1000 Gedanken zum W&T am Ende der Welt

Fragen zu allem rund um die Vorbereitung in Deutschland wie Zeitplanung, Visabeschaffung, Einreisebestimmungen, usw.
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ShoIchi89
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1000 Gedanken zum W&T am Ende der Welt

Beitrag von ShoIchi89 » 14.11.2018 - 22:41

Hallo ihr lieben Gleichgesinnten :)

ich möchte nächstes Jahr das Abenteuer meines Lebens starten, das mich aus sämtlichen Komfortzonen reißen wird, in denen ich bisher noch gemütlich rumlümmel. Ich denke, es ist nicht ungewöhnlich, emotional ständig zwischen "Verdammt, das schaffe ich niemals!" und "Yay, ich kann das!" zu pendeln wie ein kaputtes Uhrwerk, jedenfalls hab ich hier schon manches Mal gelesen, dass es anderen auch so ging vor ihrer Abreise. Aber ich bin frohen Mutes, dass ich überraschende Kräfte entwickeln kann, wenn es drauf ankommt. Und obwohl es mir Angst macht, freue ich mich drauf.

Allerdings hab ich so viele Gedanken, von denen ich mir unsicher bin, ob die völlig unnötig sind, oder ob ich sie doch mehr beachten sollte.
Laut diversen Sprachtests liegt mein Englisch im goldenen Mittelfeld B1. Sollte ich, auch für die Jobsuche und den näheren Kontakt mit den Aussies noch einen Sprachtest machen vor dem großen Abenteuer, oder denkt ihr das entwickelt sich von ganz allein, wenn ich erst einmal da bin? Auf Kommando fehlen jedenfalls immer massig Vokabeln, am Anfang zumindest...und manchmal hab ich Angst, dass es nicht ausreicht, um da nen Job zu finden. Und leider sind Sprachreisen ja verhältnismäßig teuer, wenn sie länger als 4 Wochen andauern sollen. Wie seht ihr das?

Ich schätze, ich gehör zu den Leuten, die völlig ohne Plan losreisen werden. Noch habe ich das Visum nicht beantragt, der Reisepass ist aber schon in Vorbereitung. Ich möchte spontan bleiben und vor Ort schauen, wie es sich entwickelt. Die Vorstellung gefällt mir jedenfalls besser, als alles durchzuplanen (dafür bin ich schlicht zu sprunghaft).
Aber der kleine Teufel in meinem Kopf pflanzt mir immer wieder die unmöglichsten Gedanken in den Kopf. Dass ich keinen Job finden werde, weil ich absolut keinerlei körperliche Arbeit gewohnt bin (Stichwort 4 Jahre im Büro...) und auch nicht der extrovertierte Charakter, der sofort jeden anquatscht und sein Gefühlsleben auf der Zunge trägt und mit vielen Leuten in einem Schlafsaal wohnen bin ich schon mal gar nicht gewöhnt. Wie realistisch schätzt ihr es ein, für ein paar Wochen Jobs z.B. in einem Tanzstudio zu bekommen oder einer Musikschule o.ä., ohne dahingehend passende Fähigkeiten vorweisen zu können? Am Empfang oder so vielleicht? In DU möchte ich endlich mal ausprobieren, was ich mich hier nie getraut habe. Auch ans Fruitpicking möchte ich mich wenigstens einmal wagen, allein um zu sehen, ob ich sowas auch schaffen kann. Oder bin ich zu blauäugig mit meinen "Motiven"?

Das sind eigentlich die Gedanken, die am meisten Platz in meinem Kopf beanspruchen, selbst wenn sie das nicht sollen :roll: Was meint ihr dazu? Aufmunternde Worte sind willkommen, solche wie "das ist doch Unsinn, hör auf zu träumen" höre ich ohnehin schon viel zu oft.
Carpool Guy
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Re: 1000 Gedanken zum W&T am Ende der Welt

