Tipps zum Autokauf in Australien, Autounfall, Versicherungen

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koalabaer
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Tipps zum Autokauf in Australien, Autounfall, Versicherungen

Beitragvon koalabaer » 04.09.2007 - 15:32

Tipps zum Thema Autokauf in Australien, Autounfall, Versicherungen und mehr

Da wir innerhalb von einem Jahr gleich zweimal ein Auto kaufen mussten, will ich an dieser Stelle auch einmal unsere persoenlichen Erfahrungen wiedergeben. Warum zweimal ein Auto kaufen? Wir hatten leider einen schweren Autounfall, aber dazu spaeter mehr.

Autokauf - eine Odyssee

Im November 2006 sind wir in Sydney, natuerlich Kings Cross, angekommen und hatten vor, ein Auto zu kaufen. Nach kurzer Zeit war uns klar, dass wirklich nur ein 4WD in Frage kommt. Als erste Anlaufstelle hatten wir dann den Schweizer David bei Travellers Autobarn, weil uns das von so vielen Leuten empfohlen wurde. Er hat es dann auch beinahe geschafft uns einen alten Toyota Landcruiser aufzuschwatzen. Ein netter Kerl, aber zu allererst ein guter Verkaeufer eben. Das ich dann partout auf einer Probefahrt bestand, fand er reichlich albern. Das hat ja noch nie einer gewollt. Ich konterte, dass ich nicht glauben kann das hier nie jemand eine Probefahrt verlangt. Gesagt getan und das Auto entpuppte sich als furchtbare Rumpelkarre. Baujahr 1983, blaumetallic ueberlackiert, sollte schlappe $10000 kosten. Unglaublich. Er sah, dass ich damit ueberhaupt nicht gluecklich war und zeigte uns ein weiteres Modell, Baujahr 1986, welches noch in der Aufbereitung war. Unuebersehbar waren die Schaeden an der Karosserie, die gerade mit Spachtelmasse und Spruehpistole unsichtbar gemacht wurden. Daher bot er uns das Auto zunaechst fuer $11000 an, mit dem Hinweis, das, obwohl neuer, der Body etc. bei dem aelteren Modell besser in Schuss waere. Auf $10000 war er bereit herunterzugehen. Ich war ziemlich ungluecklich mit diesem Preis-Leistungsverhaeltnis. Wir baten uns Bedenkzeit aus, er sagte, dass er die Autos im Null-Komma-Nix sowieso verkauft. Der Blaue war am naechsten Tag weg, angeblich fuer den erwaehnten Preis. Wenig spaeter stand der frisch aufbereitete in neuem Lack da, fuer $12000. Als wir das naechste mal vorbeigingen war er weg, wiederum fuer angeblich diesen Preis. Die meisten Leuten wuerden nicht rumfeilschen. Das klang alles leider glaubhaft.

Auch auf dem Kings Cross Backpackerautomarkt (Kings Cross Car Market) haben wir uns umgeschaut, aber nix Erwaehnenswertes gefunden. Alles ziemlich gruselig. Pustekuchen, ein schon komplett ausgestattetes schniekes Reisegefaehrt zu finden.
Wir sind dann bei zahlreichen Haendlern vorbeigefahren. Doch kaum einer hatte Landcruiser. Und natuerlich haben wir uns Anzeigen in Internet und Zeitungen angeschaut. Aber auch auf dem Privatverkaeufermarkt gab es nur wenig Angebote.

Automarken und Modelle

Also sind wir extrem viele verschiedene Marken und Modelle probegefahren:
-Nissan Patrol: auch bis in die Mitte 90er Baureihen rumpeliges und unkomfortables Fahren, nicht fuer Leute mit langen Beinen zu empfehlen
-Landrover/ Rangerover/Mitsubishi Pajero/Jeep Cherokee: viel preiswerter als Toyota bei juengerem Baujahr, die neueren Jahrgaenge fahren sich oft komfortabel und sind mit viel Schnickschnack ausgestattet, aber zu kurz und klein, um fuer den Durchschnittsmenschen darin zu schlafen und viel Gepaeck und Campingausruestung unterzubringen
-Toyota Landcruiser Troopcarrier: dadurch das er hinten keine Tueren hat, kommt man ohne spezielle Einbauten u./o. Schienensysteme schlecht an seine Sachen ran, schwierige Uebersetzung fuer Fahrten auf den normalen Asphaltstrassen, die den Grossteil einer Australienreise ausmachen, sehr unkomfortabel
-Toyota Landcruiser 60 Series: nicht so stabil wie die Nachfolgerserie, unkomfortabel und unbequem, Leute mit langen Beinen koennen darin nicht gut sitzen ohne blaue Knie (ich bin 1,75m und mein Partner 1,85 m), kommt auf normalen Strassen und bei Steigungen nicht aus dem Knick
- Toyota Landcruiser 80 Series: extrem bequem und komfortabel, faehrt sich so gut wie ein guter PKW, wir fuehlten uns auf Anhieb wohl drin (gilt natuerlich nicht fuer die ungepflegten Exemplare, die wir gesehen haben), leiser als die aelteren Karren, hat gegenueber den anderen und aelteren 4WD ein extrem gutes Unfallsicherheitsrating, das uns zu Nutzen kommen sollte – bald war uns klar, dass nichts anderes in Frage kommt, auch wenn es nicht billig ist; 80 Series mit neuem 4500 Twincam Motor (Einspritzer): ausgezeichnetes Fahren sowohl auf Asphaltstrassen und Offroadstrecken, das extrem viele Kuppeln, was mit anderen Modellen auf 4WD-Strecken noetig ist entfaellt, super Beschleunigungswerte und tolles Fahren am Berg; 80 Series mit Carburettor (Vergaser) Motor: noch etwas schwach auf der Brust, was Beschleunigung angeht, viel kuppeln muss man auch noch, aber weniger, als bei den Vorgaengermodellen

Petrol oder Diesel?

