Backpacking contra Pauschal/Quali-Tourismus- was denkst Du?

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Tofi
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Backpacking contra Pauschal/Quali-Tourismus- was denkst Du?

Beitrag von Tofi » 13.11.2007 - 22:29

---> Thema wurde vom ursprünglichen Thread: Backpackerfilm ab 29.Nov im Kino abgespalten<----
So kann hier eine Diskussion darüber entstehen.



Der Film dürfte noch mehr Rucksäcke nach Asien spühlen. Eine bessere Werbung gibts nicht. Wenn man sich anschaut was der Film "The Beach" ausgelöst hat.....

In Thailand stapeln sich die Traveler jetzt schon, auch die Nachbarländer sind schon einem massiven Ansturm ausgesetzt. Kambodscha, Laos, Vietnam, ich will nicht wissen wie es da in ein paar Jahren aussieht. Dann ist Ko Phangan wirklich überall.

Philippinen und Indonesien werden derzeit noch gemieden. Fragt sich wie lange noch.
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Beitrag von Chacco » 14.11.2007 - 04:08

Das ist leider wahr, dabei will Thailand eigentlich weg vom Massentourismus hin zum Qualitätstourismus. Einige Inseln sind für Backpacker jetzt schon unerschwinglich und es werden immer mehr.
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Beitrag von Everlast-NRW » 14.11.2007 - 17:25

Na ja ob dieser Qualitätstourismus besser ist als der der Backpacker,darüber kann man diskutieren..
Man schaut sich nur zB. Koh Phi Phi an. Normale Backpacker Holzhäuser die schön in die Natur eingebetet sind findet man immer weniger sondern immer mehr Betonburgen mit vielen zimmern.Bin mir sicher das der normale Backpackertourismus für die Umwelt besser ist als der Pauschaltourismus.Backpacker kommen und gehen,und die meisten sind immer unterwegs.Viel verzichten aufgrund des schmalen Budgets auf den ganzen Komfort wie Klimaanlage,TV usw im Zimmer. Und wenn wir schon beim Thema sind ,den Thais geht es doch nur ums Geld ..Die Backpacker bringen aber auch genug Devisen ins Land.Das reicht wohl nicht.

Aber vielleicht leben wir auch in der falschen Zeit,vor 20 Jahren gab es auch Backpacker in diesen Gegenden, aber es wurde kaum darüber berichtet. Es war was exotisches und ein richtiges Abenteur.Und wenn mal ein Bericht im Fernshen kam dann kam das so vor als wäre Asien weit weit weg,fast unerreichbar...
In der heutigen digitalen Zeit wo jeder seinen Reisebericht online hat ,da wächst auch das interesse der Leute auch mal hinzufahren und auch mal das zu erleben.Irgendwie sorgen die Reisenden selbst dafür das sie sich dort nicht mehr wohlfühlen..
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Beitrag von Chacco » 14.11.2007 - 18:28

Everlast-NRW hat geschrieben: Man schaut sich nur zB. Koh Phi Phi an.
Ja, schrecklich, was aus einer so paradiesischen Insel gemacht wurde. Täglich rennen tausende von Tagestouristen über die Insel und hinterlassen ihren Müll.
Everlast-NRW hat geschrieben: Bin mir sicher das der normale Backpackertourismus für die Umwelt besser ist als der Pauschaltourismus.
War ja nicht von Pauschaltourismus (im Sinne von Massentourismus) die Rede, sondern von Qualitätstourismus (teuer, kann sich nicht jeder leisten).
Everlast-NRW hat geschrieben: Und wenn wir schon beim Thema sind ,den Thais geht es doch nur ums Geld ..Die Backpacker bringen aber auch genug Devisen ins Land.Das reicht wohl nicht.
Naja, Backpacker sind recht wenig angesehen in Thailand, hat unter anderem damit zu tun, dass Thais davon ausgehen, dass Westler weit mehr Geld verdienen. Und wer geld hat, zeigt es in Thailand, Backpacker gelten als arme Schlucker und man lächelt über sie.
Zudem sind die meisten Backpacker ja in bangkok eh in der Khao San unter sich und laufen in Standard-Backpackerkleidung rum (Flip-Flops, Muskelshirt, Shorts). Dazu muss man wissen, dass Kleidung in Thailand ebenfalls weit wichtiger ist, als in Australien. Wer mit Flip-Flops in Discos geht (schon oft gesehen), der wird nicht mehr ernstgenommen und kann entsprechend ausgebeutet werden.
Thailand ist eine andere Kultur, auch wenn Bangkok auf den ersten Blick sehr westlich erscheint. Man sollte sich also auch als Backpacker ein wenig mit der Kultur beschäftigen, sonst wird man von Tuktukfahrern usw. abgezockt und wird niemals einen tieferen Einblick in land und Leute bekommen.
Wichtig ist dabei nichtmal das Geld, sondern ordentliche Kleidung und daran hapert es leider bei den meisten backpackern gewaltig.
Inseln wie Ko Chang werden entsprechend umgerüstet, damit der gewöhnliche Backpacker es sich nicht mehr leisten kann. Ob man die Entwicklung nun positiv oder negativ sieht, ist jedem selbst überlassen, ich sehe einiges positiv, aber auch ganz vieles negativ.
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Beitrag von Jojo29 » 14.11.2007 - 19:54

