ist meiner Meinung nach einfach unterste Schublade und nein - Ich wäre niemals eifersühtig auf jemanden der den ganzen Kram finanziert bekommnt und es für selbstverständlich hält. Ich würde mich neben ihn stellen und einfach nur stolz auf mich sein, denn ich habe wirklich etwas geschaft und das mit einer Einstellung für die so eine Person einfach viel zu gut ist. Wenn jemanden eifersüchtig sein kann, dann Personen mit so einer schlechten Einstellung zum Leben.

So eine Einstellung ist wirklich unreif und dann ist es kein Wunder, dass viele behaupten mit 20 (oder halt noch etwas jünger) ist man zu jung fürs Work and Travel ;).
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Beitragvon Jinx » 06.11.2009 - 20:29

Tut mir leid, dass ich das so sagen muss, aber DAS ist meiner Meinung nach einfach unterste Schublade und nein - Ich wäre niemals eifersüchtig auf jemanden der den ganzen Kram finanziert bekommt und es für selbstverständlich hält. Ich würde mich neben ihn stellen und einfach nur stolz auf mich sein, denn ich habe wirklich etwas geschafft und das mit einer Einstellung für die so eine Person einfach viel zu gut ist. Wenn jemand eifersüchtig sein kann, dann Personen mit so einer schlechten Einstellung zum Leben.


Danke. DAS kann ich dann auch mal unterschreiben...
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Beitragvon Tofi » 06.11.2009 - 20:51

hellyrose hat geschrieben:Ich wollte damit niemals sagen, dass es schlecht ist, wenn man von zu Hause aus unterstütz wird - also finanziell - nur ich meinte die jenigen, die wirklich nie etwas machen und und in Australien wahrscheinlich auch nicht. Das kann ich für meinen Teil einfach nicht begreifen.


Ich persönlich würde meinem Vater den Krieg erklären wenn ich trotz der Millionen auf dem Konto zusammen mit lauter deutschen Abiturienten Orangen pflücken müsste.

Wozu soll das gut sein? Drecksarbeit ist gut für den Charakter? Warum bewerbt ihr euch dann nicht als Müllsammler in Kalkutta wenn das so toll ist?

aber ich mache trotzdem noch gerne etwas dafür.


Wozu? Wer arbeitet den schon gern? Von allen Leuten die ich kenne - vom Arbeiter bis zum Geschäftsführer - arbeitet keiner gern. Nur wegen der Kohle steht man morgens auf und lässt sich den Tag klauen.

Und zu Tofi: Das ist mir echt zu primitiv.


Ja ja, ich kann einfach nur lachen wenn jemand behauptet er sei nicht eifersüchtig auf jemanden der sich ohne Arbeit ein schönes Leben machen kann. Wers glaubt.

Ich würde mich neben ihn stellen und einfach nur stolz auf mich sein, denn ich habe wirklich etwas geschaft


Fruit Picking ist natürlich eine tolle Leistung auf die man stolz sein kann
:roll:
Es ist primitive Drecksarbeit, die kein Mensch toll findet. Wenn du das für dich toll findest kannst du das gern machen. Gibt ja auch Leute die bezahlen fürs Ausgepeitscht werden.

So eine Einstellung ist wirklich unreif und dann ist es kein Wunder, dass viele behaupten mit 20 (oder halt noch etwas jünger) ist man zu jung fürs Work and Travel ;).


Ich bin bestimmt keine 20 mehr und war auch leider nie in der Situation dass mein Vater Millionen auf dem Konto gehabt hätte. Hab es über Jahre aber trotzdem verstanden Arbeit auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und mir die Welt anzuschauen.

Arbeit ist scheiße, da stimme ich der APPD voll zu.
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Beitragvon lara1 » 07.11.2009 - 14:02

Wow jetzt muss ich aber auch mal was sagen.

@Tofi, also das finde ich schon ziemlich extrem was du da von dir gibst. Sicher ist Fruitpicking kein toller Job, darum geht es doch hier auch gar nicht. Es geht darum, dass man dafür arbeitet die Erfahrung eines W&T in Australien machen zu können und lernt den Taler zu ehren.