-Wir haben uns letztlich bei beiden Autos fuer Petrol entschieden, auch wenn wir beides Probe gefahren sind. Diesel faehrt sich deutlich unruhiger und ist viel lauter, kostet mehr pro Liter in Oz. Der Anschaffungspreis ist zudem meist hoeher. Ausserdem haben wir uns auch mit verschiedenen Leuten ueber den Verbrauch unterhalten. Ein Paar aus Oesterreich hatte ihr Auto, einen zwei Jahre alten Nissan Patrol Diesel mit allem Luxus ausgestattet, mit nach Oz gebracht. Sie erzaehlten uns, dass dieses neue Auto 15 Liter bei Strassenfahrt nimmt, bei Duenen aus feinem Sand auch schon mal 50 (!) Liter. Die Vorgaenger 4WD, die sie hatten, haetten im Verbrauch noch deutlich hoeher gelegen. Reservekanister sollte man fuer beides immer dabei haben, fuer den Fall der Faelle oder wenn man ausgefallenere Strecken vorhat. Aber letztlich gibt es inzwischen ueberall ausreichend Tankstellen.

Worauf man noch achten sollte

- Vorsicht vor vermeintlich niedrigen Kilometerstaenden! Ein 20 Jahre altes Auto mit nur 200000km auf der Uhr sollte skeptisch machen. Das gibt es auch in kleinen Laendern nicht. Ist erwaehnt, dass es sich um einen Reconditioned Engine handelt, ist es ok. Ansonsten sollte man davon ausgehen, dass am Tacho manipuliert wurde. Soll wohl insbesondere im Norden des Landes oefter vorkommen und dort sind die Strecken erst recht sehr weit. Ansonsten gilt als Faustformel Hubraum (in Litern) mal 100000 ist die Strecke in km, die ein Motor mindestens ohne jegliche Probleme haelt. Z.B. bei unserem Auto mit 4,5 Liter Maschine 450000km. Sicherlich machen diese Motoren auch 700000km ohne Probleme mit.
- Vorsicht auch vor absolut perfektem Lack, der wie neu aussieht. Meist ist es dann nicht mehr der erste und moegliche Schadstellen an der Karosse sind weggemogelt.
- Offroadbereifung (All-Terrain) und Bullbar sollte das Auto haben. Strassenbereifung ist nicht sinnvoll, wenn ihr vorhabt Unsealed Roads zu befahren.

Fuendig geworden

Gut zwei Wochen nach unserer Ankunft haben wir dann doch endlich ein Auto gefunden. Wir sind dafuer extra fuer teuer Geld bis in die Blue Mountains rausgefahren. Und dann hatten wir endlich ein Auto. Zurueck nach Sydney, Kings Cross, wo wir noch ein paar Tage im Hostel gebucht hatten. Da fiel uns auf, dass es mit Parken in dieser Ecke sehr schlecht aussieht. Also mussten wir die naechsten Tage um’s Autoparken planen. Wir sind dann noch mal nach Bondi umgezogen, wo es bessere Parkmoeglichkeiten gibt und auch sonst alles viel angenehmer ist. Vielleicht ein besserer Startpunkt fuer die Reise? Wirklich wertvolle, richtige und brauchbare Informationen haben wir in Kings Cross nicht erhalten. Uns ist aber aufgefallen, dass viele der tollen Tipps fuer Backpacker letztlich nur versteckte Werbebotschaften sind, um die eigenen Waren an den Mann zu bringen, seien es Jobvermittler, Automaerkte und Empfehlungen oder Reiseangebote. Man sollte all dies mit Vorsicht geniessen, um nicht auf Mogelpackungen reinzufallen. Backpacker bedeuten fuer sehr viele Firmen sehr viel Geld.

Ausbau und Ausstattung

Aber zurueck zum Hauptthema. Da war es nun, unser neues Auto. Fehlte nur noch die Innenausstattung. Die hinteren Sitze hatten wir rausgenommen und beim Verkauefer bis auf spaeteres staubsicher eingelagert. Das Bett bauten wir in einem Baumarkt selbst ein. Leider haben wir nicht wie andere Leute, die hier geschrieben haben, gleich einen gefunden, wo wir uns auch Werkzeug ausborgen konnten. Ansonsten haben wir diese Sachen ebenso wie die Vorhaenge etc. aehnlich wie in den anderen Beitraegen beschrieben angebracht.

So ein Auto auszustatten, ist keine einfache Sache und natuerlich hat letzlich jeder so seine eigenen Vorstellung. Aber wir sind bei allem was wir machen auf moeglichst grossem Komfort aus und halten nicht allzu viel von Provisorien. Alle Umbauten koennten wieder aus dem Wagen entfernt werden ohne den Dachhimmel oder aehnliches negativ zu beeinflussen, falls das ein spaeterer Kaeufer wollen sollte. Letztlich dauerte es sicher 8 Wochen bis wir alles beisammen hatten (waehrend dessen waren wir dann natuerlich schon unterwegs). Es faellt einem ja immer noch etwas ein, was man noch gebrauchen koennte. Und recht viele Sachen waren einfach schwierig zu bekommen. Zum Beispiel ein Roofrack. Ausserdem versuchten wir es anfangs noch mit einem Esky (Kuehlbox) zwecks Kuehlung. Recht schnell sollte sich dies als Geldverschwendung herausstellen. Das dauernde Herumhantiere mit Eis und Wasser in der Kuehltruhe machte wenig Spass. Dann versuchten wir gebraucht einen Waeco oder Engel Kuehlschrank zu bekommen (ebay, Tradingpost,...). Aber die Preise waren nicht viel guenstiger als der Neupreis und das Angebot sehr mager. Blieb nur der Neukauf. Wir entschieden uns fuer Waeco, da die Geraete uns sympathischer waren. Da stellte sich dann heraus, das es sich um deutsche Markenware handelt. Interessant. Um die Fridge betreiben zu koennen mussten wir natuerlich beim Autoelektriker eine zweite Batterie samt Verkabelung einbauen lassen. Keine billige Angelegenheit. Die Angebote lagen bei $600 bis $750 inkl. Batterie. Wenn Ihr eine Fridge kauft, achtet darauf, eine mit Kompressor zu nehmen.