Chacco hat geschrieben:
Everlast-NRW hat geschrieben: Bin mir sicher das der normale Backpackertourismus für die Umwelt besser ist als der Pauschaltourismus.
War ja nicht von Pauschaltourismus (im Sinne von Massentourismus) die Rede, sondern von Qualitätstourismus (teuer, kann sich nicht jeder leisten).
Unterschreibe ich so überhaupt nicht. Nur weil es teurer wird muss es für die Umwelt keinesfalls besser werden.
Es kommen dann vielleicht weniger Menschen auf eine Insel aber bedauerlicherweise haben reiche Menschen auch gewisse Angewohnheiten und Ansprüche, die nicht immer gut für eine Umwelt oder Landschaft sind.

Die Probleme verändern sich vielleicht aber es wird unterm Strich nicht besser.
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Beitrag von alex82 » 14.11.2007 - 20:03

Mir ist es ein Raetsel wie man Fi.cktouris lieber im Land hat als beispielsweise Backpacker. Es sind naemlich nicht nur die Backpacker die in Muskelshirts (wenn ueberhaupt) und Badehose schon Mittags voll durch die Strassen steuern

Ansonsten kann ich mich jojo eigentlich nur anschliessen.

LG alex
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Beitrag von Chacco » 15.11.2007 - 05:19

alex82 hat geschrieben:Mir ist es ein Raetsel wie man Fi.cktouris lieber im Land hat als beispielsweise Backpacker. Es sind naemlich nicht nur die Backpacker die in Muskelshirts (wenn ueberhaupt) und Badehose schon Mittags voll durch die Strassen steuern
Mir ist es ein Rätsel, wir man Touristen, die in Luxusapartments wohnen, pauschal als Sextouristen abstempeln kann :roll:
Und natürlich sind es nicht nur die Backpacker, die nen teilweise unmöglichen Kleidungsstil an den Tag legen, aber sie fallen mir in Bangkok immer wieder auf den ersten Blick ins Auge und ich kann nur den Kopf schütteln über das Verhalten einiger (will ja nicht alle über einen Kamm scheren). Üœbrigens wirst du dich wundern, wieviele Backpacker abends mit nem Mädel im Arm aus ner Bar kommen.
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Beitrag von alex82 » 15.11.2007 - 11:02

Chacco hat geschrieben:
alex82 hat geschrieben:
Mir ist es ein Rätsel, wir man Touristen, die in Luxusapartments wohnen, pauschal als Sextouristen abstempeln kann :roll:
Hallo?!

Wo bitte hab ich geschrieben, dass Touristen die in teuren Hotels absteigen Sextouristen sind :?:

Ich hab lediglich geschrieben, dass ich es nicht nachvollziehen kann dass ein Land Sextouristen gegenueber Backpackern bevorzugt - das jedes Land am liebsten Touris hat, die massiv Geld fuer Luxusappartments, teures Essen usw. ausgeben ist wohl auch klar (siehe z.B. auch die ganzen arabischen Touristen in Deutschland).

Zu dem Kleidungsstil - meins ist das auch nicht, ich kann auch nicht verstehen wie man in Flipflops und abgeschlissenen Jeans in einen Club gehen kann bzw. moechte. Egal ob das jetzt in Deutschland, Oz, oder Thailand ist.

Und das Sex fuer viele Backpacker ebenfalls eine Rolle spielt ist mir auch bewusst. Allerdings macht es fuer mich doch einen Unterschied ob jemand mal eine Prostituierte mit nach Hause nimmt oder ob jemand gezielt seinen ganzen Urlaub darauf ausrichtet.

Nun verstaendlicher geworden was ich in meinem Anfangsposting sagen wollte?