Und bitte verallgemeiner nicht, dass Arbeiten scheiße ist, ich gehe sehr gerne Arbeiten und es macht mir Spaß. Ich fände es den absoluten Horror, wenn ich den ganzen Tag nichts Produktives zu tun hätte. Sicherlich wünscht sich der ein oder andere mal ein paar fette Millionen auf dem Konto, für mich wäre das aber kein Grund mir einen faulen Lenz zu machen. Und die meisten Leute müssen nun mal arbeiten für ihren Lebensunterhalt. Tu mir doch bitte mal einen Gefallen und reise mal nach Afrika oder Südamerika, oder meinetwegen zum Müllsammler in Kalkutta und erkläre ihm mal wie primitiv und sch... du seine Arbeit findest und dann hör dir mal an warum er das machen muss und wie er seine Kinder am nächsten Tag ernährt. Und das nächste mal wenn du eine Orange ist, kannst du ja mal an die Person denken, die die gepflückt hat und dir dadurch ermöglicht hat, dass du sie essen kannst. Und generell tu das mal bei allen Dienstleistungen die du in Anspruch nimmst. Und hör auf zu verallgemeinern, dass alle Leute Arbeiten sche... finden, das ist so nämlich gar nicht. Ich kenne sehr viele Leute denen ihre Arbeit richtig Spaß macht. Vielleicht hast du einfach das falsche für dich rausgesucht oder bist einfach nur faul.
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Beitragvon Krille » 07.11.2009 - 14:56

Tofi hat geschrieben:Ich persönlich würde meinem Vater den Krieg erklären wenn ich trotz der Millionen auf dem Konto zusammen mit lauter deutschen Abiturienten Orangen pflücken müsste.

Wozu soll das gut sein? Drecksarbeit ist gut für den Charakter? Warum bewerbt ihr euch dann nicht als Müllsammler in Kalkutta wenn das so toll ist?

Natürlich ist "Drecksarbeit" gut für den Charakter. Es holt einen auf den Boden der Tatsachen. Es geht nicht darum, diese Arbeit auf Dauer zu machen, es geht ganz einfach darum, sich bessere in andere Menschen hineinversetzen können. Menschen, die vielleicht nicht das Glück hatten in der 1.Welt einen Abschluss zu machen und die am Existenzminimum leben. Man weiß am ende des Tages auch, was man geleistet hat und ist stolz darauf!
Ich denke, Müllsammler in Kalkutta wäre genau das richtige für dich!
Wozu? Wer arbeitet den schon gern? Von allen Leuten die ich kenne - vom Arbeiter bis zum Geschäftsführer - arbeitet keiner gern. Nur wegen der Kohle steht man morgens auf und lässt sich den Tag klauen.

Ich weiß schon seitdem ich 11 bin, was ich werden will. Und ich mache diese Arbeit schon privat als Hobby. Ich kann mir ganz und gar nicht vorstellen, dass diese Arbeit mir keinen Spass machen wird.
Natürlich gibt es momente, wo man nicht arbeiten will, weil es grade sehr langweilig zu geht oder weil man grade sehr viel Stress hat. Aber sowas gehört dazu. Es würde sonst auch keinen Spass machen.
Ja ja, ich kann einfach nur lachen wenn jemand behauptet er sei nicht eifersüchtig auf jemanden der sich ohne Arbeit ein schönes Leben machen kann. Wers glaubt.

Vielleicht ist man eifersüchtig, weil man dann weniger Sorgen hat. Aber ein Leben zu führen, ohne etwas geleistet zu haben, ist einfach nur erbärmlich. Ich würde mich nicht gerne auf dem Geld meiner Eltern ausruhen wollen, das ist definitiv asozial. Und ich finde, ein Mensch, der nur von den Millionen seiner Eltern lebt, ist ein Mensch, auf den die Menschheit getrost verzichten kann!
Fruit Picking ist natürlich eine tolle Leistung auf die man stolz sein kann
:roll:
Es ist primitive Drecksarbeit, die kein Mensch toll findet. Wenn du das für dich toll findest kannst du das gern machen. Gibt ja auch Leute die bezahlen fürs Ausgepeitscht werden.

Fruit Picking ist eine Leistung auf die man stolzer sein kann, als nichts zu machen, was produktiv wäre.
Es ist vllt eine primitive Arbeit, aber sie muss auch gemacht werden. Sich auf seiner Intelligenz oder Abschluss auszuruhen ist schon sehr arrogant und wird einem nichts nützen.
Ich bin bestimmt keine 20 mehr und war auch leider nie in der Situation dass mein Vater Millionen auf dem Konto gehabt hätte. Hab es über Jahre aber trotzdem verstanden Arbeit auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und mir die Welt anzuschauen.

