Rückkehr nach Deutschland, bzw. Kulturschock Australien ...

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Squai
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Rückkehr nach Deutschland, bzw. Kulturschock Australien ...

Beitragvon Squai » 16.09.2009 - 21:37

So heißt ja auch ein Buch aus dem Reise Know How Verlag, und ich las es bereits, bevor ich seinerzeit am 31. Juli 2007 startete, um über Ostdeutschland, das Baltikum, Russland, die Mongolei, China, Kambodscha, Laos, Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien und Timor Leste (Ost Timor) den roten Kontinent per Bahn, Bus und Schiff zu erreichen. Wobei ich für die letzten 738 Kilometer von Dili / Timor Leste dann doch den Flieger nach Darwin nehmen musste, weil sich einfach kein wie immer geartetes Schiff finden lassen wollte.

Das Buch hatte mich damals nicht sonderlich geschockt, zu „normal“ erschien mir alles, was ich dort las. Da hatte der „Kulturschock China“ aus dem gleichen Verlag schon mehr zu bieten, wie dann später auch die Realität im Reich der Mitte zeigen sollte. Aber wirklich Schockierendes gab es für mich auch dort nicht. So, wie mich auch nichts von all den Dingen, die ich unterwegs erfuhr, erlebte, jemals überforderten oder mich gar in eine Situation brachten, die mich ernsthaft an einen Abbruch meiner Reise denken ließ.

Tja, und das blieb auch lange Zeit so, BIS ich halt am Donnerstag, den 04. Dezember 2008 Down Under erreichte. Mein Traumland, das ich schon seit Kindertagen sehen wollte, aber bis dato nie mit eigenen Augen gesehen, geschweige denn betreten hatte.

Hier traf er mich dann in Darwin, der besagte Kulturschock, incl. Zivilisationsschock. Und weil das noch nicht reichte, wurde beides ergänzt durch einen monetären Schock. Dieses Gruselpaket traf mich völlig unvorbereitet, weil ich auch nach meiner mehr als einjährigen genüsslichen Bummelei durch Asien nie damit gerechnet hätte, dass das Wieder-Eintauchen in eine westlich orientierte und westlich aussehende Gesellschaft ~ wie sie ja auch Australien nun mal darstellt ~ mir so schwer fallen könnte. Ich vermisste Asien und seine freundlichen, lachenden und hilfsbereiten Menschen, die von vielen als unecht empfunden werden. Wobei es freundlich lachende und hilfsbereite Menschen in DU und NZ natürlich ebenfalls und reichlich gab. Nur dass es dann eine westliche Art war, die bei mir völlig anders ankam und auf die ich anders reagierte. Und sind die nun echter? Mit dem K- und Z-Schock kam ich auf Dauer aber noch am besten klar. Obwohl es anfangs schon ein Hammer war ~ nachdem ich soooo lange jeden Tag fast nur mit Asiaten zu tun gehabt hatte ~ nun nahezu zu 100% wieder nur mit Meinesgleichen konfrontiert zu werden. Die zerstörten Aborigines zählten da nicht, setzten dem Ganzen eher noch eine negative Krone auf.

Dem europäisch aussehenden Menschenschlag begegnete ich in Asien ja, bis auf Stellen wie Bangkok, Bali oder anderen touristischen Highlights, nur einzeln oder mal als Paar im Doppelpack. Und diese Traveller waren völlig anders drauf, bzw. unterwegs, als viele in DU oder NZ. Wobei aber selbst in diesen Hochburgen das Asien-Feeling nie ganz auf der Strecke blieb, was sich aber keinesfalls mit dem Feeling vergleichen lässt, das unzählige asiatische Studenten oder auch die vielen asiatischen Restaurants und ihre Besitzer in Sydney, Melbourne, Auckland oder wo auch immer erzeugten. Diese Menschen waren zwar sichtlich asiatisch und waren es doch nicht oder nicht mehr, weil angepasst bis zum Geht-nicht-mehr. Aber dieses „Fremdeln“ gab sich bereits nach relativ kurzer Zeit wieder, obwohl ich permanent das Gefühl hatte, etwas zu vermissen.