Beitrag von Carpool Guy » 22.11.2018 - 22:45

ShoIchi89 hat geschrieben:
14.11.2018 - 22:41
Laut diversen Sprachtests liegt mein Englisch im goldenen Mittelfeld B1. Sollte ich, auch für die Jobsuche und den näheren Kontakt mit den Aussies noch einen Sprachtest machen vor dem großen Abenteuer, oder denkt ihr das entwickelt sich von ganz allein, wenn ich erst einmal da bin? Auf Kommando fehlen jedenfalls immer massig Vokabeln, am Anfang zumindest...und manchmal hab ich Angst, dass es nicht ausreicht, um da nen Job zu finden.
Nein - am anfang wirst du wahrscheinlich als erntehelfer arbeiten, und dabei gibt es weder bewerbung noch einstellungsgespraech, und der typ der dich dabei "einstellt" prueft auch nur ob du noch einen puls hast, bonuspunkte gibt es fuer jeden der bei arbeitsantritt nicht high oder betrunken ist. "Richtige" jobs findest du erst spaeter nachdem du dich eingelebt hast und von anderen backpackern gelernt hast wie der hase laeuft, und wo und was es sonst noch fuer jobs gibt, und von welchen jobs du dich fernhalten solltest.
Wichtig ist vor allem dass du dich im hostel mit anderen leuten zusammenschliesst die NICHT deutsch sprechen sodass du uebung bekommst, und dir leute auch sagen wo du bei deinem english noch fehler machst damit du die chance hast dich zu verbessern.

Arbeit kannst du schlecht planen und laeuft auch ganz anders als in deutschland, noch dazu wenn du sowieso meistens nur kurze jobs(bis zu 3 oder 6 monaten) annehmen kannst. Das heisst, das du eher saisonarbeit z.b. auf farmen oder in touristengegenden (im hostel, in cafes, bei autovermnietern campervans saubermachen usw.) bekommst. Also "richtige" arbeit 9 bis 5 im buero ist eher selten, ausser du hast irgendwelche skills die der arbeitgeber sonst nicht findet.

Finger weg von "Fundraising" oder irgendwelchen "zu gut um wahr zu sein" jobs die im hostel am schwarzen brett angeboten werden. Dabei musst du dich auf die strasse stellen und die leute ueberreden dass sie dauerauftraege fuer gemeinnuetzige organisationen unterschreiben. Das ist extrem nervig fuer dich, weil 99/100 leuten nicht unterschreiben werden, und nervig fuer die leute die in der gegend arbeiten und dann am tag teilweise 3x von irgendwelchen backpackern angesprochen werden (selbst erlebt). Also die ersten 2 wochen ist man noch freundlich und sagt dankend ab, danach nervt es nur noch. Fast so schlimm wie wenn sich ungefragt irgendwelche werbepopups um browser oeffnen.
Wenn du sowieso introvertiert bist hast du bei sowas natuerlich den zonk, da du bei solchen fundraising jobs immer nach der anzahl der abschluesse bezahlt wirst und es auch sein kann dass du an machen tagen gar keinen abschluss machst.
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Re: 1000 Gedanken zum W&T am Ende der Welt

Beitrag von Chacco » 24.11.2018 - 17:14

Carpool Guy hat geschrieben:
22.11.2018 - 22:45
Nein - am anfang wirst du wahrscheinlich als erntehelfer arbeiten, und dabei gibt es weder bewerbung noch einstellungsgespraech, und der typ der dich dabei "einstellt" prueft auch nur ob du noch einen puls hast, bonuspunkte gibt es fuer jeden der bei arbeitsantritt nicht high oder betrunken ist.
Geil beschrieben :lol: :lol:
ShoIchi89
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Re: 1000 Gedanken zum W&T am Ende der Welt

Beitrag von ShoIchi89 » 02.12.2018 - 17:16

Hey, danke für die Aufklärung, Carpool Guy :)
Ganz ehrlich, selbst wenn deine Antwort nüchtern ist bis zum geht nicht mehr, gerade das ist irgendwie erbaulich. Ich bin grad wieder in einer zweifelnden Phase, aber ich werde es trotzdem machen. Ich hab zwar keine Ahnung, ob ich das Zeug dazu habe, aber ich will und werde es durchziehen. Nächste Woche wird der Reisepass fertig sein und dann kann ich mich ans Visum setzen!

