Im Ausland operiert werden?

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Gerlinger
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Im Ausland operiert werden?

Beitrag von Gerlinger » 25.03.2011 - 09:07

Moin,
ich habe bereits letztes Jahr eine Reise für die Zeit nach dem Abitur nach Australien gebucht und würde eigentlich in zwei Wochen losreisen. Da ich zur Zeit aber sehr häufig Rückenschmerzen wie hier habe und der Orthopäde vermutet, dass ich Probleme an der Bandscheibe habe, habe ich jetzt bedenken, dass mir die OP die Reise versauen könnte... kann man sowas auch im AUsland machen lassen oder würde das zu kompliziert? :???:
Zuletzt geändert von Gerlinger am 09.05.2011 - 15:31, insgesamt 1-mal geändert.
Brueggi
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Beitrag von Brueggi » 25.03.2011 - 09:34

Tut mir leid zu hoeren, Bandscheiben sind Arschl*cher ;)

Ich glaube, wenn du wirklich operiert werden musst, bist du zuhause gluecklicher.
Ohne festen Rueckhalt in der Familie und jemanden der sich nach der OP um einen kuemmert, wuerde ich das zumindest nicht gerne im Ausland machen. Ebenso ist nicht immer klar wie die Kosten einer solchen Geschichte von der KK uebernommen werden. Und wenn du bei einer Auslandsversicherung die Probleme und das Risiko wahrheitsgemaess angibst, werden die dich bestimmt nicht versichern.
Ueberleg es dir noch einmal gut und lass dich besser jetzt operieren und fahr dafuer nen Monat spaeter los. Wenn du eine Reiseruecktrittsversicherung hast, werden dir ein Grossteil der Kosten erstattet werden.
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Chacco
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Beitrag von Chacco » 26.03.2011 - 03:18

Also man wird bei Problemen an der Bandscheibe nicht einfach so operiert, da muss man schon extrem grosse Probleme haben und erfolglos Alternativen probiert haben. Wenn ein Arzt so ohne weiteres zu ner OP rät, sollte man ihm die Lizenz entziehen.
Paddy69
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Beitrag von Paddy69 » 26.03.2011 - 03:40

Da sehe ich auch so. Ich hatte wirklich auch schon oft Probleme mit dem Rücken....aber viel Muskeltraining für den Rücken hat da wirklich schon ne Menge bewirkt. Seit dem hab ich keine Probleme mehr. Von daher einfach mal was für die Rückenmuskulatur machen!

Ich habe aber auch schon 2 Bekannte gehabt, die wegen nem Bandscheibenvofall operiert wurden. Für die war nacher schwer arbeiten oder Sport gar nich mehr drin. Die mussten sich sogar umschulen lassen bzgl ihres Berufes. Die hätten auch so eine Reise auf gar keine Fall antreten können.
Von daher würde ich dir einfach raten noch mal nen anderen Arzt auf zu suchen und ne andere Meinung ein zu holen und das genau abzuklären, ob das wirklich nötig ist....
Mfg
Jean-Luc
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Re: Im Ausland operiert werden?

Beitrag von Jean-Luc » 26.03.2011 - 13:39

Gerlinger hat geschrieben:... kann man sowas auch im AUsland machen lassen oder würde das zu kompliziert? :???:
Hey Gerlinger,
da kann ich aus dem Nähkästchen plaudern. Ich hatte einen Bandscheibenvorfall (sliped disc) in Indien. 2 Wochen dort waren nicht lustig. Zwar konnte ich mich mich durch das warme Wetter, den heißen Sand und Massagen so einigermaßen durchschleppen, hatte aber zum Teil Höllenschmerzen.