Unsere Ausstattung:
-Matratze
-Bettdecke
-Kissen
-Bettwaesche
-Kuechenhandtuecher, Spuelschwaemme, Lappen, Autowaschschwaemme
-2 Campingstuehle
-Campingtisch
-Waeco Fridge/Freezer CF35
-Duschzelt
-Elektrische Dusche
-Solardusche
-2 Zeltstangen
-diverse Planen
-Roof Rack und Roof Basket
-Kompressor (fuer die Reifen bei Panne und Sandfahren)
-diverse Spanngurte und Gummispanngurte
-2 Rhino Roofracks
-Thule Dachbox
-2 Reserveraeder
-grosse Gasflasche
-Gaskocher
-Gaslaterne mit Verlaengerungsstab
-Barbecueaufsatz
-modernes Dualband CB Radio fuer Notfaelle
-EBIRP fuer Notfaelle
-Moskitonetze
-Sonnenschutz
-Eimer
-Schaufel
-diverse Boxen
-reichhaltiges Sortiment an Toepfen, Geschirr und Kochutensilien, da wir gerne kochen
-12V-Leuchtstab
-Taschenlampe
-12V-220V-Spannungsumwandler (Powerconverter)
-Steckerleisten und Adapter
-Feuerloescher
-Werkzeug
-Picknick-Decke
-Waeschestaender, Klammern, Leine
-diverse Campingfuehrer und Kartenmaterial
-Reifenreparaturkit
- und diverse andere Sachen, die mir gerade nicht einfallen

Autounfall

Wir fuhren mit unserem Auto froehlich durchs Land und hatten auch noch einmal gutes Geld in Reparaturen und Service gesteckt (an einem altem Auto findet man immer was und wir lassen lieber alles perfekt in Ordnung bringen, bevor Probleme auftreten).
Ich fuhr auf einem Highway knapp 3 Stunden vor Melbourne. Hinter einer Bergkuppe sah ich mit Entsetzen, ein anderes Auto aus einer Seitenstrasse direkt vor mir kommen.
Ich habe zwar sofort vollgebremst, aber es gab kein entkommen. 5 Meter Bremsweg sagt der Polizeibericht. Links gings es einen steilen Abhang herunter, rechts der Strasse ein Boeschung hinauf. Zum Glueck habe ich instinktiv ganz leicht nach rechts gezogen. Wir hatten sehr grosses Glueck im Unglueck. Oftmals ueberschlagen sich 4WDs und die Insassen sind tot. Haette an dieser Stelle leicht passieren koennen. Aber es war ein Wunder. Beide Autos waren extrem beschaedigt, so, wie man das aus Zeitungsberichten mit „alle Insassen tot“ kennt, Totalschaden sowieso. Der Unfallverursacher, ein Holden Commodore, war als solcher nicht mehr zu erkennen, nur noch ein trauriger Haufen Blech. Dessen Beifahrer, der der Polizei zum Glueck sofort gesagt hat, dass wir nicht Schuld sind, hatte keine Schramme. Der Fahrer hatte lediglich einen unkomplizierten Fussbruch. Airbag sei dank. Weder Polizei noch Ambulanz konnten es glauben. Diese Unfallstelle war so beruechtigt, dass bereits an einer Umgehung gebaut wurde. Uns hat unser 80 Series Landcruiser das Leben gerettet, sagten die Leute am Unfallort. Da man mit so schoen viel Platz sitzen kann, hatte mein Beifahrer nur einige blaue Flecke. Nur ich musste fuer eine gute Woche in Krankenhaus, da leider der Airbag fehlt. Meine Beine und saemtliche andere Koerperteile waren arg geprellt. Aber da vorn so viel Platz ist, sind meine Beine etc. heute noch intakt. Beim aelteren Modell haette ich extrem schwere Verletzungen davongetragen, wurde mir gesagt. Die dicke Bullbar war aber uebrigens komplett weggebroeselt. Und auch sonst sah alles extrem schlimm und kaputt aus.