Durch diese neuen Gegebenheiten veränderte sich meine Art zu reisen auf dem roten Kontinents ziemlich drastisch. Alles, was mir bisher leicht und wie selbstverständlich erschienen und gelungen war, wurde nun zäh und schwer. Teilweise sogar unmöglich. Die Leichtigkeit des Seins, die ich so sehr genossen und geliebt hatte, und die meine Reise über fast eineinhalb Jahre bis zu diesem 4-ten Dezember ausgezeichnet hatte, verabschiedete sich plötzlich auf Nimmerwiedersehen. Das Ganze artete fast in Arbeit aus. In Australien erlebte ich diese Leichtigkeit nur ein einziges Mal, und zwar in Alice Springs und umzu. Aber auch da nur nach etlichen vergeblichen Anläufen. Denn statt wie gehabt mit den Dingen im Fluss zu sein, bekam ich immer wieder die berühmt berüchtigten Knüppel zwischen die Beine, die mich schließlich von Zeit zu Zeit überlegen ließen, ob ich nicht die Kurve kratzen sollte. Was ich ja nach 3 Monaten, als mein erstes „electronic visa“ ablief, auch tat und erst einmal nach Neuseeland flüchtete, mit der Hoffnung im Gepäck, dass es nach einem viertel Jahr NZ in DU dann besser laufen würde. Aber auch im Land der Kiwis beutelte mich die Tatsache, dass das Reisen von A nach B bei weitem nicht so easy und vor allem nicht so günstig war, wie zuvor. Obwohl ich dort auf der Nordinsel immerhin 23 Tage lang mit einem Wicked Camper unterwegs war, was mein schmales Budget natürlich arg strapazierte, da sich auch hier niemanden finden lassen wollte, um die Kosten zu teilen. Die hochgelobten Lift Angebote gab es in NZ und DU ~ auch nachdem ich zurück war ~ gar nicht oder nach wie vor nur selten oder nur in Richtung Ost- und Partyküste, wohin ich als gebranntes Ostküsten-Kind nun garantiert kein zweites Mal wollte. Oder sie entwickelten sich anders als gedacht, bzw. abgesprochen. Wie z.B. der Lift von Melbourne über die Great Ocean Road nach Adelaide. Gareth, ein nicht mehr ganz so junger Engländer mit eigenem Auto ~ er war etwas über dreißig ~ hatte sich auf meinen Zettel am Pinbrett gemeldet, und wir hatten heraus gefunden, dass wir beide diese Strecke in gemütlichen 5 oder gar 6 Tagen machen wollten. Und es sollte am nächsten Tag, einem Samstag um 8 Uhr morgens schon losgehen. Alles Bestens. Um 23 Uhr bekam ich jedoch eine klassische Trunkenheitssms, in der er mir mitteilte, "dassss errr nich um 8 sohndern erst um 10 Ur kommen würde, da er sich mit seinen Kumppel Mike betrinken hätte". Das Ganze natürlich in dieser fehlerhaften Form in Englisch. Seine SMS waren zuvor immer perfekt. Er kam dann erst um 10:30 Uhr, nachdem er sich morgens wegen Rauschausschlafens noch einmal gemeldet hatte, was ja im Grunde genommen noch nichts weiter zu bedeuten gehabt hätte, als dass wir später als geplant los gekommen wären. Der Knackpunkt war, dass er nicht alleine kam, sondern seinen Kumpel Mike mitbrachte, der sich bei ihrem Gelage entschieden hatte, mitzukommen. Wobei ich auch das noch als Vorteil gewertet hätte, da die Fahrtkosten nun durch 3 gingen. Der wirkliche Knackpunkt war, dass Mike am Montagabend von Adelaide zurück nach Melbourne fliegen musste und auf diese Weise unser Trip zeitlich auf die Hälfte schrumpfte, so dass wir manchmal ganz schön knattern mussten ~ am letzten Tag über 700 Kilometer, weil wir die ersten beiden Tage zu wenig gefahren waren ~ um Adelaide und unterwegs unsere Hostels zu passenden Zeiten zu erreichen. Da wäre mein ursprünglicher Plan, den Trip zuerst mit dem V-Link Zug nach Geelong und dann mit den Bussen der gleichen Gesellschaft von Ort zu Ort zu machen, die bessere Wahl gewesen, da ich die Great Ocean Road dann nicht im Schweinsgalopp hätte machen müssen. Zumal hier tatsächlich und täglich so etwas wie lokale Busse neben Greyhound & Co fuhren.