LG alex
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Beitrag von Chacco » 15.11.2007 - 11:47

alex82 hat geschrieben: Nun verstaendlicher geworden was ich in meinem Anfangsposting sagen wollte?
Ja, da hab ich dich völlig falsch verstanden, sorry. :oops:
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Beitrag von ilmarinen » 15.11.2007 - 12:49

Ich würde mal sagen:

Es lebe die Globalisierung. Europa, insbesondere der Süden, ist zu teuer für die meisten Reisenden (nicht nur Backpacker), also wird nach günstigen Alternativen gesucht.

Üœbrigens ist der Begriff Qualitätstourismus durchaus gleichzusetzen mit Pauschaltourismus (in meinen Augen), denn der Qualitätstourismus bringt definitiv nicht genügend Devisen... davon konnte sich ja z.B. Mallorca zwischenzeitlich schon überzeugen lassen.

Also alle mann rein in den Ferienflieger, 8 Stunden nach Thailand gedüst und Party gefeiert. Kostet bei weitem noch nicht soviel, wie ein Urlaub in Südeuropa oder gar dem Norden dieses Kontinents...

Sehr bedauerlich, aber vielleicht kommen die Chinesen dafür nicht zu uns... denen ist Europa zu dreckig und die Gebäude zu alt. :lol: (Doku ZDF, ist aber schon ein paar Monate her...)

Und eine schöne, widerliche, im Katalog gebuchte Ferienanlage mit Privatstrand verlässt der Pauschaltourist halt nur sehr ungern.
Ist ne echt fiese Welt da draussen. Die sprechen die Sprache nicht, sehen anders aus (vielleicht ja sogar arm...), man muss sich selbst zu rechtfinden. Das ist alles irgendwie so... Fremd...
Ne, ne als Pauschaltouri erwarte ich einfach Bettenburgen mit eingebautem Dröh-und Puffbrimborium (auch als Disko oder Bar bezeichnet), englischsprachigem (Yes, Sir) Personal und ner Rundumsorglosversorgung für möglichst wenig Geld. Nennt sich Kapitalismus des Prekariats und ist eine Todesspirale für jede authentische Region.
Gute Nacht zum Inselparadies Thailand, aber Reisen kann man eh nur noch dort, wo die FerienflÜ­eger nicht station machen.
Urlaub in Thailand ohne Touriströme ist aber immer noch möglich.
Ideal dafür ist seit einiger Zeit wieder die Grenzregion zu Malaysia, insbesondere für die etwas abgehärtete Fraktion der nichtpauschaltouristen, der ein etwas bleihaltigerer Himmel keine zu großen Angstströme über den Rücken fliessen lässt.
Auch die erwähnten Regionen wie die Philippinen oder Indonesien lassen noch etwas Infrastruktur vermissen. Doch wird dies kommen sobald Thailand, Kambodscha oder Laos zu teuer geworden sind oder die Anzahl der Chinesen und Inder in der Region Thailand drastisch zugenommen hat.
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Beitrag von Chacco » 15.11.2007 - 13:29

Sicherlich, Phuket und Samui sind zwei gute Bespiele dafür, wohin es führen kann, wenn man Profit über alles stellt. Es gibt zwar Gesetze, die dagegen vorgehen, allerdings bringen die in ärmeren Ländern nicht viel, Korruption lässt grüßen.
Aber ich meinte auch nicht die Betonburgen, sondern Luxus-Anlagen, welche durchaus ins Landschaftsbild passen. Diese sind in Thailand (und nicht nur dort) stark im kommen, ob das gut oder schlecht ist, hängt davon ab, wie man persönlich dazu eingestellt ist. Ich kann sie mir eh nicht leisten.
Es wäre jedenfalls zu einfach, eine bestimmte Touristenspezies dafür verantwortlich zu machen, die Thais wollen verständlicherweise auch etwas vom Kuchen abhaben und entsprechend gehen sie vor.
Filme können jedenfalls einen Hype auslösen und was aus Phi Phi geworden ist, kann man sich vor Ort ansehen, das wollte Tofi glaub ich nur sagen und dem kann ich mich anschliessen.
Die Philippinen sind übrigens teurer, als Laos und einige Regionen erinnern in gewissem Maße an Pattaya, ehemals auch ein schönes Stück Land.
Was aber die Chinesen damit zu tun haben, weiss ich nicht, ein großer Prozentsatz der Thais ist zumindest halbchinesisch und ohne die Chinesen würde Thailand wahrscheinlich noch ein Dritte-Welt-Land sein.
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