Wie viel Spaß muss Arbeit machen?

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Jojo29
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Wie viel Spaß muss Arbeit machen?

Beitrag von Jojo29 » 07.12.2011 - 20:21

<-- Abgespaltene Diskussion von hier. Gruß Yassakka -->
Chacco hat geschrieben:
Jojo29 hat geschrieben:Am Ende des Tages geht es darum, dass einem ein Job mehr Energie gibt (und natürlich Geld), als er einem nimmt.
Wer hat dieses Glück? Ich kenne niemanden, Urlaub wäre ja dann völlig überflüssig.
.
Nein, das sehe ich anders. Vielleicht ist Energie in dem Zusammenhang nicht das optimale Wort, aber ich bekomme von meinem Job mehr als Geld. Der gibt mir da mehr, als er mich in dem Sinne kostet und ich glaube das sollte optimalerweise auch so sein.

Wenn es anders wäre, könnte ich das ja nicht mit Leidenschaft machen und ich könnte andere Menschen auch nicht motivieren.

Ist aber offtopic und deshalb vermutlich hier die falsche Stelle für die Diskussion.
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Chacco
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Beitrag von Chacco » 07.12.2011 - 20:44

Jojo29 hat geschrieben: Ist aber offtopic und deshalb vermutlich hier die falsche Stelle für die Diskussion.
Ich finde das sehr interessant, vielleicht sollte man das abspalten.
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Beitrag von Yassakka » 07.12.2011 - 21:23

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Beitrag von tobi112 » 07.12.2011 - 22:24

Also mein aktueller Job ist definitiv eine 8.000 Watt glühbirne. :roll:

Und viel mehr Geld als wie wenn ich Arbeitslos wäre bringt er mir auch nicht!
Was er mir gebracht hat ist die erkenntnis, dass ich sehr belastbar bin was schlechte Witze und stumpfsinnige konversation angeht.
Und es ist wirklich schlau oft die "fr****" zu halten!
Dann vermeidet man so einige unnütze Dialoge ;-)


12 Tage noch :P
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Re: Wie viel Spaß muss Arbeit machen?

Beitrag von Chacco » 07.12.2011 - 23:10

Jojo29 hat geschrieben: Nein, das sehe ich anders. Vielleicht ist Energie in dem Zusammenhang nicht das optimale Wort, aber ich bekomme von meinem Job mehr als Geld. Der gibt mir da mehr, als er mich in dem Sinne kostet und ich glaube das sollte optimalerweise auch so sein.
Optimalerweise sollte das sicher so sein, aber ich kenne eigentlich fast niemanden, bei dem das so ist. Ausnahmen sind meist im Sektor Tourismus - Gastronomie angesiedelt, aber auch dort nur bei Selbstständigen, die sich einen Traum erfüllt haben.
Jojo29 hat geschrieben: Wenn es anders wäre, könnte ich das ja nicht mit Leidenschaft machen und ich könnte andere Menschen auch nicht motivieren.
Ich sage es mal so, ich habe mir damals das kleinste Üœbel ausgesucht, in Abstimmung mit den Einkommensmöglichkeiten. Hätte ich das gemacht, was mir am meisten Spass macht, hätte ich mir finanziell nicht viel erlauben können.
Motivieren muss ich mich jeden Tag aufs neue, nur Geld hält die Motivation aufrecht.
Ich will mich nicht beklagen und manchmal macht es auch Spass, aber hätte ich finanziell ausgesorgt, würde ich das definitiv nicht mehr tun.
fawkes

Beitrag von fawkes » 08.12.2011 - 08:04

ich nehm genau die mitte aus euren beiträgen.

normalerweise arbeite ich selbstständig und auf der basis meiner leidenschaften, sport und schreiben. das gibt gutes geld, reich werde ich sicher nicht, aber das will ich auch nicht. ich kann mir einen gewissen lebensstandard leisten. der ist gering, aber ich bin eben recht anspruchslos und mache mir wenig gedanken um materielle dinge.