Arbeit ist scheiße, da stimme ich der APPD voll zu.


Dass Arbeit scheiße ist, ist deine subjektive Meinung, ich würde sagen, du hast den falschen Beruf gewählt.

Ich bin zwar auch sehr faul, aber die Einstellung dürfte sich, sobald ich in NZ bin, schnell ändern..

Arbeit ist ein Stück der Selbständigkeit. Wer nicht arbeitet, ist immer irgendwie abhängig von anderen Personen...
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Beitragvon hellyrose » 08.11.2009 - 16:45

Man weiß am ende des Tages auch, was man geleistet hat und ist stolz darauf!
Ich denke, Müllsammler in Kalkutta wäre genau das richtige für dich!

Vielleicht ist man eifersüchtig, weil man dann weniger Sorgen hat. Aber ein Leben zu führen, ohne etwas geleistet zu haben, ist einfach nur erbärmlich. Ich würde mich nicht gerne auf dem Geld meiner Eltern ausruhen wollen, das ist definitiv asozial. Und ich finde, ein Mensch, der nur von den Millionen seiner Eltern lebt, ist ein Mensch, auf den die Menschheit getrost verzichten kann!

Fruit Picking ist eine Leistung auf die man stolzer sein kann, als nichts zu machen, was produktiv wäre.
Sich auf seiner Intelligenz oder Abschluss auszuruhen ist schon sehr arrogant und wird einem nichts nützen.


Danke, genau meine Meinung (lara1 stimme ich auch zu) :)!

Ich glaube hier hat jemand einfach nicht den Sinn von Work and Travel verstanden ;).

Soo und jetzt mal wieder zurück zum Thema :).
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Beitragvon Rando » 20.12.2009 - 03:53

Also ich muss auch mal meinen Senf dazu geben.
Ich bin 21 und kriege auch alles von meinen Eltern bezahlt.
Doch versuche ich hier mich so gut wie es geht weiter zu entwickeln.

Habe in Bundaburg fuer 1, 60 pro Bucket gearbeitet
mache grade einen volunteering job in sydney mit Kindern und kriege keinen Cent dafuer.

Auch wenn ich hier viel abgezockt wurde grade in Bundaburg muss ich sagen es war eine Erfahrung wert.
Es ist nicht schlimm dehn ganzen Tripp von seinen Eltern finaziert zu bekommen es kommt halt drauf an was man daraus macht.
Grade dadurch dass meine eltern mir einiges finaziert haben habe ich hier gelernt mich selber zu erziehen und selber fuer meine Persohnlichkeits entwicklung verantfortlich zu sein
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Beitragvon Blade » 23.12.2009 - 13:25

@Rando

riesengroßer Schwachsinn, erst wenn du merkst, dass du diesen Job jetzt durchziehen musst, sonst kommt da nichts, entwickelst du dich weiter.

Ist wie beim Marathon, wenn du immer nur 20 km gelaufen bist und dann die möglichkeit hast diene eltern den rest laufen zu lassen, wirst du niemals selbst die gesamte strecke laufen können.

Es ist nichts schlimmes daran von den Eltern unterstützt zu werden, wenn ich Geldprobleme haben sollte, würde ich auch nen zinslosen kredit von meinen Eltern bekommen. Aber weißt du eigentlich, was für ein unbeschreibliches Gefühl es ist, sage zu können man hat sich seinen führerschein selbst bezahlt, man hat sich sein auto selber gekauft, man hat sich eigentlich alles was man überhaupt hat, selber finanziert und das schon in Jungen Jahren. Also muss wirklich sagen, ich arbeite seit meinem 13 Lebensjahr nebenbei und jeder dieser Jobs hat mich weiter gebracht, da ich durchhalten musste, nicht sagen konnte ich breche nach dem ersten Tag ab wie manche andere. Habe auch genug erlebt die in der selben Fabrik gearbeitet hatten, nen leichteren Job hatten und dann Mama und Papa angerufen haben, sie können nicht mehr und sind abgehauen. Sie wusste Mama und Papa finanzieren es dann. Wenn die Eltern Studiengebühren bezahlen oder auch die Miete zu einer Wohnung kann ich das noch gut heißen, aber wenn sie anfangen nen längeren "Urlaub" zu finanzieren, frag ich mich warum, dann sollen sie die Kinder nach Malle für 2 Wochen schicken.