Carpool Guy hat geschrieben:
22.11.2018 - 22:45
Nein - am anfang wirst du wahrscheinlich als erntehelfer arbeiten, und dabei gibt es weder bewerbung noch einstellungsgespraech, und der typ der dich dabei "einstellt" prueft auch nur ob du noch einen puls hast, bonuspunkte gibt es fuer jeden der bei arbeitsantritt nicht high oder betrunken ist. "Richtige" jobs findest du erst spaeter nachdem du dich eingelebt hast und von anderen backpackern gelernt hast wie der hase laeuft, und wo und was es sonst noch fuer jobs gibt, und von welchen jobs du dich fernhalten solltest.
Wow, scheinbar ist der Mangel an brauchbaren Arbeitskräften hoch...das klingt wirklich komplett anders als alles, was man vom deutschen Arbeitsmarkt gewöhnt ist. Aber gut, umso besser, wenn man da einigermaßen leicht reinkommt. Dann liegt der Rest ja nur noch an einem selbst, ob man sich dann behaupten kann oder nicht. Klingt gut :)
Auch wenn das sicherlich erstmal die Hölle wird...so unsportlich wie ich bin, wird mir garantiert schon am zweiten Tag alles wehtun :cool: Aber was einen nicht umbringt, macht ja bekanntlich stärker. Ich werde diesem Spruch auf Herz und Nieren testen!

Carpool Guy hat geschrieben:
22.11.2018 - 22:45
Finger weg von "Fundraising" oder irgendwelchen "zu gut um wahr zu sein" jobs die im hostel am schwarzen brett angeboten werden. Dabei musst du dich auf die strasse stellen und die leute ueberreden dass sie dauerauftraege fuer gemeinnuetzige organisationen unterschreiben.
Oh Gott, den Tipp werde ich auf jeden Fall im Hinterkopf behalten. Ich mag solche Leute schon hier in Deutschland nicht. Klar, die machen auch nur ihren Job, aber, wie du sagst, irgendwann ist selbst der freundlichste Mensch davon genervt. Um solcherlei Ausschreibungen werde ich auf jeden Fall nen riesigen Bogen machen, soviel steht mal fest.
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Re: 1000 Gedanken zum W&T am Ende der Welt

Beitrag von Carpool Guy » 03.12.2018 - 04:00

ShoIchi89 hat geschrieben:
02.12.2018 - 17:16
Wow, scheinbar ist der Mangel an brauchbaren Arbeitskräften hoch...das klingt wirklich komplett anders als alles, was man vom deutschen Arbeitsmarkt gewöhnt ist. Aber gut, umso besser, wenn man da einigermaßen leicht reinkommt. Dann liegt der Rest ja nur noch an einem selbst, ob man sich dann behaupten kann oder nicht. Klingt gut :)
Naja, die farmarbeiten haengen extrem stark vom wetter ab, und somit auch der bedarf an arbeitern. Das kann auch dein arbeitgeber nicht unbedingt planen. Wenn die saison gut war dann hat man manchmal nur 2-4 tage zeit das feld komplett abzuernten, weil die fruechte danach zu reif sind und nichtmehr verkauft werden koennen. Heisst fuer dich allerding dass du dann auch manchmal 12h/tag arbeiten musst (bei gleichbleibendem stundenlohn, ohne ueberstundenzuschlag).

Wenn du gross bist und die wahl hast, dann versuche unbedingt irgendwas zu ernten was in greifhoehe oder "oben" waechst (tomaten, aepfel, orangen), ansonsten tut dir am ersten tag schon nach wenigen stunden der ruecken weh. Stundenlang Zuccinis vom boden zu pfluecken ist extrem schmerzhaft wenn man sich alle 3 schritte buecken muss um sie aufzuheben, und noch dazu die erntekoerbe mitschleppen muss.
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Re: 1000 Gedanken zum W&T am Ende der Welt