Rückenschmerzen hatte ich schon immer mal in Deutschland, bekam das aber durch Behandlung regelmäßig wieder in den Griff.
Aber auf dem Flug nach Indien ging es los. Schon dadurch das ich über 5 Std. in einer sehr Rücken belastenden Stellung im Flieger geschlafen hatte. Die sehr dünne Matratze vor Ort half auch nicht gerade. Schleifte mich so zwei Wochen durch das Land. Tatsächlich habe ich den Moment an dem meine Bandscheibe richtig "rutschte" sehr deutlich mitbekommen. Eine einzigen Bewegung, bei der ich in die Hocke ging, reichte. Ich hatte das Gefühl als wenn mir ein Messer in den Rücken gerammt wird. Es waren jedoch noch zwei Wochen bis zu meinem Rückflug. Eine Zeit die ich mein Leben nicht vergessen werde. Letztlich habe ich sie irgendwie ausgehalten und bin in Deutschland natürlich sofort zum Orthopäden.
Der war leider nicht sehr gut, erkannte die Dramatik und Schwere leider nicht und behandelte mich nur mit Spritzen und Wärmebestrahlung. Am Wochenende, nach unserer Rückkehr, wurden die Schmerzen so unglaublich stark, dass ich mich am nächsten Tag zu einem anderen Spezialisten schleppte. Der hat die Lage sofort erkannt, zumal meine Zehen schon "taub" wurden. 12 Stunden später lag ich auf dem OP Tisch !

Ich hatte extremes Glück (hab die Aufnahmen meines Bandscheibenvorfalls später gesehen), einen super Spezialisten in der Klinik in Hamburg und ca. 3 Monate nach der OP Null Probleme, durfte aber 6 Monate nichts schweres heben und musst sehr auf meine Sitzposition achten (schlechte Vorgaben wenn man irgendwo arbeiten will). So lange hat es übrigens auch gedauert bis ich das Gefühl der "eingeschlafenen" Füße wieder verloren habe... das war sehr, sehr befremdlich ... bis heute habe ich nie wieder Probleme mit meinen Bandscheiben gehabt, habe danach sogar wieder meinen Sport gemacht.

Was ich dir raten würde!!!:
Lass dich wirklich ganz "genau" untersuchen. Frag nach ob die Gefahr eines Bandscheibenvorfalls (BSV) bei dir besteht. Wenn "ja" würde ich dir empfehlen alles dafür zu tun um dem BSV vorzubeugen. Dabei ist es völlig egal ob du den in Australien, Deutschland oder sonst wo bekommst. Die Schmerzen manchen absolut keinen Spaß !!! Mit den Gefahren eines "verschleppten" BSV ist nicht zu spaßen.
Und wenn ich mich meinen Vorrednern anschließen darf: Der Rückhalt in meiner Family damals war extrem wichtig und hilfreich. Auch Tage und Wochen nach der OP war ich über die Hilfe und Unterstützung sehr froh !
Ich will dir keine Angst machen aber solltest du wirklich starke Rückenschmerzen haben, die von deinen Bandscheiben herrühren und die Gefahr eines Vorfalls besteht, solltest du dir das sehr genau überlegen und abwägen ob du solch ein Risiko eingehst. Mit solch einem "Problem" tatsächlich lange im Ausland zu reisen kann einem dann auch schnell die "Leichtigkeit" und "Unbeschwertheit" nehmen, wenn man jeden Moment auf seine Bewegung achten muss! Der Gedanke, mir wäre das alles in Australien passiert und ich wäre dort operiert worden (obwohl es natürlich auch medizinisch ein Land mit hoch entwickelter Technik ist) lässt mich etwas erschaudern !

Es gibt inzwischen so gute Vorbeugung, diverse Rückenschulen, Methoden und Behandlungen ! Mir hat damals die Feldenkrais-Methode extrem gut geholfen .... und ich hatte keine andere Art der Reha. Mach deinen Rücken stark und geh solch eine Reise lieber unbelastet an ... das wäre mein Tipp !
Die Feldenkrais Methode:
Ziel ist es, die Elemente Bewegung, Sinnesempfindung, Gefühl und Denken über das Element Bewegung zu verändern und zu entwickeln.
Quelle Wikipedia
Mit weiterführenden Links: http://de.wikipedia.org/wiki/Feldenkrais
Camper - Autokauf - Autofahren autofahren-australien.de
turin
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Beitrag von turin » 28.03.2011 - 02:48

Erstmal sollte eine genaue Diagnose vorliegen. Hier irgendwelche Loesungen oder Therapie-Vorschlaege zu bringen, bringt rein gar nichts, no offense.