Und immer wieder klappte ein Lift auch aus dem Grund nicht, weil ich den jungen Hüpfern mit meinen zuerst noch 65 und dann 66 Lenzen nicht ins jugendliche Konzept passte. Etwas, was ich durchaus nachvollziehen konnte, weil ich im zarten Alter von 20 o.ä. sicher auch keinen Bock gehabt hätte, mit einem Oldie durch die Lande zu ziehen. Das wäre ja rufschädigend gewesen. Dennoch war es dieser Punkt, der auf Grund seines Wiederholungsfaktors immer wieder an meiner emotionalen Senioren Substanz knabberte und letztlich auch den Schleudersitz auslöste, der mich dann mit aller Gewalt gen Heimat katapultierte. Und leider fanden diese Erfahrungen auch keinen genügenden Ausgleich in den ansonsten bezaubernden Kontakten mit anderen jungen Menschen ~ in aller Regel working & travelling Leuten ~ die es ja ebenfalls immer wieder gab. Aber die hatten sich ja auch nicht zu entscheiden, ob sie einige Tage gemeinsam mit mir weiter ziehen wollten oder nicht. Wobei diese Gruppe nicht zu vergleichen oder gar zu verwechseln ist mit den Sauf- und Party Jungs + Mädchen der Ostküste, die mit Papas Kohle unterwegs waren und den Ballermann nach Down Under verlegt hatten. Jeder halt nach seiner Facon.

Mir blieb jedenfalls, da ich ja über keinen reichen Papa mehr verfüge, und mein Reisebudget einen Autokauf oder ein Mietauto über einen längeren Zeitraum nicht erlaubte, oft als einziger Weg nur die Fahrt mit dem Bus oder an einigen Stellen auch mit dem Zug. Wobei es halt nur selten lokale und vor allem günstige ~ um nicht zu sagen, billige ~ Busse gab, sondern fast nur den Greyhound und hin und wieder noch Premier und Murray Busse, mit denen ich durchs Land fahren konnte und die dabei meistens ein nicht gerade kleines Loch in die Reisekasse rissen. Und das trotz der „special offers“ und dem Nachlass auf YHA und andere Karten, die es ja immer wieder mal gab. Nur machte das den Kohl auch nicht fett. Und wenn es denn dann einer der mir am sinnvollsten erscheinenden Pässe sein sollte ~ weil man damit unterwegs wenigstens an bestimmten Orten aussteigen und ein paar Tage bleiben konnte ~ kamen mir regelrecht die Tränen, weil gleich ca. 800 Dollar und mehr dafür fällig wurden.

Wie mit dem später gemeinsam gemieteten Auto, gab es nur ein einziges Mal wirklich traumhaft günstige Bus-, Zug- und Schifftickets, und das war in Sydney, wo man mir als „retired person“ für 2 Dollar 50 immer wieder ein Tagesticket verkaufte. Diesen Tip bekam ich von australischen Nonnen, die mich in Sydney 5 Tage lang in ihrem Convent beherbergten und beköstigten. Und mit diesem Ticket konnte ich in Sydney den ganzen Tag kreuz und quer, mit allen Fähren überall hin und mit dem Zug sogar in die 120 Kilometer entfernten Blue Mountains und dort mit dem lokalen Bus hin und her fahren. Was ich natürlich exzessiv ausnutzte und mich schwer begeisterte.