Versicherungen

Ich kann allen nur dazu raten, wenn moeglich, eine Full Comprehensive Insurance (Vollkasko) abzuschliessen, z.B. beim NRMA, statt einer Third Party Property Insurance. Schliesst keine spezielle Versicherung fuer Traveller ab (z.B. bein Kings Cross Car Market). Die sind fuer das, was sie bieten unverschaemt teuer. Versucht die „normalen“ Versicherungsunternehmen. Allerdings braucht Ihr dazu eine Wohnanschrift. Sicher laesst Euch jemand, den Ihr kennenlernt, seine Adresse verwenden.
Warum Full Comprehensive? Nachdem wir unser erstes Auto nur zwei Wochen hatten, ist uns jemand auf einem Parkplatz ins Auto gefahren und hat Fahrerflucht begangen. Zum Glueck hat es jemand beobachtet. Wir sind also zur Polizei und die haben den Fall aufgenommen. Und uns mitgeteilt, das die Sache nicht strafbar ist und man a) nie weiss, ob derjenige ueberhaupt versichert ist und b) ist derjenige auch nicht verpflichtet, seine Versicherung zu bemuehen. Falls der Unfallverursacher keine Lust hat zu bezahlen, hat man nur die Moeglichkeit ueber langwierige Zivilprozesse zu versuchen, zu seinem Recht zu kommen. Hat man Full Comprehensive uebernimmt die eigene Versicherung die ganzen Scherereien und wendet sich an die gegnerische. Falls man diese nicht hat, kann man nur hoffen, dass der Unfallgegner mit sich reden laesst. Ausserdem ist auch nicht genau geregelt, was die Versicherung dann bezahlen muss. Das ist grossteilig Verhandlungssache und Ermessenssache des jeweiligen Sachbearbeiters. Logisch, dass die Sache besser aussieht, wenn die eigene Versicherung mit der gegnerischen
verhandelt und alle Querelen uebernimmt. Um den relativ kleinen Schaden, den eine aeltere Frau an unserem Auto verursacht hatte, behoben zu bekommen, haben wir 2,5 Wochen benoetigt. Die Frau war nicht gerade kooperativ. Sie hat uns ja nur ein wenig „gestreift“. Aber es gab ja zum Glueck Zeugen.
Nach dem grossen Unfall dauerte es etwa drei Monate, bis alles restlos geklaert war. Insbesondere ist es schwierig, persoenliche Gegenstaende, Gepaeck und Ausruestung, die nicht direkt zum Auto gehoeren, ersetzt zu bekommen. Davon muss naemlich nichts ersetzt werden. Also kann man froh sein, ueber das, was man bekommt. Den Rest koennte man dann wieder ueber Zivilklage vom Unfallgegner direkt einklagen. Viel zu langwierig und kompliziert fuer Reisende. Ach ja, Schmerzensgeld gibt es auch nicht zumindest in VIC). Erst bei ueber 30% Behinderung, koennte man das wiederum vom Unfallgegner einklagen.
Nach dem Unfall haben wir das neue Auto also Full Comprehensive versichert und empfehlen es auch jedem anderen. Ist zwar teurer, aber im Schadensfall sehr lohnend (natuerlich wird uns jetzt wohl nicht nochmal was passieren, wie ich hoffe).

Zwischen diesen beiden Ereignissen hatten wir einen Ausflug zusammen mit einem Freund in dessen Auto gemacht. In das Auto wurde eingebrochen (Scheiben eingeschlagen) und alles interessante und greifbare rausgeklaut. Die Polizei hat den Fall aufgenommen, den Dieb nie gefasst. Die Schaeden am Auto haette eine Full Comprehensive abgedeckt. Die Reisegepaeckversicherung hat uns etwas ersetzt., z.B. Rucksack. Dafuer war es wichtig, den Fall der Polizei zu melden.

Das zweite Auto

In Melbourne, wo ich im Krankenhaus war, mussten wir also anschliessend ein zweites N
Mal auf Autosuche gehen. Da wir beide ueberzeugt sind, dass uns dieses Auto das Leben gerettet hat, kam auch kein anderes als ein Toyota Landcruiser 80 Series in Frage. In Melbourne sind diese Autos noch seltener (gefragter) und daher auch teurer. Unheimlich viele Leute fahren das Auto. Wir brauchten mehr als 4 Wochen, um ein neues Reiseauto zu finden. Furchtbar viele haben wir uns angeschaut. Der Grossteil war in erschreckendem Zustand. Andere waren weg, bevor wir sie sehen konnten. Ihr wuerdet Euch wundern, was so alles makellos sein soll, ganz zu schweigen vom technischen Zustand. Wir wurden sehr verzweifelt. Wieviele Kilometer wir mit Mietwagen verfahren haben, ist unglaublich.Von Privat gab es nur Autos in schlechtem Zustand. Uns war schon lange klar, was fuer ein tolles Auto wir mit unserem ersten gehabt hatten, trotz einiger Reparaturen. Mit denen muss man halt immer rechnen, egal ob das Auto nun 5 oder 15 Jahre alt ist, und die sagen nicht unbedingt etwas ueber den Zustand eines Autos aus. Und natuerlich muesste man ja nicht alles reparieren lassen, das ist ja Ansichtssache. Jedenfalls, hatte der Verkaeufer damals in NSW recht gehabt, es war super gepflegt und klasse fuer sein Alter gewesen.
Schliesslich erspaehten wir ein Auto, was auch optisch viel besser aussah als die anderen, die wir bisher gesehen hatten, bei einem Haendler, der hatte es gerade als Trade-in bekommen. Ein Landcruiser 80 Series, Baujahr 1993 mit 4500 Twincam Motor. Mit Roadworthy und Gerauchtwagengarantie hatten wir das Auto fuer $17000 bei anderen Haendlern gesehen. Ueberhaupt waren die Haendlerpreise extrem. Er hat uns dann angeboten, das Auto ohne Rego wie gesehen fuer einen geringeren Preis zu kaufen. Wir haben uns darauf eingelassen, da wir ein gutes Gefuehl hatten. Uns war klar, das wir erstmal viel Geld reinstecken muessen. Schliesslich haben wir das Auto in die Werkstatt bringen lassen. Der Mechaniker sollte das Auto intensiv testen und alles reparieren, was er finden kann, sowie das Auto servicen, damit es fuer eine lange Reise bereit ist. Leider war natuerlich so einiges reparaturbeduerftig, angefangen bei den Bremsen. Aber der Mechaniker meinte, es waere ein sehr gutes Auto. Sicherlich ist das Auto hauptsaechlich in der Stadt benutzt worden, was ja unglaublich schont. Natuerlich hat aber der letzte Besitzer keine Reparaturen mehr ausfuehren lassen, da er sich ja eh ein neues gekauft hat. Letztlich haben wir mehrere Tausend Dollar ausgegeben, zumal auch in dieses Auto wieder eine zweite Battery fuer unseren Kuehlschrank musste. Leider konnten wir keine Teile aus dem Unfall-Auto verwenden, da es dafuer einfach zu schwer beschaedigt war (Frontalcrash). Aber wir waren sehr zufrieden, da wir wussten, dass wir nun ein Auto in Topzustand haben. Natuerlich mussten wir viele Ausruestungsgegenstaende wieder neu kaufen, da sie beim Unfall beschaedigt wurden waren. Da es in das Autowrack reingeregnet hat, sogar die Matratze. Allerdings haben wir eine dickere, besonders bequeme gekauft.