nachteil: ich habe kein fixes onatliches einkommen. da ich nun eine teure operation zahlen muss, bin ich in ein projekt eingestiegen.

bürojob, dumme kollegen, ganz schlimme vorgesetzte. hier ist geld die motivation. für 1200 netto würde ich hier nicht sitzen....
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Beitrag von ripper » 11.12.2011 - 03:51

Ich hab eher niedrige Ansprüche und eigentlich jeder bezahlt mir zuviel Geld für zuviel Arbeit. Daher muss man ne Menge Steuern bezahlen was ineffizient ist da ich nun 4 statt nur sagen wir 2,5 h pro Tag für den Staat arbeite, ausserdem kann man eben nicht abends so richtig nochmal weg. Teil der Industrie der Wahl, dass man immer viele Stunden hat. Leider kriegt man niemanden so richtig dazu bringen einfach ne Halbtagsstelle draus zu machen. Von daher "leiste" ich mir nur unter der Hälfte vom Möglichen in der gleichen Firma zu machen und wenigstens ein wenig Freizeit zu haben und die Facette vom Job die ich tatsächlich mag. Bin Mechaniker und arbeite in der Werkstatt 10,5 Stunden am Tag gegenüber Aussendienst 12 bis 14h, durch ganze Land gejagt werden und monatelang in versifften Motels leben. Hab ich probiert, gibt auch grosse Zahlen auf Papier, aber bringt mir nichts wenn ichs nicht leiden kann und es keine Zeit gibt das Geld auszugeben, der Arbeitgeber gar bezahlt, dass man früher ausm Urlaub zurückfliegt...Abgesehen davon hab ich alles was ich nur haben möchte (ausser ner Ehefrau, wieder einer von den Fällen wo man mit Geld nichts geregelt bekommt) bar bezahlt schon hier stehen und mach ne mehrjährige Weltreise. Wenn mein 30 Jahre alter Mercedes (Traumauto) für 4500 Dollar den Geist aufgibt, gibts noch am selben Tag ein anderes Auto bar bezahlt. Wenn jemand dumm macht auf der Arbeit, kündige ich innerhalb der nächsten 5 Minuten nach dem Vorfall und geh ggf Moped fahren für ein paar Jahre vom Ersparten.
Ich würde sagen ich gehe arbeiten weil ich das will und nicht muss. Aber dann würde mir nicht-arbeiten auch nach spätestens 4 Wochen langweilig werden und ich denke es ginge jedem früher oder später so. Selbst das schönste Hobby wird irgendwann langweilig.
Macht man sich nicht unglücklich, nach dem "finanziell ausgesorgt" zu jagen?
Ab wann hat man eigentlich finanziell ausgesorgt? :wink:
Eine der wenigen Dinge die ich vom Deutschunterricht mitgenommen habe ist diese Kurzgeschichte
http://de.wikipedia.org/wiki/Anekdote_z ... beitsmoral
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Re: Wie viel Spaß muss Arbeit machen?

Beitrag von Jojo29 » 11.12.2011 - 13:27

Chacco hat geschrieben: Ich sage es mal so, ich habe mir damals das kleinste Üœbel ausgesucht, in Abstimmung mit den Einkommensmöglichkeiten. Hätte ich das gemacht, was mir am meisten Spass macht, hätte ich mir finanziell nicht viel erlauben können.
Motivieren muss ich mich jeden Tag aufs neue, nur Geld hält die Motivation aufrecht.
Ich will mich nicht beklagen und manchmal macht es auch Spass, aber hätte ich finanziell ausgesorgt, würde ich das definitiv nicht mehr tun.
Motivieren muss ich mich natürlich auch immer mal wieder, das bleibt nicht aus. Ich glaube jeder Job hat auch Phasen in denen er absolut keinen Spaß macht, meiner natürlich auch.