Manchmal muss man im Leben einfach durchhalten und die Zähne zusammenbeißen.
Und diese Erziehung meiner Eltern hat mir nie geschadet, bin froh das sie es so gemacht haben.

Und ich liebe es zu arbeiten, es kommt auf die eigene Einstellung an und natürlich welchen Beruf man hat. Kann mir nicht vorstellen 6 Monate nur rumzureisen und sonst nichts zu tun, ich will doch irgendwann auch mal was anpacken und bewegen und stolz auf etwas sein!

mit diesen worten ein schönes Weihnachtsfest :-)
Wenn du jemals das Gefühl hast, dir bei etwas doof vorzukommen, dann tue es einfach!

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Beitragvon Rando » 24.12.2009 - 02:08

Also erstens werde ich jeden Cent meinen Eltern zuruckzahlen.
zweitens hat Persohnlichkeitsentwicklung nicht nur was mit dem Arbeiten zu tun.
Drittens weisst du eigentlich was persohnlichkeitsentwicklung ist?
ich bin hier durch die tiefsten kriesen gegangen dachte mir sch****[i](fieser Fluch)[/i] gleich schmeisst du das handtuch, doch das problem wehre gewesen wenn ich zuruckgekommen wehre hatten mich daheim alle als versager betrachtet.
ich habe vorher zwei Ausbildungen gemacht eine zum Sozilalhelfer und eine zum Erzieher ja wohl auch ich habe schon vor her gearbeitet.
Nur weill einem die Eltern was dazu tun heisst es nicht dass man verwohnt ist.
Solche Ausagen zeigen einfach nur wie manche leute keine Ahnung von Entwicklung des menschen haben.
ich haette locker mich an der Ostkuste Verwohnen koennen, doch habe habe ich z.b die Whitsundays nicht gemacht weil es zu teuer war.
Das heisst dass was ich mit dem geld meiner Eltern mache ist mir nicht egal ich achte sehr gut drauf und kann fuer mein Alter auch schon gut mit geld umgehen. Und wie gesagt auch wenn es meine Eltern nicht wollen werde ich es meinen Eltern zuruckzahlen.
ich hoffe dieses Komentar von mir hat einiges hier gezeigt dass es auch leute gibt die mit dem Geld ihrer Eltern umgehen koennen und nicht nur die ganze zeit von party zu party stormen.

frohes Weinachten

im ubrigen musste ich in den letzten tagen festellen das weinachten ohne die Familie auch eine Persohnlichkeitsentwicklung ist
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Beitragvon Blade » 24.12.2009 - 02:35

1. ok
2. Ja ich weiß was Persönlichkeitsentwicklung ist, sogar sehr gut!
3. Frohe Weihnachten

P.S. bitte ändere doch das wort "wehre" in die korrekte Schreibform "wäre"
Wenn du jemals das Gefühl hast, dir bei etwas doof vorzukommen, dann tue es einfach!



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Beitragvon sand » 24.12.2009 - 03:25

Inwiefern sich die Persoenlichkeit entwickelt, wenn man ohne Eltern Weihnachten feiert, musst du mir aber nochmal erklaeren....
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Beitragvon Rando » 25.12.2009 - 01:06

Das erste mal Weinachten ohne die Eltern ist eine neue Erfahrung.
Das erste mal sitzt man nicht gemeinsam mit der Familie am Weinachtsbaum
Das erste mal gibt es vielleicht Mc Donalds zum Weinachtsessen und kein Fisch etc ( Auch wenn es gestern bei mir ein Grillabend gab)
Es ist einfach eine Umstellung man lernt eventeull Weinachten zu schaetzen und was gemeinsam mit der Familie zu unternehmen.
mag nicht fuer jeden zu treffen aber fuer einige schon, wenn ich bedenke dass ich hier auf leute getroffen bin die nur wegen weinachten fruher nach hause geflogen sind, wehren diese Leute Weinachten hier geblieben glaube ich schon dass es eine Irre Erfahrung fuer sie gewesen wehre



P.S Mit der Rechtschreibung habe ich so wie so meine Probleme und wenn dann noch die Englische Tastatur dazu kommt na tolll)
Aber wenn man es so sieht koennte dies auch wieder Persohnlichkeitsentwicklung sein.....XD)
Man sieht also die kleinste kleinigkiet kann zur Persohnlichkeitsentwicklung dienen.

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