Regelmaessiger Service ist wichtig

Wir haben unsere Autos regelmaessig zum Check und Service in die Werkstatt gebracht. Aber Achtung, einige Werkstaetten (und Verkaeufer) verstehen unter Service nicht viel mehr als einen Oelwechsel – es sollte immer auch ein mechanischer Check dabei sein. Besonders vor Antritt Eurer Reise ist ein grosser Check sinnvoll. Falls was ist, wuerde man es bemerken, bevor es ein Problem ist. Wir sind zuerst durch Tasmanien gefahren. Bevor es dann nach Adelaide weiterging, haben wir in Melbourne nochmal servicen lassen. Dasselbe, bevor wir von Adelaide Richtung Westen gefahren sind, von Perth Richtung Norden und jetzt noch einmal, bevor wir von Katherine weiterfahren. Das gibt einem ein gutes Gefuehl. Z.B. kann man zum RAC (der australische Automobilclub, der in jedem Staat anders heisst, z.B. NRMA in NSW, RACV in VIC, etc.) oder seinen Vertragswerkstaetten gehen. Bei allen Werkstaetten gilt, dass man manchmal durch Barzahlen die GST sparen kann, dann bekommt man jedoch meist kein Receipt. Ab und an waschen und pflegen ist auch lohnenswert.

Ersatzteilkit und Wartung unterwegs

Immer dabei haben sollte man auch ein Ersatzteilkit (z.B. Alternator, Fan, Airconbelt; Radiatorhose, Airfilterhoses, etc.). Wie Freunde von uns leidvoll erfahren mussten, ist es eine Maer, dass man ueberall die gaengigsten Ersatzteile fuer Landcruiser bekommt und einem jede Hinterhofwerkstatt das Auto repariert. Keine kleine Werkstatt legt sich diese Ersatzteile hin. Das Bestellen kann eine Woche dauern. Meistens sind diese Plaetze auch immer extrem ausgebucht und haben nicht unbedingt Interesse, jedem Reisenden zu helfen. Da sollte man sich nicht auf Hilfsbereitschaft verlassen. Und die Roadside-Assistance vom Automobilclub ist z.B. in den Kimberleys nicht viel wert. Abschleppen vom Mitchell Plateau nach Derby kostet wohl $ 3000. Aehnliches hatten wir auch von erfahrenen Reisenden gehoert. Aber angeblich haben die Australier ja sowieso alle so ein Ersatzteilkit dabei. Ausserdem wichtig: alle 5000 km den Luftfilter reinigen und jeden Tag alle Fluessigkeiten, insbesondere Oel kontrollieren. Davon sollte man natuerlich auch Reserve dabei haben.

Registrierung

Was ist der beste Bundesstaat, um sein Auto anzumelden? Traveller’s Autobarn erzaehlt einem Western Australia. Das ist richtig, solange es schon dort angemeldet ist. Verschwiegen wird, dass WA die Fahrzeuge den haertesten technischen Pruefungen (Roadworthy) in ganz Australien unterzieht. Es wird mehr gemacht und gecheckt als beim deutschen TUEV. (Allerdings nur bei der Anmeldung, ist das Auto einmal angemeldet war’s das.) Das Roadworthy macht in WA auch nicht wie in anderen Staaten irgendein Mechaniker, sondern eine spezielle staatliche Pruefstelle. Bei uns ist der Kollege sogar auf der Strasse Probe gefahren, Bremstests etc. gab es auf dem Pruefgelaende. Selbst die Fenster wurden ueberprueft. Ausserdem ist es nicht unueblich, dass man ewig auf die Pruefung wartet. Unser Auto hat alles ohne Probleme ueberstanden. Vorher haben wir es beim RAC checken lassen. Auch einen Immobilizer (Wegfahrsperre) haben wir einbauen lassen, da das in WA Pflicht ist. Dabei muss man darauf achten, dass diese Government approved ist. Ist das Auto dann einmal in WA angemeldet, wird es einfach: man kann die Rego ueber Internet verlaengern (siehe auch Beitrag ueber Autokauf in Perth). Also das Praktischste fuer den Reisenden ueberhaupt. In anderen Staaten geht das nur vor Ort. Das hatten wir ja schon durch mit unserem ersten Auto, das wir in NSW angemeldet haben. Letztlich ist es uebrigens egal mit wieviel Rego man ein Auto kauft. Solange man nicht nur kurze Zeit damit rumfaehrt, muss man diese ohnehin verlaengern. Fuer Privatpersonen geht das in allen Staaten ausser in WA und SA nur fuer ein volles Jahr. (Dafuer muss man auch jeweils die Personenversicherung wieder neu bezahlen - z.B. in NSW Greenslip, der bei mehreren Versicherungen erhaeltlich ist, in VIC und WA ist diese Versicherung automatisch in der Rego mit drin.) In WA geht die Registrierung auch fuer kuerzere Zeiten. Zudem ist es in WA am billigsten. Das Roadworthy in Victoria gilt als das zweithaerteste in Australien. Danach folgt Queensland.

Wer uebernimmt Krankheitskosten bei einem Verkehrsunfall?

Dafuer gibt es in Australien in jedem Staat oeffentliche Behoerden. Die Regeln unterscheiden sich etwas. In VIC ist es die TAC. Welche Kosten genau uebernommen werden ist nicht so genau geregelt. Zumindest werden alle Behandlungskosten voll uebernommen. Allerdings ist es ein sehr grosser buerokratischer Aufwand. Man hat noch Anspruch auf weitere Leistungen, z. B. Ersetzen einer Brille bis zu einem bestimmten (recht geringen) Wert. Als nicht-Australier wird einem aber alles schwerer gemacht. Zum Beispiel habe ich im Krankenhaus nicht alle notwendigen Unterlagen erhalten und hatte daher unnoetige Schwierigkeiten. Sobald bei mir der Fall vollstaendig geregelt ist, schreibe ich mehr Informationen zu diesem Thema.

