Betriebsbedingte Kündigung > Wirklich sofort zum Arbeitsamt?

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mfwpfoopfw
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Betriebsbedingte Kündigung > Wirklich sofort zum Arbeitsamt?

Beitragvon mfwpfoopfw » 31.07.2016 - 20:12

Habe letzten Freitag eine betriebsbedingte Kündigung erhalten.

Muss ich mich trotzdem sofort beim Arbeitsamt melden, wenn ich in den nächsten Wochen ohnehin 2 Jahre nach Australien und Co. vereisen möchte und nichts mit dem Arbeitsamt zu tun haben will?

Oder reicht der 1. Vorstellungstermin beim Arbeitsamt bei Wiederankunft im Juli 2018, ohne dass ich eine 3-monatige Sperrfrist riskiere?

Und ich erhalte die kompletten 12 Monate Arbeitslosengeld im Juli 2018 im Fall der Fälle, weil ich die 24 Monate am Stück in Deutschland gearbeitet habe, oder sind diese bereits abgelaufen und mir bleibt nur Hartz 4?
Romana
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Beitragvon Romana » 01.08.2016 - 04:39

Diese Fragen solltest du dem Arbeitsamt direkt stellen. Du solltest dir vor deiner Abreise auf jeden Fall einen Termin beim Arbeitsamt geben lassen, dort bescheidsagen, dass du für längere Zeit ins Ausland verreist, und auch andere Behörden wie zum Beispiel das Finanzamt, das Gemeindeamt, bei dem du deinen gemeldeten Wohnsitz hast/hattest, und vor allem deine Bank informieren. Mir ist es bei meinem letzten Auslandsurlaub passiert, dass mir meine Bank sofort nach der ersten Transaktion in Neuseeland meine Kreditkarte gesperrt hat, weil sie annahm, dass ein Missbrauch vorlag - dabei hatte ich mir nur einen Internetstick in einem Hi-Fi-Laden gekauft! Das Problem war zwar mit einem Anruf nach Australien und der Zusendung einer Kopie meines Flugtickets per E-Mail wieder schnell behoben, aber solchen Ärger kannst du von vornherein vermeiden, wenn du alle Stellen, mit denen du regelmäßig "Geschäfte" tätigst, vor der Abreise informierst.

Ein Tipp: Wenn du in Australien von vornherein Freiwilligenarbeit machst, brauchst du dir weder wegen deiner Kosten hier noch wegen einer Arbeitstelle nach deiner Rückkehr Sorgen machen. Zum Beispiel bei www.helpX.net wird dir jeder zufriedene Gastgeber eine tolle, für alle Mitglieder einsehbare Beurteilung schreiben, die du ausdrucken und zukünftig als Arbeitszeugnis nutzen kannst. Ich hatte Freiwillige hier, die Dutzende solcher supertollen Beurteilungen gesammelt haben und sich jetzt vor Jobangeboten gar nicht mehr retten können! (Ich selbst wollte manche von ihnen auch zur Olivenernte als bezahlte Arbeiter zurückhaben, aber leider waren sie immer schon "vergeben".) So gute Arbeitszeugnisse wie für Freiwilligenarbeit bekommst du bei bezahlten Arbeiten so gut wie nirgends - also lasse dir das durch den Kopf gehen. Zudem kannst du auf diese Weise nicht nur in deinem eigenen Berufsbereich (je nachdem, was du gelernt hast und in Zukunft tun willst) Erfahrungen und Empfehlungen sammeln, sondern auch Fachkenntnisse und Fertigkeiten in anderen Bereichen erlernen, die dir zusätzliche Berufswege eröffnen werden. Dann wirst du nach deiner Rückkehr nach Deutschland kaum jemals wieder Arbeitslosengeld brauchen!
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
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Beitragvon Carpool Guy » 01.08.2016 - 05:23

Meine persoehnliche erfahrung von vor ein paar jahren:

Sage dem arbeitsamt einfach, dass du eine stelle im ausland annimst. Damit hoeren sie (theoretisch) auf dich mit vorladungen und anderem papierkram zu belaestigen.
Wenn du ihnen irgendwas von WHV erzaehlst, dann wissen die nicht wie sie deinen status verbuchen sollen ("Australien? Also das ist doch urlaub, das geht nun wirklich nicht!", "Wie, sie arbeiten da auch?", "Wohnen sie da auch mit anschrift?").

Was du nicht machen solltest ist, irgendwelche bezuege dafuer anzunehmen. Mein sachbearbeiter hatte mich gefragt ob ich "umzugskostenbeihilfe" wollte. Ging auch 3 monate oder so gut, dann hatte ich allerdings in m einer abwesenheit einen anderen bearbeiter bekommen welcher von nix wusste, und auch prompt wuetende briefe an meine alte adresse in deutschland geschickt hat (habe ich natuerlich erst gesehen als ich viele monate spaeter wieder in D war) und das geld zurueck haben wollte.
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Beitragvon mfwpfoopfw » 01.08.2016 - 11:27

Danke schon mal für die Antworten. Noch eine Frage:


"Die Anwartschaftszeit ist in der Regel erfüllt, wenn der Antragsteller in den letzten 2 Jahren vor der Arbeitslosenmeldung und dem Eintritt der Arbeitslosigkeit mindestens 12 Monate (= 360 Kalendertage) in einem Versicherungspflichtverhältnis stand."


Ich habe in den letzten 2 Jahren mehr als 24 Monate am Stück gearbeitet.

Wenn ich also ab 1. September 2016 arbeitslos bin, wann läuft diese Anwartschaftszeit (24 Monate am Stück gearbeitet = 12 Arbeitslosengeld) ab?

Weil wenn ich zum Beispiel im Juli 2018 aus dem Ausland zurückkomme, erfülle ich die Anwartschaftszeit-Bedingung (24 Monate am Stück gearbeitet = 12 Arbeitslosengeld), um im Fall der Fälle 12 Monate Arbeitslosengeld zu erhalten?

Vielleicht kann mir jemand bei dieser Frage weiterhelfen, ohne dass ich gleich einen Anwalt fragen muss. :P
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Beitragvon mfwpfoopfw » 01.08.2016 - 11:42

Das hier ist noch aktuell, oder?

"Sperrzeit bei verspäteter Arbeitsuchendmeldung § 144 Abs. 6 SGB III

eine Woche"

http://www.joppo.de/recht/sozialrecht/a ... eiten.html

Okay, wenn ich erst diese Woche schaffe, zum Arbeitsamt zu gehen, ist 1 Woche jetzt nicht so tragisch. Dachte schon 12 Wochen.

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