Ansonsten aber machte mir der finanzielle Aspekt, bedingt durch meine relativ kleine Rente, immer wieder und immer wieder, bis zum Abreisetag zu schaffen und lieferte damit den zweiten Auslöser dafür ~ da ich auch diesen Punkt einfach nicht in den Griff bekommen konnte ~ dass ich mich nach fünfeinhalb Monaten entschloss, Australien den Rücken zu kehren. Meinem Traumland, in dem ich ursprünglich ein Jahr bleiben wollte und mir leider nicht so einfach erschließen konnte, wie alle anderen Länder zuvor. Obwohl letztlich erst der beschriebene Ablehnungsmechanismus in einer weiteren Steigerung mein australisches Glas endgültig zum Üœberlaufen brachte. Bis dahin hatte ich nämlich nach wie vor den ungebrochenen Wunsch, mindestens noch die Westküste sehen zu wollen und quälte mich mal wieder mangels anderer, sich nicht gestaltender Gelegenheiten mit dem Bus von Alce von Darwin, um evtl. von dort aus einen Lift über die Kimberleys, Broome, das Ningaloo Riff usw. nach Perth und weiter runter zu finden. Dazu verfolgte ich wieder alle Lift Angebote und hatte selber mein Gesuch in sämtlichen Hostels an die Message Boards gepinnt. Aber wie gehabt, es ergab sich nichts. Bis ich im Internet ein „relocation car“ fand, das in einer sehr brauchbaren Zeit von Darwin nach Perth gebracht werden sollte. Es handelte sich um ein Wohnmobil mit 2 Schlafplätzen und allem, was man unterwegs so braucht. Kostenpunkt: 1 Dollar pro Tag und 500 Dollar Spritgeld als Zugabe, ein richtiges Schnäppchen, um zu zweit die ca. 4600 Kilometer zu bewältigen. Und oh Wunder, im gleichen Moment tauchte sogar eine Interessentin am Horizont meiner Bemühungen auf. Eine 20-jährige Deutsche, die ebenfalls diesen Trip machen wollte und einen Lift suchte oder gar zusammen mit anderen ein Auto mieten wollte.

Am Handy schien alles prima zu passen, und wir wurden uns einig. Tja, bis wir uns dann zwecks Absprache der genauen Modalitäten in unserer speziellen Reality Show trafen. Dabei hätte ich, bei den bisherigen Erfahrungen, das, was dann passierte, ahnen und mir ersparen können. Habe ich aber nicht, denn ich ging erneut als unverbesserlicher Optimist in diese Verabredung. Dort bekam ich ~ kaum hatten wir uns begrüßt ~ dann sinngemäß zu hören, dass sie Schiss hätte, ich könnte unterwegs an einer einsamen Stelle die Situation ausnutzen und über sie herfallen. Peng, das saß. Und damit war unser Gespräch natürlich schneller beendet, als es begonnen hatte. Leider saß dieser Giftpfeil mitten in der Zwölf und bei allem herbei gedachten Verständnis vermochte ich ihn auch nicht mehr abzuschütteln, weil er einfach Widerhaken wie eine alte Walharpune hatte. Auf jeden Fall hatte ich im selben Moment endgültig die Schnauze von all den australischen Widrigkeiten so voll, dass ich mich so lange ins Internet hängte, bis ich eine günstige Rückflugmöglichkeit gefunden hatte. Alles in allem flog ich dann für umgerechnet 483 Euro von Darwin über Singapur, Kuala Lumpur und London nach Düsseldorf. Mit einem Fünf-Tage-Stop in Singapur, um erneut Freunde meines ersten Singapur Aufenthalts zu treffen. Ansonsten wollte ich jetzt nicht mehr über Los ~ sprich Broome und Perth usw. ~ sondern nur noch schnell Australien verlassen und heim, wie ET. Und das trotz des Bammels vor dem Wieder-Eintauchen ins schwere Deutschland und nicht, wie ursprünglich geplant, auf einer anderen Route über Land und mind. ein weiteres Jahr unterwegs zu sein. Dabei hatte ich immerhin den tröstlichen Satz im Hinterkopf, dass ich ja schließlich jederzeit wieder los könnte, wenn das Reisevirus erneut Wirkung zeigen würde. Außerdem hatte ich mein Alice Springs-Uluru-Ayers-Rock-Kata Tjuta-Olgas-Kings-Canyon Erlebnis in frischer Erinnerung, das mich fast schon mit Australien ausgesöhnt hatte, weil es genauso war, wie ich mir hier das Reisen sehr gut vorstellen könnte und liebend gerne so weiter gemacht hätte. Aber eben nur fast, da es sich ja weder fortsetzen noch wiederholen ließ.