Es handelt es sich bei allem hier Geschriebenen um unsere persoenlichen Erfahrungen und Ansichten, die wir hier nach bestem Wissen und Gewissen wiedergeben.Ich hoffe, ich kann dem ein oder anderem damit helfen.
Oben erwaehntes Auto wollen wir uebrigens im Oktober 2007 in Brisbane (voraussichtlich) verkaufen. Falls Ihr Fragen dazu habt, schreibt mir gern eine E-Mail an isabelweber@yahoo.com oder ruft an unter +61420388534. Vielleicht dauert es ein wenig laenger bis ich antwortete, da wir noch unterwegs sind, aber ich melde mich auf alle Faelle.
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Beitragvon no idea » 23.08.2010 - 16:32

mal eine Frage zu 1)
Wie viel Geld habt ihr für die KFZ Geschichten ausgegeben?

Einen Service vor jeden Strecken Abschnitt etc. halte ich schon für ziemlich viel (mal ganz abgesehen von meinem Amateur KFZ Wissen)..
cocacola-light
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Beitragvon cocacola-light » 24.08.2010 - 11:04

Der eine kauft für $500 ein Auto und fährt damit tausende von KM ohne Probleme (ok, nicht sehr wahrscheinlich *fg*), der andere gibt $15.000 für den Wagen aus und hat jeden Tag Reparaturen, vom Reifenplatzer über die Zylinderkopfdichtung bis zum Motorschaden. Denn seien wir mal ehrlich, für $15.000 bekommt man auch "nur eine alte Kiste" :lol:

Wie du siehst, ist alles ganz individuell. Die einen haben Glück, die anderen nicht. Klar ist es von Vorteil, wenn man einen guten Check vor dem Kauf macht. Aber eine Garantie ist es noch lange nicht. Man schaut dem Wagen nur "vor den Kopf", aber wie es im Motor aussieht, weiß man nicht...

Somit hilft es dir nicht, wenn dir jemand die Summe X an den Kopf wirft. Du wirst definitiv mehr oder weniger ausgeben :wink: Schau was dein Budget ist, kauf danach ein Auto. Rechne aber mit (auch mal höheren) Reparaturen. Du fährst in DU nicht nur Brötchen holen, sondern tausende oder gar zehntausende von KM. Da geht mal was bei den alten Kisten kaputt!

no idea hat geschrieben:Einen Service vor jeden Strecken Abschnitt etc. halte ich schon für ziemlich viel


Kommt immer drauf an, was du vor hast. Mit einem Auto die Ostküste entlang, wo alle 10 Minuten eine Stadt kommt? Dann ist Service "nicht so wichtig". Hast du einen Geländewagen und willst ins Outback? Dann halte ich den Service für seeehr wichtig! Oder willst du riskieren, hunderte von $$$ fürs Abschleppen zu zahlen? Mal davon abgesehen, dass die Mechaniker im Outback dann eventuell Teile bestellen müssen (was dauern kann) und viel teurer sind, als bei der Masse an Mechanikern, die du in einer Stadt findest. Außerdem kann eine kleine Reparatur/Service oft einem großen/teuren Schaden vorbeugen (z.B. regelmäßiger Wechsel von Öl und Filter,...).

Man sollte halt nicht am falschen Ende sparen :razz:
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Beitragvon no idea » 24.08.2010 - 11:49

Hmmmm wenn der Service in Australien nur die typischen Teile überprüft wie auch hier in Deutschland: Luftfilter, Ölfilter, Wasser, Kühler, Bremsen, Bremsflüssigkeit blabla... dann weiß ich an was ich sparen kann.


P.s: Auch Leute, die sonst nichts mit KFZ am Hutz haben können sowas schnell lernen;) Machen lassen kann mans trotzdem aber bei dem was ich hier über Australische Werkstätten lese kann ich nur sagen, dass es sich lohnen kann alleine das Know-How zum überprüfen der Arbeit zu haben;)
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Beitragvon Asphalaen » 24.08.2010 - 12:05

no idea hat geschrieben:mal eine Frage zu 1)
Wie viel Geld habt ihr für die KFZ Geschichten ausgegeben?

Einen Service vor jeden Strecken Abschnitt etc. halte ich schon für ziemlich viel (mal ganz abgesehen von meinem Amateur KFZ Wissen)..


Man kann's wirklich nicht festmachen.

Wir (meine Freundin und ich) haben uns im August 2008 für 2000$ nen Falcon gekauft, sind damit knappe 23.000km gefahren, und ham währenddessen etwa 5000$ an Reparaturkosten reingesteckt... Bremsen, Kühler (nachdem unser Motor überhitzt war und wir's net bemerkt hatten, wir waren auch blutige Anfänger), Auspuffanlage, Wasserpumpe etc...
Verkauft haben wir's dann für 3000$, und im Nachhinein bin ich froh, dass wir alle diese Reparaturen gemacht haben.
Klar, wenn man unterwegs ist, ist es hart, mal wieder 1000$ in die Schrottkiste zu investieren, aber wenn man dann durch's Outback oder die Nullarbor Plain fährt, und einfach mal 300km lang keine Tanke o.ä. kommt, dann ist man froh, dass man vor dem Trip nochmal jemanden, der sich auskennt, in sein Auto hat schauen lassen.

Wir haben aber auch Mädels kennengelernt, die nen Van hatten, wo NIX kaputt war, die haben ihn für 3000$ gekauft, und für genau den selben Preis wieder verkauft... einmal Öl gewechselt und gut war.
cocacola-light
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Beitragvon cocacola-light » 31.08.2010 - 10:23

no idea hat geschrieben:Hmmmm wenn der Service in Australien nur die typischen Teile überprüft wie auch hier in Deutschland: Luftfilter, Ölfilter, Wasser, Kühler, Bremsen, Bremsflüssigkeit blabla... dann weiß ich an was ich sparen kann.