Beitrag von ShoIchi89 » 03.12.2018 - 15:42

Carpool Guy hat geschrieben:
03.12.2018 - 04:00
Wenn du gross bist und die wahl hast, dann versuche unbedingt irgendwas zu ernten was in greifhoehe oder "oben" waechst (tomaten, aepfel, orangen), ansonsten tut dir am ersten tag schon nach wenigen stunden der ruecken weh
Oooooh je ^^' Na dann weiß ich ja, was auf mich zukommen wird. Nein, ich bin leider nicht allzu groß, es sei denn du zählt 1,55 dazu...ich schätze ich kann höchstens das nehmen, was mir quasi vor der Nase rumbaumelt, aber Äpfel fallen da sicherlich weg. Mit Tomaten könnte ich evtl. Glück haben, aber ich werde wohl meine Rückenmuskulatur stärken müssen, bevor ich losfahre :mad: in der Hoffnung, dass das was bringt...

was mir noch weiter eingefallen ist zu meinen 1000 Gedanken:
wie sieht das eigentlich aus, mal angenommen ich merke nach 2 Monaten oder so, dass ich mit dem Geld in Australien nicht zurande komme und auch keine ordentlichen Jobs erwische (aus welchen Gründen auch immer). Ich hab gelesen dass manche dann nach Asien übergewechselt sind, weil es dort einfach deutlich günstiger ist. Ich nehme mal an, ich müsste dann für die Zeit dort auch ein WHV beantragen, oder? Kann man das auch erst vor Ort machen oder muss sowas immer erst lang im Voraus geplant werden? Nicht, dass ich mit besonders viel Geld losfliegen werde (meiner jetzigen Berechnung nach werde ich sicherlich so um die 5-6000 mitbringen können, Flug dann hoffentlich schon inklusive), aber Australien ist ja leider einfach nur teuer. Und gerade in Asien hört/liest man immer wieder, dass die Lebenshaltungskosten dort deutlich niedriger liegen und es gibt wohl auch so einige Länder, wo Frauen auch allein recht sicher reisen können. Wie schätzt ihr das ein?
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Re: 1000 Gedanken zum W&T am Ende der Welt

Beitrag von Carpool Guy » 04.12.2018 - 00:32

In asien kannst du soviel ich weiss nicht offiziell arbeiten, da es dort kein WHV gibt. Das gibt es eigentlich nur in reichen westlichen laendern wo die landwirtschaft probleme hat genug saisonarbeiter zu bekommen.
Mit dem touristenvisa kannst du fuer mehrere wochen im land bleiben, und dann einfach vor ablauf in ein anderes land reisen. Also mehrmals zwischen Thailand-Kambodia-Vietnam pendeln soll wohl beliebt sein, weil man dort teilweise fuer weniger als 10 Dollar pro tag unterkunft und essen bekommt und der transport per bus billig ist.
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Re: 1000 Gedanken zum W&T am Ende der Welt

Beitrag von Chacco » 06.12.2018 - 09:11

ShoIchi89 hat geschrieben:
03.12.2018 - 15:42
Ich hab gelesen dass manche dann nach Asien übergewechselt sind, weil es dort einfach deutlich günstiger ist. Ich nehme mal an, ich müsste dann für die Zeit dort auch ein WHV beantragen, oder?
SOwas wie ein WHV gibt es nur in Japan, ist aber schwer zu bekommen. Du willst in Südostasien auch nicht als Erntehelfer etc. arbeiten, da würdest du mit Glück 10$ am Tag verdienen. Ist aber Ausländern eh nicht erlaubt. Spontan Arbeiten kannst du also vergessen.
Lebenshaltungskosten sind niedrig, aber Thailand ist in den letzen 15 Jahren auch locker doppelt so teuer geworden, wie es mal war. Mit 10$ kommst du da auch nicht weit, das ist Leben am unteren Limit.
Du kannst aber nach Thailand 30 Tage ohne Visa einreisen, für Kambodscha, Mayanmar und Laos brauchst du ein Visa, gibt es an den Grenzen für offiziell ca. 30$. Korruption wird groß geschrieben, gerade als Neuling wird man gern abgezockt und wenn sie dich nicht reinlassen wollen, ist das so. Einreise nach Thailand ohne richtiges Visum nur mit gültigem Rück- oder Weiterflug Ticket.
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