In meinem Lift-Gesuch zum Uluru hatte ich zusätzlich kundgetan, dass ich alternativ auch gerne 2 oder 3 Leutchen finden würde, um gemeinsam ein Auto für diesen Trip zu mieten, um der ungeliebten Tour mit Bus + Guide aus dem Weg zu gehen. Zumal bereits eine 2-Tages-Tour schon knapp 300 Dollar kosten sollte und beim richtigen Anbieter für weniger als das Doppelte bereits ein Auto für 6 Tage zu haben war. Und siehe da, hier gestaltete es sich endlich mal in genau der leichten Form, wie ich sie mag, denn es meldete sich ~ kaum hing der Zettel am Brett ~ PJ, ein junger Holländer (21 Lenze), der zwei nur wenig ältere Frauen, Amelia und Margret (26 und 29) aus Hongkong im Schlepptau hatte. Wir trafen uns, sahen uns und buchten anschließend gleich unser Auto ~ einen Toyata Camry ~ der schließlich jeden von uns alles in allem etwas über 160 Dollar kostete. Da kam Freude auf, denn hier stimmte zusätzlich die Chemie. Wir konnten zusammen lachen und rumalbern, aber auch ernst sein, wenn die Situation es erforderte. Und wie schon angedeutet, waren diese 6 Tage die schönsten meiner gesamten Australienzeit, und das nicht nur für mich, sondern auch für die drei. Wir wären liebend gerne in dieser Konstellation und zu diesen Bedingungen weiter gezogen, nur leider hatten wir alle bereits unsere Weichen gestellt, die in entgegengesetzte Richtungen führten.

Tja, und so landete ich dann nach meinem letzten Gefecht am 31. Juli 2009 ~ exakt 2 Jahre nach meinem Start am 31. Juli 2007 und über 91.000 Kilometern~ wieder in Good Old Germany. Und das Verblüffendste für mich war, dass ich das Gefühl hatte, gar nicht weg gewesen zu sein und schon gar nicht so lange. Und auch keine Schwierigkeiten mit dem Hier-wieder-Eintauchen zu haben, was sich bis zum heutigen Tag nicht geändert hat. Ich verstand es nicht, war aber froh darüber, dass es soooo leicht ging. Selbst der Wunsch, erneut los zu ziehen, hat im Augenblick seine Dringlichkeit verloren. Ich habe mir inzwischen eine neue Bleibe gesucht, habe eine Tour durch Nord- und Ostdeutschland gemacht, um Freunde zu sehen und bin dabei, den Umzug meiner Habseligkeiten aus der Scheune zu organisieren, in der sie eingelagert waren. Danach möchte ich ~ Catchat diente mir da als Vorbild ~ kürzere Trips bis zu einem Monat o.ä. unternehmen, z.B. nach Rom, Madrid und anderen Orten in Europa oder in näheren nichteuropäischen Ländern, wo ich bisher noch nicht war. We will see.

Und falls ich jemals wieder meine Gedanken oder gar meine Füße in Richtung Down Under lenken sollte, würde ich sparen, sparen, sparen, um dort nicht wieder mit dem Minimum unterwegs sein zu müssen, mit dem ich in Asien zwar all das tun und lassen konnte, was mir in den Sinn kam, aber in Australien eben nicht ausreichte, meinen alten Kindheitstraum in einer mir genehmen Form zu leben. Und so war wohl eher der Weg das Ziel.

In diesem Sinne LG an alle alten und neuen Fories

Squai
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Beitragvon Jean-Luc » 16.09.2009 - 23:45

wow Squai... what a adventure !
Toller Reisebericht ... und Kompliment an Deine 2 jährige Tour ... dabei entdecke ich selber wie schnell die Zeit vergeht, denn ich kann mich noch gut daran erinnern wie Du schriebst das du dich auf den Weg machtest.
Ich wünsche Dir auf jeden Fall ein schönes und entspanntes Ankommen und noch viele schöne Reisen.