P.s: Auch Leute, die sonst nichts mit KFZ am Hutz haben können sowas schnell lernen;) Machen lassen kann mans trotzdem aber bei dem was ich hier über Australische Werkstätten lese kann ich nur sagen, dass es sich lohnen kann alleine das Know-How zum überprüfen der Arbeit zu haben;)


Du siehst das ganze schon etwas "durch die rosarote Brille" bzw. scheinst (noch) nicht viel Ahnung von Autos zu haben. Einen Luftfilter wechseln kannst du auch in D lernen, dafür musst du nicht nach DU :wink: Die ganzen Dinge wie Öl, Ölfilter, Bremsflüssigkeit,... ist nun wirklich kinderleicht. Natürlich kannst du da sparen. Ist keine Kunst :razz: Aber zu meinen, nur weil du einen Filter wechseln kannst, hättest du mehr Ahnung als ein (australischer) Mechaniker ist doch etwas... :roll:

Aber denk mal einen Schritt weiter. Und genau hier kommt der (sehr teure) Knackpunkt: Getriebe, Zylinderkopf, Benzin/Bremsleitungen,... Meinst du das kannst du mal "gerade so eben lernen" und "einfach so selber machen"?

Ich habe im harten Gelände mein hinteres Differenzial zerstört. Die kleinen Kugellager da drin sind kollabiert. Erstens kann niemand (ohne weiteres) in so ein Diff schauen. Das heißt, du kaufst den Wagen (auch mit tollem super Check) mit der Gewissheit, dass alles heile ist. Kaum bist du im Gelände und das Diff wird richtig gefordert, geht plötzlich was kaputt. Neues Diff $5.000, gebrauchtes $2.000. Das ist mehr Geld als manch einer für ein ganzes Auto zahlt!!!

Ich habe schließlich einen Aussi gefunden, mit dem zusammen ich in 6 Stunden das ganze Diff zerlegt habe und wir dann die "Innereien" ersetzt haben (trotzdem noch ein paar hundert $$$).

Und genau solche großen und teuren Reparaturen können bei den ganzen gebrauchten Autos in DU (sowie in D) jeden Tag auf dich zukommen. Eine Woche vor Verkauf ist mir eine Feder gebrochen. Die muss man Paarweise ersetzen ($400). Bis zu dem Zeitpunkt sah die noch gut aus (bzw. man konnte keinen baldigen Defekt erkennen).

Geh an die Sache nicht zu blauäugig ran. Es ist immer super, wenn man vieles selber machen kann. Das spart Geld. Aber rechne einfach auch damit, dass Dinge kaputt gehen, die teuer werden können. Wenn du nachher doch kein Geld dafür ausgegeben hast, dann freu dich. Buch nen Flug zu den Fijis oder sauf dich in Sydney unter den Tisch :lol: Aber fahr nicht mit $100 in der Tasche los, weil du ja alles "selber machen kannst"...

edit: Alternativ mach es so wie ein Bekannter. Kauf dir ein Auto für unter $1.000 und fahr den so lange, bis er auseinander fällt :razz: Ich glaube er ist knapp 10.000km gekommen. Ohne Reparaturen! Leider ist im dann der Motor auf einer verlassenen Straße mitten im Nichts um die Ohren geflogen. Um es kurz zu machen: Er hat dort über 48Std. gewartet, bis jemand mit einem Auto vorbei kam (nächste Stadt war 3-Auto-Std entfernt). Sein Auto steht immer noch dort, wo er es verlassen hat :twisted:
Toyota Landcruiser: It's not a car. It's a way of life!
Ronne0815
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Beitragvon Ronne0815 » 05.01.2011 - 15:00

Also wenn ich lese wieviel Geld ihr in eurer Auto gesteckt habt bzw. musstet, dann wird einem ja Himmel-Angst ... Wenn ich da auf mein Budget schaue kann ich nur hoffen etwas mehr Glück beim Autokauf zu haben ...
Und ob ich mir immer noch, wie Gedacht, einen 4WD leisten kann, lässt mich langsam Zweifeln ... bei einem Budget von 5000 Euro für den Autokauf
kaeferblattler

Beitragvon kaeferblattler » 05.01.2011 - 21:44

Sind die 5000 das Gesamtbudget inkl. Reserve für Reparaturen oder sind die nur für die Anschaffung? Falls es nur für die Anschaffung ist kann man da durchaus 4WD für finden. Allerdings muss man gerade bei den alten Kisten damit rechnen, dass etwas kaputt geht.
Wenn das Budget auch für Reparaturen reichen soll, bist du mit einem station wagon oder höchstens noch einem Van besser bedient. Ich habe ein ähnliches Budget fürs Auto und deshalb lieber einen station wagon genommen. Wenn der verreckt bedeutet das für mich nicht das Ende der Reise, bei einem 4WD könnte es das aber sein.
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Beitragvon Ronne0815 » 05.01.2011 - 23:52

Nein, das ist das reine "Anschaffunge Budget" , da ich nicht alleine Reise bzw. ja auch arbeite , sind da noch paar Euro in Reserve :cool:
travellerr
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Beitragvon travellerr » 14.02.2011 - 16:30

Hi, danke für den tollen Bericht!

Wo sind die threads mit Tipps für die Autoeinrichtung?
Habe mir soeben einen Wagen, falcon, gekauft und brauch Matratze, Vorhänge, Adapter etc.

Wo soll ich die Dinge kaufen und wie befestige ich die Vorhänge?
Vielen Dank!
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Beitragvon tada » 22.10.2011 - 09:34

Mir stehen immer wieder die Haare zu Berge, wenn ich lese
wie viel manche für ihre Autos ausgeben.
Ich würde generell selbst wenn ich keine Ahnung von Autos hätte
einfach von diesen dubiosen Händlern abraten, sucht lieber jemand
der sich mit Autos auskennt und nehmt ihn für einen Privatkauf, noch
besser dann vor dem Kauf einen mechanischen Vollcheck machen lassen.
Garantie hin oder her klingt nett, ist aber Bauernfängerei genau
wie die ganzen Hilfsorganisationen für Australien.