Aber wenn es nur ums Geld gehen würde, hätte ich ein Problem, da mich Geld nur bis zu einem sehr geringen Maß motiviert. Logisch, man braucht einen Job um die Rechnungen zahlen zu können, aber wenn es nur ums Geld gehen würde, wäre ich relativ schnell gelangweilt oder müsste mich einfach zu sehr verbiegen.
Ich hatte aber auch tatsächlich noch nie das Ziel reich zu werden oder mein Einkommen zu maximieren. Dann müsste ich eh anders agieren.

Für mich ist Zeit das absolut wertvollste Gut (und Gesundheit, klar). Ein guter Freund von mir arbeitet 70 Stunden die Woche aufwärts und verdient vermutlich eine Tonne mehr Geld als ich, aber er hat im Prinzip dann auch nur noch am Samstag Abend Zeit für alles andere, inklusive Beziehung. Das ist überhaupt nicht mein Leben, möchte ich niemals haben.

Kollegen und Vorgesetzte sind aus meiner Sicht wahnsinnig wichtig. Ich vertrete immer die Meinung: Man verbringt einfach zwangsläufig viel zu viel Zeit am Tag miteinander, als dass man diese mit Idioten verschwenden sollte.
Mehr Geld bedeutet leider auch oftmals mehr Ar...löcher in der unmittelbaren Nähe. ;)
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Re: Wie viel Spaß muss Arbeit machen?

Beitrag von Chacco » 11.12.2011 - 14:47

Jojo29 hat geschrieben: Aber wenn es nur ums Geld gehen würde, hätte ich ein Problem, da mich Geld nur bis zu einem sehr geringen Maß motiviert.
Ich habe einige Bekannte, die auf Bohrinsel bzw. irgendwo im Irak arbeiten. Die verdienen sich dumm und dämlich, der Job ist total besch***, aber alle paar Wochen haben sie lange Urlaub. In dieser Zeit können sie sich viel erlauben, müssen aber immer wieder diesen Drecksjob machen. Ich würde sowas auch machen, aber nur für eine sehr begrenzte Zeit, um Kapital anzusammeln.

Jojo29 hat geschrieben: Das ist überhaupt nicht mein Leben, möchte ich niemals haben.
Wie bereits oben erwähnt, für eine begrenzte Zeit ist es ok. Die Frage ist nur, ob man den Absprung rechtzeitig schafft oder zu gierig wird.
Jojo29 hat geschrieben: Mehr Geld bedeutet leider auch oftmals mehr Ar...löcher in der unmittelbaren Nähe. ;)
Dieses Problem habe ich zum Glück als Selbstständiger nicht. Ich kann nicht lange unter Leuten arbeiten, ich treffe lieber meine eigenen Entscheidungen, da (Entscheidungs-)Freiheit sehr wichtig für mich ist.
Ich habe die letzten Wochen mindestens 15 Stunden pro Tag gearbeitet, 7 Tage die Woche. Das ist auf Dauer nicht mein Traum, aber es kann einen auch in eine Art Rausch versetzen.
Dafür arbeite ich oft nur 1-2 Stunden am Tag und fahr auf ne schöne Insel, um das Leben zu geniessen.
Solange der Ausgleich zwischen Spass und Arbeit langfristig gesehen vorhanden ist, habe ich damit absolut kein Problem.
Im Jahresdurchschnitt arbeite ich vermutlich deutlich weniger, als ich es damals als Angestellter in Deutschland getan habe.
fawkes

Beitrag von fawkes » 12.12.2011 - 11:06

endgültige erkenntnis: ARBEIT MUSS SPAß MACHEN!

ich kotze hier nämlich gerade auf meine tastatur.
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Beitrag von Chacco » 12.12.2011 - 18:15

Aha, wie kommst du zu dieser neuen Erkenntnis? :roll:
fawkes

Beitrag von fawkes » 12.12.2011 - 20:34

vermutlich liegts daran, dass ich normalerweise selbstständig in kurzprojekte involviert bin und dieses projekt längerfristig ist und damit einem angestelltenvehältnis gleich.

bin ich froh, wenn der sch*** vorbei iss. eigentlich wollte ich mich nur mal auskotzen... =)
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Beitrag von Chacco » 12.12.2011 - 21:56