Welcome back !
Jean-Luc

--->PS: Erlaube mir das an passende Stelle (Reiseberichte der Mitglieder) zu verschieben.<----
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Beitragvon Yassakka » 17.09.2009 - 11:32

Hey Squai,
toll von dir zu lesen.
Bei dir scheint ja wirklich im Endeffekt der sprichwörtliche Weg das Ziel gewesen zu sein, auch wenn es so nicht geplant war.
Die Reise durch Asien scheint ja wirklich fantastisch gewesen zu sein und mit meinen bescheidenen Asienkenntnissen kann ich das nachvollziehen.

Schade, dass es dann in Australien so unerwartet schwer wurde und du vorher die Reißlinie ziehen musstest.

Dass es nach so langer Zeit in Asien schon wieder ein Kulturschock ist diese gänzlich andere Art des Reisens in Australien zu erleben, kann ich verstehen.

Nichts desto Trotz einen riesen Dankeschön für diesen tollen Reisebericht. :)

Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal mit der Westküste? Als Fan der Westküste kann ich dir versichern, dass sie deutlich anders, viel ruhiger und einsamer als die Ostküste und dennoch unglaublich spektakulär.
Berichte und Blog zu meinen bisher drei Australienreisen: australienberichte.de
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Beitragvon anne81 » 17.09.2009 - 13:10

Hallo Squai,

wahrscheinlich kannst Du Dich nicht mehr an alle Mitglieder hier erinnern u dennoch freue ich mich sooo sehr von Dir zu lesen, das glaubst Du gar nicht. Ich habe nämlich neulich erst einen Bericht, den Du hier mal geschrieben hast, in meiner Schublade gefunden. Ich hatte ihn mir damals ausgedruckt, weil er mit sovielen Weisheiten gespickt war u mir damals vor meinem Abflug sehr geholfen hat!!!
Also erstmal "Welcome back" und DANKE für Deine ausführlichen Schilderungen!

Ich freue mich, dass es Dir gut geht und das Dir Asien soo gut gefallen hat. Leider bin ich kein wirklicher Asien Fan aber es freut mich, dass die Menschen dich dort alle so gut aufgenommen haben.
Schade natürlich, dass es dann mit Australien umso schwerer wurde.
Ich kann nicht nachvollziehen, dass Backpacker Dich ablehnend behandelt haben aufgrund Deines Alters. Ich selber habe im Outback ein Pärchen getroffen ( 55 u 70 Jahre,Australier) und sie waren fast mit die besten Outbackbegleiter, die ich auf meiner Reise getroffen habe. Ich habe sie sogar noch zu Hause besucht u mir war immer egal, welches Alter meine Mitreisenden haben, Hauptsache nett u aufgeschlossen.
Vielleicht hattest Du wirklich einfach nur mit den Party Backpackern zu tun u die ticken wohl anders. Das tut mir echt Leid u ich wünsche mir für Dich, dass Du es nochmal irgendwann mit DU versucht u die Westküste bereist.!

Auf jeden Fall freu ich mich von Dir hier zu lesen u ich hätte Dir gerne jederzeit einen Lift angeboten:-)

Liebe Grüße,
Anne-Katrin
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mag lähmender Gewöhnung sich entraffen."
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Beitragvon Ronne0815 » 26.01.2011 - 20:05

WoW :shock: ...

...was für ein toller Reisebericht.
Dein Text liest sich wirklich sehr schön.
Schade das deine Erfahrungen in DU nicht so waren wie vorher erwartet.
Dennoch denke ich, das du diese Zeit nie mehr vergisst bzw. missen wirst, egal was war.
Ich hoffe ich kann, wenn ich mal "so alt" bin :wink: , auch noch so tolle Dinge erleben und solche Reisen unternehmen ...

Gibt es denn auch einen asiatischen Reisebericht ?

Nochmals Danke für deinen Bericht und alles Gute für die Zukunft ...