Die Gebrauchtpreise für Autos sind in Australien unglaublich niedrig,
und viele KM sind kein Grund ein Auto nicht zu kaufen, es wurde
wohl generell sowieso mehr auf Langstrecke bewegt.
Wenn Dinge wie, Kühler,Getriebe, Zylinderkopfdichtung, die Riemen
in Ordnung sind muss man sich meist keine Sorgen machen.

Ich habe in Australien zwei Mitsubishi Magnas privat gekauft, einmal für
Freunde einmal für mich.

Der eine mit 240.000km der andere mit 158.000km und bei keinem
der beiden habe ich mehr als 2000 bezahlt. Für den mit hoher Kilometer-
leistung sogar deutlich weniger.

An Reparatur für beide nur jeweils an die 30$ ausgegeben, das war
jeweils der Getriebecomputer den ich selbst getauscht habe gegen ein
Gebrauchtteil, in der Werkstatt wäre ich auf 800 bis an die 1400$ für
diese Reparatur gekommen.
(wohlgemerkt nur Reparaturkosten, Verschleißteile habe ich natürlich
trotzdem noch bezahlt)

Der Autokauf und Unterhalt muss nicht teuer sein, gerade Holden Commodore oder Mitsubishi Magnas sind der Australische Golf,
Ersatzteile sind fast geschenkt.
Mir missfallen aber auch diese typischen verranzten Backpackerkarren. Ich kaufe lieberein Auto in gutem Zustand von einem Australier.
klauspeterf
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Beitragvon klauspeterf » 07.09.2015 - 17:38

Was mich immer wundert ist, dass niemand über das eventuelle Verschleißteil Zahnriemen- oer Kette ( timing belt ) schreibt. Macht der oder die den letzten Pups,
ist ruck zuck der Motor hin. Und es ist das größte Problem, dass niemand in den Motor und damit nach TIMING BELT und Pumpe sehen kann.
Empfohlen wird von den Herstellern ein Austausch zwischen 120.000 und 200.000 km. Wenn ich mir aber so die Details hinsichtlich gebrauchter Wagen ansehe, fällt mir selten auf, dass der Riemen oder die Kette gewechselt wurde. Was sagen die Fachleute im Forum dazu? Würde mich mal interessieren.
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Beitragvon TobNad » 15.09.2015 - 08:07

klauspeterf hat geschrieben:Was mich immer wundert ist, dass niemand über das eventuelle Verschleißteil Zahnriemen- oer Kette ( timing belt ) schreibt. Macht der oder die den letzten Pups,
ist ruck zuck der Motor hin. Und es ist das größte Problem, dass niemand in den Motor und damit nach TIMING BELT und Pumpe sehen kann.
Empfohlen wird von den Herstellern ein Austausch zwischen 120.000 und 200.000 km. Wenn ich mir aber so die Details hinsichtlich gebrauchter Wagen ansehe, fällt mir selten auf, dass der Riemen oder die Kette gewechselt wurde. Was sagen die Fachleute im Forum dazu? Würde mich mal interessieren.


Hey, endlich mal jemand, der auch an diese Teile denkt.
Ich glaube kaum, dass bei irgendeinem Backpackerauto der Zahnriemen und Laufriemen (Keilriemen) gemacht wurde.
Weiß jemand was sowas in der Werkstatt kostet (für einen typischen Campervan?)
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Beitragvon klauspeterf » 15.09.2015 - 08:47

Ich kann diesbezüglich nur von hier berichten: Bei meinem Kasten-Wohnmobil auf Fiat-Ducato-Diesel ( Livingstone ) liegen die Angebote zwischen 945 und 1.250 Teuronen einschließlich Austausch der Wasserpumpe. Also keine billige Angelegenheit. Ich habe Termin für die kommende Woche bei ATU für 945 €. Auf jeden Fall günstiger als ein neuer Motor. Was das betrifft, denke ich hinsichtlich Australien nicht nur an die Backpacker-Kisten sondern auch an die Gebrauchten vom Händler.
Die Gedanken mache ich mir, weil ich für Anfang März in Perth einen Allrad kaufen will und große Sorge habe, dass ich irgendwann in den geplanten 5 Monaten
in 2016 und geplanten 3 Monaten in 2017 mit defekten Motor ( vielleicht auch noch im Outback ) liegen bleibe.
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Beitragvon klauspeterf » 22.10.2015 - 14:15

Wo bleiben die Fachleute? Habe an meinem Ducato Zahnriemen ( sah ziemlich mürbe aus ) und Pumpe wechseln lassen.
Es heißt bei Fiat in der Betriebsanleitung: alle 150.000 km Wechsel des Zahnriemens ( timing belts ) bzw. jetzt kommts: spätestens alle 60 Monate ( unabhängig von der Kilometerleistung ). Ich werde unabhängig von dem, was man mir erzählt, auf jeden Teil diese beiden Verschleißteile auswechseln lassen. Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste.
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Beitragvon klauspeterf » 22.10.2015 - 14:20

Vergessen zu erwähnen, dass meine Kiste erst 98.000 km runter hatte. Habe den Riemen später jemandem vom TÜV gezeigt. Der meinte, höchstens 3.000 km hätte der noch gehalten, dann wäre er gerissen und der Motor ruck zuck einen Totalschaden gehabt hätte. Also 945 Euro doch gut angelegt.
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Beitragvon klauspeterf » 22.10.2015 - 14:38

Vergessen zu erwähnen, dass meine Kiste erst 98.000 km runter hatte. Habe den Riemen später jemandem vom TÜV gezeigt. Der meinte, höchstens 3.000 km hätte der noch gehalten, dann wäre er gerissen und der Motor ruck zuck einen Totalschaden gehabt hätte. Also 945 Euro doch gut angelegt.

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