Naja, wenn es sich denn finanziell lohnt, kann man doch temporär über sowas hinwegsehen oder?
Ein Angestelltenverhältnis wäre mir auch ein Graus, aber es ist ja nicht wirklich eins :wink:
fawkes

Beitrag von fawkes » 13.12.2011 - 07:39

Chacco hat geschrieben:Naja, wenn es sich denn finanziell lohnt, kann man doch temporär über sowas hinwegsehen oder?
sonst wäre ich schon nicht mehr da :) aber bis juni..owei...ich darf gar nicht dran denken. die projektchefin ist einfach ein graus.

und meine kollegen sind nämlich auch div. vorureile erlegen...
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Beitrag von Brueggi » 30.12.2011 - 09:10

Mir würde kein Job mehr Spass machen als nichts zu tun und ne gute Zeit zu haben...
Wenn ich könnte würde ich nicht arbeiten, aber bis zum Privatier reicht es leider noch nicht, mein Vater ist leider nicht der Scheich von Dingdabums und Lottogewinne sind unwarscheinlich...somit ist meine Motivation einzig und alleine Geld :sad:

Traurig aber wahr!
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Beitrag von Chacco » 30.12.2011 - 10:22

Brüggi hat geschrieben:Mir würde kein Job mehr Spass machen als nichts zu tun und ne gute Zeit zu haben...
Das wird auch Dauer langweilig, irgendetwas muss man machen.
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Beitrag von Jojo29 » 30.12.2011 - 16:08

Brüggi hat geschrieben:Mir würde kein Job mehr Spass machen als nichts zu tun und ne gute Zeit zu haben...
Wenn ich könnte würde ich nicht arbeiten, aber bis zum Privatier reicht es leider noch nicht, mein Vater ist leider nicht der Scheich von Dingdabums und Lottogewinne sind unwarscheinlich...somit ist meine Motivation einzig und alleine Geld :sad:

Traurig aber wahr!
Wie Chacco schon sagt, das wird auf Dauer leider langweilig. Geld stiftet sicher so einiges, aber halt keine dauerhafte persönliche Befriedigung.
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Beitrag von fawkes » 30.12.2011 - 17:28

also ich bin froh, wenn der scheiß im märz bzw bei verlängerung im september vorbei ist.

mal gucken, was ich dann mache...vllt mache ich mal wieder einen unterbezahlten, aber spaßigen job.

in den berufen, die mir am meisten spaß gemacht haben, verdient man nicht die welt. aber die narrenfreiheit ist es mir wert :)
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Beitrag von Chacco » 30.12.2011 - 18:37

fawkes hat geschrieben: in den berufen, die mir am meisten spaß gemacht haben, verdient man nicht die welt.
Diese Erfahrung habe ich auch leider gemacht, aber seitdem ich für mich selbst arbeite, habe ich zumindest die Möglichkeit, das Tempo weitgehend selbst zu bestimmen. Wenn das Geld dann mal knapp wird, muss ich halt mehr Gas geben, aber ich weiss dann zumindest, wofür ich das mache.
fawkes

Beitrag von fawkes » 30.12.2011 - 22:19

Chacco hat geschrieben:
fawkes hat geschrieben: in den berufen, die mir am meisten spaß gemacht haben, verdient man nicht die welt.
Diese Erfahrung habe ich auch leider gemacht, aber seitdem ich für mich selbst arbeite, habe ich zumindest die Möglichkeit, das Tempo weitgehend selbst zu bestimmen. Wenn das Geld dann mal knapp wird, muss ich halt mehr Gas geben, aber ich weiss dann zumindest, wofür ich das mache.
finde ich wirklich schade. habe surfunterricht gegeben und im kino geputzt und karten verkauft/abgerissen, das waren wirklich die coolsten jobs. körperlich anstrengend und immer spaßig...aber wenig lukrativ.

vllt gebe ich wieder skiunterricht, mal sehen.. ;)
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