Lg
RoNnE
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Beitragvon Chacco » 26.01.2011 - 21:28

Ronne0815 hat geschrieben:Gibt es denn auch einen asiatischen Reisebericht ?

http://www.zauber-er-von-oz.de/

Seine Website, er selbst ist ja hier nur noch sehr selten im Forum.
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Beitragvon Squai » 29.01.2011 - 11:50

Hi Ronne,

etwas platt ausgedrückt, möchte ich sagen (ich kann nur ahnen, wie alt Du bist), es liegt einzig und allein an Dir, was Du in meinem Alter erleben wirst und welche Art Reisen Du dann noch unternimmst. Vorausgesetzt, gesundheitlich ist alles im grünen Bereich und hast weder Deinen kleinen grauen Zellen – sprich Gedanken – noch Deinen Augen Scheuklappen aufgesetzt. Wobei beides, wie Du sicher weißt, nicht altersabhängig ist. Wir alle kennen sie, die „alten“ Jugendlichen und die „jung gebliebenen“ Alten.

Wenn ich so zurückdenke, habe ich mir schon immer ältere Menschen als Ideal ausgesucht, die lebendig und neugierig geblieben waren. Besonders dann, wenn sie das damals für mich noch unvorstellbare Alter von 60, 70 oder gar 80 bereits überschritten hatten. So ähnlich wie sie wollte ich auch sein, wenn ich dieses Alter erreicht haben würde. Und ich glaube, dass ich das recht gut geschafft habe, wenn ich Deine Zeilen und die anderer hier im Forum lese. :smile:

Jetzt aber genug der Selbstbeweihräucherung. Wie Chacco schon geschrieben hat, gibt es meine Reise Homepage – danke Chacco, Du bist mir mit dem Hinweis etwas zuvor gekommen – auf der Du u.a. auch meine Berichte über Asien findest. Leider nach wie vor nur mit wenigen Fotos, da mir das Einbinden meiner Fotos ziemliche Schwierigkeiten gemacht hat und macht. Aber von Zeit zu Zeit kommen tatsächlich immer mal wieder welche dazu.

Außerdem kannst Du hier im Forum unter den „Reiseberichten der Forum-Mitglieder“ noch einiges finden und speziell die Anfänge unter den „Reise-Vorbereitungen“. Dort musst Du dann allerdings etwas weiter zurückgehen.

Wenn Chacco schreibt, dass ich nur noch selten im Forum sei, dann stimmt das zwar einerseits, aber anderseits auch nicht. Denn neugierig, wie ich nun mal bin, schaue ich immer mal wieder rein, um zu sehen, was läuft und antworte auch mal auf den einen oder anderen Beitrag. Nur halt nicht mehr so häufig wie damals. Asche auf mein Haupt.

Aber vielleicht ändert sich das demnächst ja wieder, denn z.Z. plane ich einen 1 bis 3-monatigen Trip durch Marokko und evtl. umzu, falls man mich lässt. Aber zuvor will und muss ich noch ein wenig sparen, um nicht den gleichen Fehler zu wiederholen, den ich bei Australien und NZ gemacht habe. :oops: Zumal ich dieses Mal meine Wohnung nicht aufgeben will, und somit die Kosten hier zu einem Großteil weiter laufen.

Dass meine Australien Erfahrungen nicht so waren, wie ich es mir gewünscht hätte, lag unter anderem daran, dass ich finanziell mit etwas unter dem Minimum, was hier im Forum empfohlen wird, unterwegs war. In Asien kam ich damit mehr als ausreichend klar, aber in Australien und Neuseeland fehlten mir ganz einfach die Dollar, die es mir erlaubt hätten, so durch beide Länder zu reisen, wie ich es gerne getan hätte.

Hinzu kam, dass mich meine mehr als einjährige Zeit in Asien regelrecht „versaut“ hatte. Denn ich wollte plötzlich – obwohl es quasi fester Bestandteil meiner Üœberlegungen war – mein bisheriges, von jeglicher Arbeit unberührtes Reisevergnügen einfach ums Verrecken nicht durch kasseschonendes Arbeiten oder Woofen schmälern. Wobei ich ja eh hätte schwarz arbeiten müssen. Es sträubte sich alles in mir, obwohl die Konsequenzen absehbar waren.

Tja, manchmal bin ich halt immer noch wie ein junger Dackel, der absolut nicht an der Leine laufen will. :wink:

In diesem Sinne LG

Squai
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