Mir kommt es auch ziemlich spanisch vor, dass der Arzt was mit deinen BS lediglich "vermutet" und gleich eine OP ins Spiel gebracht wird. Entweder hoeren wir nicht die ganze Story oder der Arzt ist inkompetent.

Kein Orthopaede wird da Vermutungen anstellen. Als ich mal vor langer Zeit Rueckenschmerzen hatte, bin ich sofort zur Roentgen-Untersuchung, deren Ergebnis dann die Basis fuer weitere Entscheidungen ist.
Ob es nun ein Problem mit Muskulatur, BS oder anderen Aspekten der Wirbelsaeule ist, kann man erst danach weiterverfolgen und entsprechend behandeln. Muskulaturprobleme sind in der Tat die haeufigste Ursache fuer Rueckenschmerzen und auch am einfachsten zu therapieren. Aber bis man weiss, was es ist, kann man zu dieser Frage wenig bis gar nichts sagen.

Eine allgemeine Bemerkung zu OPs im Ausland kann man zumindest machen: Es ist kaum ratsam, wenn du auch in Deutschland behandelt werden kannst. Versicherung, familiaerer Beistand und Fuersorge, klinische und ambulante Nachbehandlung und Therapie, all das ist gerade bei kritischen OPs wichtig und kann dir im Ausland nicht in der gleichen Art und Weise zukommen. Schon gar nicht in Australien, wenn du als Backpacker von A nach B reist.
Meli
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Beitrag von Meli » 28.03.2011 - 21:10

Ich kann dir nur raten: Wenn es keine absolute Indikation ist und die Beschwerden relativ frisch sind, dann lass dich nicht operieren! Die wenigsten Bandscheibenvorfälle brauchen eine OP! Ich bin Physiotherapeutin und es ist mein täglich Brot. Die meisten Bandscheibenprobleme lassen sich konservativ (also mit Medikamenten und Physiotherapie) behandeln.
Vergiss nicht: Der Körper hat unheimliche Anpassungs- und Selbstheilungskräfe. In Deutschland wird sowieso viel zu schnell an der Wirbelsäule operiert.
Mein dringender Rat: Lass dir von deinem Arzt ein Rezept über Physiotherapie/Krankengymnastik geben und such dir einen GUTEN Physiotherapeuten, der dich anschaut. Es gibt bestimmte Therapieformen speziell für Bandscheibenprobleme. Außerdem ist ein Muskelaufbautraining unbedingt nötig.
Selbst, wenn du operiert werden solltest: Du brauchst danach trotzdem Physiotherapie, du springst nicht gleich vom OP Tisch und alles ist gut...

Zum Thema Rückenbeschwerden: Die meisten Rückenbeschwerden sind heutzutage aufgrund von muskulären Dysbalancen, wie es so schön heißt, also falsche Sitzhaltung, Fehl-/Üœber-/Unterbelastung, dadurch schmerzhafte bzw. schwach ausgebildete Rumpfmuskulatur. In den wenigsten Fällen von Rückenschmerzen ist eine echte Bandscheibenproblematik (d.h. mit Nervenwurzelkompression) vorhanden.

Also, nix wie ab zur Physiotherapie :grins:

Gruß
Melanie
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Chacco
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Beitrag von Chacco » 28.03.2011 - 21:33

Bevor du eine OP überhaupt in Erwägung ziehst, mache lieber Urlaub in Thailand und besuche Bios Logos, das könnte dir viel Leid ersparen.
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